Neuland Kammermusikfest Darmstadt

Aufbruch in neue Klangwelten

Darmstadt blickt im kommenden April erneut auf einen besonderen Höhepunkt im Kulturkalender: Das Neuland – Kammermusikfest Darmstadt hat sich dieses Jahr zum Ziel gesetzt, unter dem Titel „Licht und Schatten“ die Grenzen des traditionellen Konzertbetriebs behutsam aufzubrechen. Anstatt auf Distanz und Ehrfurcht setzt die Programmgestaltung auf die unmittelbare Begegnung zwischen Bühne und Auditorium und schafft so eine Atmosphäre, in der Kammermusik als lebendige Gegenwartskunst erfahrbar wird.

Die Orangerie als Zentrum des Geschehens

Den festlichen Rahmen für das Festivalgeschehen bilden in diesem Jahr die vier Hauptkonzerte in der Darmstädter Orangerie. Die barocke Kulisse dient als Resonanzraum für Programme, die den Bogen vom Lied bis hin zum komplexen Ensembleklang spannen. Für die künstlerische Substanz bürgen international renommierte Namen: Kit Armstrong, Alexi Kenney, Suyoen Kim und das Sitkovetsky Trio ebenso wie Ole Heiland, Yeree Suh und Simon Höfele prägen das Bild der Neuland-Familie.

Zwischen Tradition und Experiment

Über die klassische Spielstätte hinaus erkundet das Festival neue Wege der musikalischen Begegnung. Im Hessischen Landesmuseum Darmstadt verschmelzen Musik, Architektur und Geschichte bei einem Wandelkonzert zu einer Gesamterfahrung, bei der sich das Publikum frei durch einen Teil der Sammlungen bewegen kann.

Einen bewussten Kontrast zur repräsentativen Orangerie bilden die Late Night-Konzerte in der Bessunger Kirche und der Stadtkirche. Diese späten  Termine fungieren als kammermusikalische Werkstätten: In intimer, fast privater Atmosphäre wird Raum für Improvisation und klangliche Experimente geschaffen, die den Festivaltag in einer entspannten Lounge-Stimmung ausklingen lassen. Neuland unterstreicht damit seinen Anspruch, Kammermusik nicht nur als Museumsstück, sondern als offene, suchende Kunstform zu präsentieren.

Konzertübersicht

Mi. 22.4.26 | 19 Uhr | Opening Concert: Enlightenment | Orangerie
Mi. 22.4.26 | 22 Uhr | Lounge | Bessunger Kirche
Do. 23.4.26 | 19 Uhr | En Suite | Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Do. 23.4.26 | 22 Uhr | Transfigured | Stadtkirche
Fr. 24.4.26 | 20 Uhr | Lachrimae | Orangerie
Sa. 25.4.26 | 15.30 Uhr | Gruselige Bilder einer Ausstellung | Kinderkonzert (5 bis 10 Jahre) | Orangerie
Sa. 25.4.26 | 20 Uhr | At High Noon | Orangerie
So. 26.4.26 | 18 Uhr | Final Concert: Light | Orangerie

22.4 bis 26.4.26 | acht Konzerte | verschiedene Spielstätten | Darmstadt | Tickets ab 10 Euro | Festivalpass 160 Euro | neuland-darmstadt.de | www.ztix.de

22.4.26 | Opening Concert: Enlightenment

Das Eröffnungskonzert „Enlightenment“ stellt die Musik ganz in den Geist der Aufklärung – jener Epoche, die das Denken und Hören grundlegend veränderte. Das Programm führt von klassischer Eleganz über die Entdeckung des Individuums bis zum revolutionären Aufbruch.

