Die Augen des Krieges

Ausstellung im Deutschen Polen-Institut

Eine Ausstellung im Rahmen des Polish Freedom Weekend des Polnischen Instituts Düsseldorf.

Polnische Fotografen und Journalisten dokumentieren den russischen Krieg gegen die Ukraine seit dem 24. Februar 2022, dem Tag, an dem der Krieg begann. Sie stellen die größte Gruppe unter den Auslandskorrespondenten und ausländischen Fotografen in der Ukraine. Ihrer Arbeit ist es zu verdanken, dass der Krieg in der Ukraine und das Leid der ukrainischen Nation bis in die entlegensten Teilen der Welt sichtbar wird.

Die acht Fotografen der zwölf ausgestellten, großformatigen Werke sind prominente polnische Fotokünstler, die bei den wichtigsten Fotowettbewerben wie World Press Photo  und Pictures of The Year ausgezeichnet wurden, darunter Wojciech Grzędziński, Marek M. Berezowski und Tomasz Lazar. Ergänzt wird die Ausstellung durch die Beschreibungen der Kriegserlebnisse der Fotografen, zusammengefasst von der polnischen  Presse- und Rundfunkjournalistin und Buchautorin Magdalena Rigamonti.

Die Vernissage zur Ausstellung mit der Journalistin Magdalena Rigamonti, Press Club Polska, findet am 12.11. (Mi.) um 18 Uhr statt.

13.11.25 bis 30.1.26 | Deutschen Polen-Institut | Residenzschloss 1 | Darmstadt | www.deutsches-polen-institut.de

Bild: Patryk Jaracz | Press Club Polska

Die übersehene Nation -Deutschland und die Ukraine seit dem 19. Jahrhundert

Vortrag von Prof. Dr. Martin Schulze Wessel

Was geht uns die Ukraine an? Dass Deutschland wegen der Verbrechen des Zweiten Weltkriegs eine historische Verantwortung gegenüber Russland besitzt, wird nur selten in Zweifel gezogen. Dass dasselbe auch für die Ukraine gilt, ist dagegen sehr viel weniger im öffentlichen Bewusstsein verankert. Martin Schulze Wessel ruft in Erinnerung, wie eng die deutsche und die ukrainische Geschichte im 20. Jahrhundert miteinander verflochten sind, zeigt, wie historische Erfahrungen und Wahrnehmungen bis heute fortwirken, und fragt, was das für unser heutiges Verhältnis zur Ukraine bedeutet.

Im Ersten Weltkrieg verbanden sich die deutschen kolonialen Pläne für Osteuropa mit den Bestrebungen der ukrainischen Nationalbewegung. Die Gründung eines ukrainischen Nationalstaats wurde 1918 möglich durch die deutsche Besatzung des Landes. Auch deshalb suchte Stepan Bandera im Zweiten Weltkrieg die Allianz mit NS-Deutschland, doch Hitlers koloniales Projekt unterschied sich fundamental von dem des kaiserlichen Deutschlands. Die Ukraine wurde zum Zentrum des deutschen Vernichtungskrieges. Nach 1945 verschwand die Ukraine für viele wieder in der Sowjetunion, und auch nach 1991 blieb sie eine vielfach übersehene Nation – mit fatalen Folgen für die deutsche Reaktion auf den russischen Angriffskrieg seit 2014. Wer sich die deutsch-ukrainische Geschichte vergegenwärtigt, wie es Martin Schulze Wessel tut, dem wird es schwerer fallen gegenüber dem Schicksal des Landes gleichgültig zu sein.

Martin Schulze Wessel ist Professor für die Geschichte Ost- und Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians- Universität München sowie Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Von 2012 bis 2016 war er Vorsitzender des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands. Bei C.H.Beck ist von ihm erschienen: „Der Fluch des Imperiums“ (4. Aflg. 2023).

Mi. 14.1.26 | 19 Uhr | Deutsches Polen-Institut | Residenzschloss 1 | Darmstadt | www.deutsches-polen-institut.de

Prof. Dr. Martin Schulze Wessel

Hintergründe zum russischen Angriffskrieg und zur Bedeutung der deutsch-polnischen Unterstützung für die Ukraine

Vortrag von Wilfried Jilge, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, Berlin

Der renommierte Osteuropahistoriker Wilfried Jilge spricht über die Hintergründe der russischen Aggression gegen die Ukraine seit Februar 2022 und beleuchtet vor allem die deutschen und polnischen Anstrengungen, dem angegriffenen Land politisch, militärisch und humanitär zu helfen.
Wilfried Jilge ist seit 2018 Associate Fellow im Zentrum für Ordnung und Governance in Osteuropa, Russland und Zentralasien der DGAP. Von 2016 bis 2018 har er dort mit dem Schwerpunkt Mittel- und Osteuropa gearbeitet. Er ist Mediationsberater zur Ukraine beim Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF). Er ist zudem seit Anfang 2015 assoziierter Wissenschaftler am „Center for Governance and Culture in Europe“ der Universität St. Gallen.

Wilfried Jilge berät Abgeordnete des Deutschen Bundestages und des Europaparlaments zu Fragen der Ukraine. 2014 war er Mitglied der von der Deutschen Gesellschaft Osteuropakunde koordinierten und vom Auswärtigen Amt geförderten Expertengruppe Osteuropapolitik, die Empfehlungen für die deutsche Außenpolitik in Bezug auf die Ukraine und Osteuropa erarbeitete. Seit 2005 ist er Vorstands- und Gründungsmitglied des deutsch-ukrainischen zivilgesellschaftlichen Forums „Kiewer Gespräche“. Er hat mehrere Jahre in Kiew sowie von 2013 bis 2014 in Moskau gelebt und geforscht.

28.1.26 | 19 Uhr | Deutsches Polen-Institut | Residenzschloss Darmstadt