Tim Brownlow
„Nosferatu – The Journal of a Broken Man“ | Stummfilm mit Livemusik-Begleitung
Endlich mal wieder ein Stummfilm mit Live-Musik in der „Guten Stube“ – und was für einer: Nichts geringeres als Friedrich Wilhelm Murnaus expressionistisches Meisterwerk „Nosferatu“ von 1922 hat sich der britische Multiinstrumentalist und Komponist Tim Brownlow vorgenommen, um es neu zum Klingen zu bringen. „The Journal of a Broken Man“ nennt er seine moderne, live vor der Filmprojektion aufgeführte Vertonung. Inspiriert von der Atmosphäre, den psychologischen Spannungen und der ikonischen Bildsprache Murnaus, vereint der Live-Soundtrack düstere Atmosphären, melodische Fragmente und dissonante Klänge und interpretiert eines der ikonischsten Werke der Filmgeschichte für ein zeitgenössisches Publikum neu. Die Aufführung bietet eine neue emotionale Lesart des Films – immersiv, gotisch und zutiefst menschlich.
Tim Brownlow ist kein Unbekannter in diesen Gefilden. Größere internationale Bekanntheit erlangte er als Sänger und Gitarrist der Band BELASCO, die von der Presse aufgrund ihrer melodischen Stärke und ihres filmischen Songwritings in einem Atemzug mit Coldplay genannt wurde. Er arbeitete mit dem Platin-Künstler Schiller zusammen, wirkte an Film- und Medienprojekten mit und trat ausgiebig in ganz Europa auf. „Nosferatu: Das Tagebuch eines gebrochenen Mannes“ ist sein bisher ambitioniertestes Solowerk.

Die „Gute Stube“
Die „Gute Stube“ ist ein gemütliches wie unkonventionelles Hinterhof-Kulturwohnzimmer im Darmstädter Hoffart-Theater. In den einstigen Räumen einer ehemaligen Autowerkstatt sind einmal im Monat Künstler zu Gast, die dort inmitten einer gemütlichen Kulisse zwischen Ohrensessel, Sechziger-Jahre-Tapete und Stehlampe einen sehr intimen Auftrittsort genießen. Nischenkultur statt Großevent, kuschelig statt klotzig, lo-fi statt high-fi lautet die Losung an den charmanten Abenden mit beherzten Musikern, amüsanten Klangwerkern und auch mal scharfzüngigen Jungautoren. Das besondere und auf Einfachheit setzende Konzept jenseits des Mainstreams konnte schon jede Menge szenebekannte Musiker, internationale Acts oder Literaten anlocken und erfreut sich auch beim Publikum treuer Beliebtheit. Die Veranstaltungen beginnen stets um 20.15 Uhr direkt nach der Tagesschau, die zum Einstieg in den Abend auf einem Fernseher läuft. Und so geht es unermüdlich seit nunmehr 20 Jahren.


BI Pro Bürgerpark
Julia Sellmann / Diogennes Verlag