A Step Ahead (Einen Schritt voraus)

Mathildenhöhe Darmstadt

Anlässlich des 125. Jubiläums der ersten Ausstellung der Künstlerkolonie Darmstadt auf der Mathildenhöhe widmet sich das Institut Mathildenhöhe Darmstadt mit der Schau „A Step Ahead (Einen Schritt voraus)“ der Frage, wie Design, Architektur und Kunst gesellschaftliche Entwicklungen prägen: Damals wie heute.

Festspiel zur Eröffnung der ersten Künstlerkolonie Ausstellung 1901

Vier visionäre Bauausstellungen zwischen 1901 und 1914 habe der Mathildenhöhe Darmstadt ihr heutiges Erscheinungsbild verliehen und zum Eintrag in die UNESCO-Welterbeliste geführt. Die historische Künstlerkolonie verstand hierbei Gestaltung immer als ganzheitliches Konzept zur Verbesserung des Alltagslebens. Dieser progressive Ansatz wirkt bis in die Gegenwart fort und bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung.

In vier thematisch gegliederten Hallen nimmt „A Step Ahead (Einen Schritt voraus)“ die vier historischen Bauausstellungen von 1901, 1904, 1908 und 1914 in den Blick. Originale Werke der angewandten und bildenden Kunst treten in einen Dialog mit zeitgenössischen internationalen Positionen aus Design und Kunst. Jede Halle fungiert dabei als Resonanzraum für zentrale Themen wie Weltentwürfe, Gemeinschaft und Individualität, Identität und Soziales sowie Introspektion und Aufbruch.

Historische Gestaltungsansätze der Künstlerkolonie werden mit aktuellen Fragestellungen verknüpft: neue Produktionsweisen, innovative Materialien, partizipative Prozesse und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz eröffnen Perspektiven auf zukünftige Lebenswelten. Begehbare Installationen, interaktive Architekturen und sich wandelnde Ausstellungsstrukturen laden das Publikum dazu ein, selbst Teil dieser Auseinandersetzung zu werden.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Ausstellungsarchitektur: Mithilfe zeitgemäßer KI-Technologien werden die erste und die letzte historische Bauausstellung in einer farbigen 3D-Visualisierung rekonstruiert und großformatig in die Ausstellung integriert werden. So wird die Mathildenhöhe Darmstadt abermals als Ort experimenteller Raumkunst erfahrbar.

„A Step Ahead (Einen Schritt voraus)“ ist eingebunden in das Programm von „World Design Capital 2026 Frankfurt-Rhein Main“ und knüpft an die internationale Bedeutung Darmstadts als frühe „Hauptstadt des Designs“ an. Die Ausstellung versteht sich als Brücke zwischen kulturellem Erbe und aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und als Einladung, Gestaltung als aktiven, verantwortungsvollen Prozess zu begreifen, der unserer Zeit stets einen Schritt voraus ist.

Zum Welterbefest Mathildenhöhe am 6.6. & 7.6.26 gelten andere Eintrittspreise und Öffnungszeiten als unten genannt zur Ausstellung.

6.6.26 bis 31.1.27 | Ausstellungsgebäude | Mathildenhöhe Darmstadt | Olbrichweg 15 | Di. bis So. 11 bis 18 Uhr | Eintritt 10 Euro, erm. 8 Euro | www.mathildenhoehe.de

Ein Blick in die Ausstellung „A Step Ahead“

Zum 125jährigen Jubiläum der ersten Künstlerausstellung

Die Ausstellung widmet sich den vier visionären Bauausstellungen (1901, 1904, 1908 und 1914). Jedem Ausstellungsjahr ist ein eigener Raum gewidmet innerhalb des Ausstellungsgebäudes. Zwei 3D-Animationen im Bereich der Ausstellung von 1901 und 1914 erwecken das Ausstellungsgelände zum Leben. Und bieten Einblicke, die man so noch nicht gesehen hat. Besonders imposant wirkt die Darstellung aus 1901 noch ohne den Hochzeitsturm, dieser wurde erst zur Ausstellung um 1904 erbaut. Und die Darstellung der Russischen Kapelle ohne „Lilienbecken“, damals noch eine runde ansteigende Grünfläche. Die Animationen wurden Mithilfe von KI-Technologie erstellt und alten Postkarten aus der Zeit der Künstlerausstellungen. Dr. Philipp Gutbrod, Direktor Institut Mathildenhöhe, verwies allerdings bei Rundgang darauf, dass nur 10 Prozent der Animation mit KI generiert wurde.

Der Bogen zwischen heutiger KI-Technologie und altem Design wurde erfolgreich in die Ausstellung integriert. Neben den Design Elementen und Bilder der jeweiligen Ausstellung macht KI die Zeit auch anfassbar. Mithilfe von KI Technologie werden Werbeplakate im Stil von 1901 kreiert. Der Hochzeitsturm kann baulich und farblich animiert werden. In einer Soundinstallation kann man mit KI einen eigenen Sound kreieren. Oder man kann den Nachbau von Möbelstücken dieser Zeiten aus neuen und nachhaltigen Technologien betrachten und auch „anfassen“.

Mit dem Design der heutigen Zeit beschäftigt sich der Bau einer barrierefreie Küche, die leider zum Presserundgang noch nicht komplett fertiggestellt war. Auf etwa 30 qm entsteht eine Küche in der sich blinde, gehörlose als auch Personen im Rollstuhl zurecht finden und selber alle Geräte und Möbelstücke bedienen können.