Den Beginn macht das Klavierquartett Es-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart – eines der ersten Werke seiner Gattung. Hier begegnen sich die Instrumente auf Augenhöhe: kein dominierendes Klavier, sondern ein lebendiger Dialog. Klarheit, Balance und gemeinsames Musizieren werden zum klingenden Ideal der Aufklärung. Mit „Der Hirt auf dem Felsen“ von Franz Schubert rückt das persönliche Empfinden ins Zentrum. Natur wird zum Spiegel der Seele, die Musik zum Ausdruck von Einsamkeit und Hoffnung. Die individuelle Stimme, die die Aufklärung freisetzte, gewinnt hier poetische Intensität. In die Gegenwart führt „Revêtements“ von Kit Armstrong. Als Komponist und Interpret reflektiert er die Tradition und legt im Klaviertrio neue klangliche Schichten frei – präzise, neugierig und geistig wach. Den Höhepunkt bildet Ludwig van Beethovens „Eroica“ in der selten gespielten Kammerfassung von Ferdinand Ries. Das einst revolutionäre Orchesterwerk erscheint hier im transparenten Gewand des Klavierquartetts mit Kontrabass. So tritt Beethovens kühne Architektur klar hervor – als unmittelbares, packendes Erlebnis.

Dieses Konzert zeigt: Der Geist der Aufklärung lebt in der Musik – kraftvoll, inspirierend und hochaktuell.

Künstler des Kammerkonzertes

Alexi Kenney Violine | Suyoen Kim Violine | Tomoko Akasaka Viola | Liisa Randalu Viola | Isang Enders Violoncello | Kristina Winiarski Violoncello | Will Duerden Kontrabass | Julian Bliss Klarinette | Kit Armstrong Klavier | Qian Wu Klavier | Yeree Suh Sopran

Mi. 22.4.26 | 19 Uhr | Einlass 18.30 Uhr | Orangerie | Bessunger Straße 44 | Darmstadt | Tickets ab 25 Euro | neuland-darmstadt.de

22.4.26 | Lounge

Die „Lounge“ des Neuland-Festivals bildet den kontrastreichen Ausklang des Eröffnungsabends: Nach der strukturellen Klarheit Beethovens, widmet sich die Late Night der unmittelbaren Spontanität: Das freie, intuitive Musizieren steht im Vordergrund.

Was passiert, wenn Tuba, Orgel und Klarinette in ein Zwiegespräch treten? In diesen Improvisationen zeigt sich die höchste Form der musikalischen Freiheit. Mittendrin agiert Composer-in-residence Kit Armstrong, der hier als impulsiver Organist und Improvisator zu erleben ist. Umrahmt wird dieses freie Spiel von solistischen Fixpunkten: Luciano Berios „Sequenza“, die der Komponist selbst als Annäherung an den Jazz verstand, und einer Uraufführung von Tõnu Kõrvits für Bratsche solo.

Mit dem britischen Bassisten Will Duerden und Liisa Randalu (1. Bratschistin des hr-Sinfonieorchesters) kehren zwei Musiker zu NEULAND zurück, die bereits im Vorjahr mit ihrer Begeisterung für das Neue überzeugten.

In dieser späten Stunde verschwimmen die Grenzen zwischen fixierter Partitur und dem Augenblick – eine Einladung, sich auf einen Abend mit ganz sicher ungehörter Musik einzulassen.

Künstler der Late Night

Liisa Randalu Viola | Will Duerden Kontrabass | Julian Bliss Klarinette | Ole Heiland Tuba | Kit Armstrong Klavier

Mi. 22.4.26 | 22 Uhr | Einlass 21.30 Uhr | Bessunger Kirche | Am Kapellberg 1 | Darmstadt | Tickets 20 Euro | neuland-darmstadt.de

23.4.26 | En Suite

Die Besucher erwartet ein außergewöhnliches Konzerterlebnis: Neuland bespielt erstmals das Hessisches Landesmuseum Darmstadt mit einem Wandelkonzert, das Musik und Ausstellungsräume verbindet. Statt still im Saal zu sitzen, bewegen sich die Zuhörer frei durch das Museum und gestalten ihren eigenen Konzertabend.

Auftakt ist eine Aufführung in der großen Eingangshalle. Dort eröffnet „X Suite“ von Paul Wiancko für Violine und Videoprojektion den Abend mit eindrucksvoller Klang- und Bildwirkung. Anschließend wählen Sie Ihren eigenen Weg durch die Säle. An mehreren Stationen begegnen Sie Musik aus verschiedenen Jahrhunderten – von John Dowland über ein Werk der hessischen Komponistin Johanna Senfter bis hin zu Olivier Messiaen und Luciano Berio. Jede Station tritt in einen spannenden Dialog mit Kunstwerken der jeweiligen Räume. Sie entscheiden, welche Stationen Sie besuchen – und stellen sich so Ihr persönliches Programm zusammen. Zum Abschluss versammeln sich alle Gäste erneut in der Halle. Dort entfaltet „Plainscapes“ von Pēteris Vasks seine ruhige, weite Klanglandschaft und lässt das Museum als gemeinsamen Resonanzraum erfahrbar werden.

