Mensch Maier – eine Politik Posse

VORHANG AUF und Krimi-Autor Andreas Roß auf ungewöhnlichem Terrain

Besondere Zeiten erfordern besondere Zeilen. Die bietet VORHANG AUF-Kolumnist und Krimi-Autor Andreas Roß auf einem für seine Stammleserschaft zunächst fremd wirkenden Terrain: „Mensch Maier – eine Politik-Posse“ hat Roß geschrieben, um wachzurütteln und nachdenklich zu machen.

Die Geschichte von Sozialarbeiter und Krimiautor Eduard Maier ist… mindestens ungewöhnlich: Maier gerät in einen Banküberfall, wird erschossen und wird aus dem Jenseits mit einem besonderen Auftrag zurück auf Darmstädter Boden geschickt, um herauszufinden, was zu dem Banküberfall geführt hat.

Weil Andreas Roß im wirklichen Leben beides ist, Sozialarbeiter und Krimiautor, ist die Geschichte gut erzählt – so, wie es seine Leser von ihm kennen.

Der Bankräuber, ein von Umsturzfantasien Getriebener im Lodenmantel, hängt der Reichsbürgerszene an und begibt sich mit Maier auf eine rund 280 Seiten währende Reise, an deren Ende eine geheimnisvolle Schöne mit ungewöhnlichem Beruf steht – aber auch eine zunächst völlig unvermutete Wendung.

„Mensch Maier“ erzählt eine mit aktuellen Ereignissen versehene Geschichte – da kommt das Trump-Attentat ebenso vor, wie der derzeit laufenden Mammutprozess gegen die Verwirrten um den mutmaßlichen Reichsbürger-Rädelsführer Prinz Reuß.

Am Ende der Geschichte bleiben keine Zweifel: Es ist und bleibt die Demokratie „für die es zu kämpfen lohnt und die mehr bedeutet, als alle paar Jahre wählen zu gehen“. Diese Erkenntnis bleibt von diesem Buch – und das ist in Zeiten wie diesen viel wert

Andreas Roß | Mensch Maier – eine Politik-Posse | Roman | Main-Verlag, 2025 | 284 Seiten | 16 Euro | ISBN 978-3-9865002-2-1