Dieses Wandelkonzert verbindet Entdecken, Hören und Bewegen zu einem besonderen Ereignis – offen, lebendig und nur an diesem Abend so erlebbar.

Künstler des Wandelkonzertes

Alexi Kenney Violine | Suyoen Kim Violine | Alexander Sitkovetsky Violine | Isang Enders Violoncello | Julian Bliss Klarinette | Simon Höfele Trompete | Sean Shibe Laute & Gitarre | Yeree Suh Sopran | Vocalensemble Darmstadt Leitung Jorin Sandau

Do. 23.4.26 | 19 Uhr | Einlass 18.30 Uhr | Hessisches Landesmuseum Darmstadt | Friedensplatz 1 | Darmstadt | Tickets 30 Euro | neuland-darmstadt.de

23.4.26 | Transfigred

Im Anschluss an das Wandelkonzert laden wir ein in die Stadtkirche zu einer musikalischen Reise durch die Nacht. Eine Stunde der Einkehr und der hochemotionalen Kontraste. Der Bogen spannt sich von der barocken Klarheit Johann Sebastian Bachs bis hin zur berauschenden Spätromantik. Kit Armstrong ist dabei als Brückenbauer zwischen den Welten zu erleben: An der Orgel lässt er Werke von Bach und Reger im sakralen Raum wirken und präsentiert gemeinsam mit Julian Bliss seine eigenen „Vier Bagatellen über Stille Nacht“, die das bekannte Thema in eine fast unwirkliche Abstraktion überführen.

Doch die Nacht hat auch ihre Schattenseiten: In Sofia Gubaidulinas „Lamento“ begegnen wir der tiefsten Trauer. Die ungewöhnliche Kombination von Tuba und tiefem Klavier nutzt die dunkle Klangtönung der Instrumente, um einen Moment tiefer menschlicher Introspektion zu schaffen. Den glanzvollen Höhepunkt bildet schließlich eines der leidenschaftlichsten Werke der Kammermusik: Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“. Das Streichsextett entfaltet ein berauschendes Drama nach dem Gedicht von Richard Dehmel, das keine Handlung nacherzählt, sondern menschliche Gefühle in die Natur projiziert. Wenn das Werk in der berühmten Coda die Tragödie der Nacht in ein strahlendes Leuchten verwandelt, entlässt es das Publikum mit einem Gefühl von Transzendenz.

Künstler der Late Night

Alexi Kenney Violine | Alexander Sitkovetsky Violine | Tomoko Akasaka Viola | Liisa Randalu Viola | Isang Enders Violoncello | Kristina Winiarski Violoncello | Will Duerden Kontrabass | Julian Bliss Klarinette | Ole Heiland Tuba | Kit Armstrong Klavier | Qian Wu Klavier

Do. 23.4.26 | 22 Uhr | Einlass 21.30 Uhr | Stadtkirche | Kirchstraße 11 | Darmstadt | Tickets 20 Euro | neuland-darmstadt.de

24.4.26 | Lachrimae

Zum 400. Todesjahr von John Dowland, dem wohl bedeutendsten Lautenvirtuosen des elisabethanischen Zeitalters, widmet sich der erste Teil des Abends einer tiefgreifenden Hommage an seine Kunst. Ausgehend von seiner berührenden Komposition „Lachrimae“ entfaltet sich ein Netz aus Reflexionen britischer Komponisten, die auf Dowlands Erbe Bezug nehmen. Wir erleben, wie Benjamin Britten und Thomas Adès die melancholischen Themen Dowlands aufgreifen, sie zerlegen und in die Klangsprache der Moderne übersetzen.

Den Abschluss bildet Robert Schumanns Klavierquintett Es-Dur, das in einem geradezu schwärmerischen Schaffensrausch innerhalb von nur fünf Tagen entstand. Mit diesem Werk schuf Schumann den Prototyp einer neuen Gattung, der für alle nachfolgenden Komponisten zum Vorbild wurde. Das Klavierquintett entfaltet jene „Kraft und Frische“, die schon Clara Schumann bei der Entstehung so begeisterte. Es ist der strahlende Kontrapunkt zur Melancholie des Beginns – ein Werk, das die Tränen der „Lachrimae“ in pure, lebensbejahende Energie transformiert.

Künstler des Kammerkonzertes

Daniel Cohen Violine | Alexi Kenney Violine | Suyoen Kim Violine | Alexander Sitkovetsky Violine | Tomoko Akasaka Viola | Liisa Randalu Viola | Isang Enders Violoncello | Kristina Winiarski Violoncello | Julian Bliss Klarinette | Kit Armstrong Klavier | Qian Wu Klavier | Sean Shibe Laute & Gitarre | Yeree Suh Sopran

Fr. 24.4.26 | 20 Uhr | Einlass 19.30 Uhr | Orangerie | Bessunger Straße 44 | Darmstadt | Tickets ab 25 Euro | neuland-darmstadt.de

25.4.26 | Gruselige Bilder einer Ausstellung

Bilder angucken von Malern, die schon lange nicht mehr leben? Klingt im ersten Moment nach einem gähnend langweiligen Nachmittag. Doch Vorsicht: In der Orangerie wird aus dem Museumsbesuch plötzlich ein echter Survival-Trip für die Ohren!

Alles beginnt, als Lea und Finn unter einer Bank einen geheimnisvollen roten Knopf entdecken. Ein Klick – und die Welt steht kopf. Plötzlich werden die beiden mitten in die Gemälde hineingezogen. Hinter jedem Rahmen wartet ein neues Abenteuer: Mal ist es die unheimliche Hütte der Hexe Baba Jaga, mal ein gruseliger Gnom, der durch die Dunkelheit huscht. Werden sie den Weg zurück finden? Der bekannte TV-Moderator Malte Arkona nimmt euch an die Hand und führt euch durch dieses musikalische Labyrinth. Gemeinsam mit den Pianisten Juho Pohjonen und Qian Wu, die Mussorgskis berühmte „Bilder einer Ausstellung“ zu vier Händen am Klavier zum Leben erwecken, wird aus Musik ein echtes Live-Erlebnis.

Ein Nachmittag voller Gänsehaut, Witz und virtuoser Überraschungen für alle Abenteurer zwischen 5 und 10 Jahren (und ihre Eltern).

Künstler des Kinderkonzertes

Juho Pohjonen Klavier | Qian Wu Klavier | Malte Arkona Moderation

Sa. 25.4.26 | 15.30 Uhr | Einlass 15 Uhr | Orangerie | Bessunger Straße 44 | Darmstadt | Tickets ab 10 Euro | neuland-darmstadt.de

24.4.26 | At High Noon

!At High Noon“ ist ein Abend der klanglichen Extreme, der zeigt, wie sich Kammermusik durch die Einbindung seltener Instrumente und moderner Einflüsse ständig neu erfindet.

Der erste Teil spannt den Bogen von der Klassik zur Romantik. Im „Fandango-Quintett“ von Luigi Boccherini verschmilzt die Gitarre mit dem Streichquartett – und entfacht im Finale einen mitreißenden spanischen Tanz. Ausgewählte Lieder von Franz Schubert setzen dazu einen lyrischen Kontrapunkt: Nacht und Mond werden hier zu Klangbildern voller Innigkeit und romantischer Tiefe.

Nach der Pause öffnet sich der Horizont deutlich. Bohuslav Martinůs „La Revue de cuisine“ bringt mit Witz und Jazz-Anklängen das Paris der 1920er-Jahre auf die Bühne – eine spritzige Ballettsuite über zum Leben erwachende Küchenutensilien. Zwei zeitgenössische Positionen erweitern das Klangspektrum: Anna Thorvaldsdottir entfaltet in „Fields“ dichte, schwebende Klanglandschaften, während Libby Larsen in „At High Noon“ der Tuba – einem Instrument, das in der Kammermusik selten in Erscheinung tritt – eine überraschend erzählerische Rolle gibt. Zum Finale wächst die Besetzung nochmals: Hans Werner Henze verbindet in seinen „Neuen Volksliedern und Hirtengesängen“ Gesang mit Fagott, Gitarre und Streichtrio zu einer modernen Pastorale. Den energiegeladenen Schlusspunkt setzt Julia Wolfe mit „Reeling“ – wenn E-Gitarre, Schlagzeug und Tape auf Kammermusik treffen und einen kraftvollen, urbanen Sound entfesseln.

Ein Konzertabend voller Kontraste, ungewöhnlicher Klangfarben und stilistischer Vielfalt – lebendig, überraschend und mitreißend.

Künstler des Kammerkonzertes

Daniel Cohen Violine | Alexi Kenney Violine | Suyoen Kim Violine | Tomoko Akasaka Viola | Liisa Randalu Viola | Isang Enders Violoncello | Kristina Winiarski Violoncello | Will Duerden Kontrabass | Julian Bliss Klarinette | Hans-Jürgen Höfele Fagott | Simon Höfele Trompete | Ole Heiland Tuba | Juho Pohjonen Klavier | Qian Wu Klavier | Sean Shibe Laute & Gitarre | Frank Assmann Schlagzeug | Yeree Suh Sopran

Sa. 25.4.26 | 20 Uhr | Einlass 19.30 Uhr | Orangerie | Bessunger Straße 44 | Darmstadt | Tickets ab 25 Euro | neuland-darmstadt.de

26.4.26 | Final Concert: Light

Das Abschlusskonzert führt die zentralen Themen des Festivals – das Wechselspiel von „Licht und Schatten“ – zu einem atmosphärischen Finale zusammen. Die Werkauswahl reflektiert dabei sowohl die äußeren Lichtverhältnisse der Natur als auch die inneren Seelenlandschaften der Komponist*innen.

Das Konzert beginnt mit dem titelgebenden Klaviertrio „Light and Matter“ von Kaija Saariaho. Inspiriert durch den Blick aus ihrem Fenster auf den New Yorker Morningside Park, übersetzt Saariaho darin die sich wandelnden Lichtbrechungen und Farben in eine flirrende, energetische Musik. Ähnlich licht und heiter ist das Klarinettenquintett von Max Reger, der 1909 beim Kammermusikfest in Darmstadt mitwirkte. Es ist sein letztes vollendetes Werk und obwohl es an vielen Stellen an Mozart luftig-leichte Kammermusik erinnert, setzten sich nach Regers Tod Assoziationen an einen Herbstabend durch, „den die letzten Strahlen der sinkenden Sonne in ein leuchtendes Gold kleiden“.

Mit der „Plainte italienne“ aus Jean-Baptiste Lullys Ballett Psyché, einer eindringlichen und meisterhaften Imitation italienischer Klagegesänge des Barock, wird der Schattenraum der Trauer und der Nacht musikalisch durchschritten. Den glänzenden Festivalabschluss setzt Peter Tschaikowskis Streichsextett „Souvenir de Florence“, ein für seinen Urheber auffallend heiteren, lebensbejahenden Werk, geschrieben als Erinnerung an einen Erholungsurlaub in Florenz. Durch die Hinzunahme des Kontrabasses gewinnt das Sextett an orchestraler Fülle. Zwischen schwärmerischer Dramatik und volksliedhaften Klängen voller Wärme und Hoffnung endet NEULAND 2026 mit einem musikalischen Ausblick in das Licht.

Künstler des Kammerkonzrtes

Alexi Kenney Violine | Suyoen Kim Violine | Alexander Sitkovetsky Violine | Tomoko Akasaka Viola | Liisa Randalu Viola | Isang Enders Violoncello | Kristina Winiarski Violoncello | Will Duerden Kontrabass | Julian Bliss Klarinette | Qian Wu Klavier | Sean Shibe Laute & Gitarre | Yeree Suh Sopran

So. 26.4.26 | 18 Uhr | Einlass 17.30 Uhr | Orangerie | Bessunger Straße 44 | Darmstadt | Tickets ab 25 Euro | neuland-darmstadt.de