Dem Wald und der Natur eine Stimme geben
13. Internationaler Waldkunstpfad
Auf dem 13. Internationalen Waldkunstpfad erforscht der Waldkunstverein die Rechte des Waldes – 40 Künstler sorgen mit Installationen und Performances für frische Waldkunst am Böllenfalltor und in der Grube Messel.

Emanuella Camacci „Space Time Capsule“ (Foto: U. Ritschel)
Eingebettet in die vielfältigen regionalen Aktionen des Internationalen Designjahres WDC 2026 geht der 13. Internationale Waldkunstpfad am 22. August im Forst am Böllenfalltor an den Start. Bis zum 4. Oktober zeigen dort mehr als 40 Künstler aus 16 Ländern und vier Kontinenten ihre Werke zum aktuellen Jahresthema „Demokratischer Wald/Democratic Forest“, das auf dem WDC-Leitmotiv „Design for Democracy“ basiert.
Die Installationen und Performances, die auf dem mehr als zwei Kilometer langen Rundweg vom Waldparkplatz über den Goetheteich bis zur Ludwigshöhe zu sehen sind, hat der veranstaltende Verein für Internationale Waldkunst e. V. aus 50 Vorschlägen ausgewählt. Diese hatten Künstlerinnen und Künstler vergangenes Jahr im Hinblick auf die Biennale eingereicht, woraus ein gedruckter „Democratic Forest Reader“ entstand.
Neben dem Forst am Böllenfalltor werden zwei neue Kunstwerke in der Grube Messel gezeigt. Dritter Schauplatz der diesjährigen Biennale ist das Internationale Waldkunstzentrum IWZ in der Ludwigshöhstraße 137 – in der dortigen Galerie hat dieses Jahr der 3. Digitale Wald ab 20. August seinen Auftritt. Einen Tag später lädt am 21. August die 11. Internationale Waldkunstkonferenz von 12 bis 17 Uhr zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema in die Schader Stiftung ein.
„Unser Ziel ist es, dem Wald und der Natur eine Stimme zu geben“, nennt Kuratorin Ute Ritschel die Intention des diesjährigen Waldkunstpfades. Und erläutert: „Die Gestaltungsideen im Bereich sozialer, urbaner und kultureller Entwicklung loten die vielschichtigen Aspekte unserer Beziehungen zum Wald, zur Natur und Landschaft künstlerisch aus.“ Dabei gehe es auch um die Rechte, die dem Wald zustehen.
Der 13. Internationale Waldkunstpfad wird am 22. August um 15 Uhr am Infostand (Kreuzung hinter dem Waldparkplatz) eröffnet. In den sechs Wochen der Laufzeit haben Kulturfreunde und Waldspaziergänger die Möglichkeit, sich die neuen Kunstwerke kostenfrei anzuschauen. An den Wochenenden, Samstag und Sonntag, halten Vereinsmitglieder von 14 bis 17 Uhr am Infostand Informationen und Lagepläne mit Künstlerporträts bereit; dort kann man sich auch mit Kaffee und Kuchen stärken und mit dem Erwerb verschiedener Waldkunstartikel zur Finanzierung des Waldkunstpfades beitragen.
Wer die Kunstwerke und ihre Schöpfer näher kennenlernen möchte, lässt sich an beiden Tagen um 15 Uhr von Waldkunstexperten durch die Ausstellung führen (8 Euro). Ein weiteres Highlight im Wochenendprogramm sind die Workshops am Kinderbauwagen: Familien können dort unter Anleitung von erfahrenen Waldkunstpädagogen und Rangern des UNESCO Global Geoparks Bergstraße-Odenwald Waldkunst selbst anfertigen.
Das Angebot des diesjährigen Waldkunstpfades, zu dem auch Vorträge, Lesungen, Videos und Konzerte zählen, entsteht drei Wochen vor der Eröffnung ab 3. August der Biennale beim „Künstlersymposium“ direkt im Wald oder im IWZ. Spaziergänger sind eingeladen, den Künstlerinnen und Künstlern bei der Arbeit zuzusehen. Mehr über die Gestaltungsideen ist bei den Mittwochsforen am 5., 12. und 19. August jeweils um 20 Uhr im IWZ zu erfahren.
In den vergangenen Jahren zählte der Internationale Waldkunstpfad während der sechswöchigen Laufzeit rund 30.000 und im ganzen Jahr weit mehr als 130.000 Besucher.
22.8. bis 4.10.26 | Waldkunstpfad Darmstadt | iwz.waldkunst.com
Hintergrund
Der Internationale Waldkunstpfad wurde 2002 ins Leben gerufen und findet als Biennale alle zwei Jahre statt. Hauptort ist der Forst am Böllenfalltor, Eingang Klappacher Straße stadtauswärts nach dem Polizeipräsidium. In den letzten Jahren hat sich als zweiter Standort die Grube Messel herausgebildet. Weitere Standorte kommen wechselnd hinzu.
In der Vergangenheit schufen 221 Künstler aus 45 Ländern 374 Waldkunstwerke, von denen etwa vierzig Objekte noch im Wald zu sehen sind.
Dankbar ist der Verein für Internationale Waldkunst der Vielzahl an Kooperationspartnern, darunter Hessen Forst Darmstadt, der UNESCO Global Geopark Bergstraße-Odenwald, das UNESCO Welterbe Grube Messel und die Schader Stiftung.
Finanziell unterstützt und gefördert wird die Biennale unter anderem von folgenden Organisationen: Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Wissenschaftsstadt Darmstadt, World Design Capital 2026, Entega Stiftung, Jubiläumsstiftung der Sparkasse Darmstadt, HEAG Kulturfreunde, Soroptimist Club Darmstadt und Inner Wheel Darmstadt, Kultursommer Südhessen, Hele Avus Stiftung.
Der Internationale Waldkunstpfad verfügt über kein festes Budget. Der Verein ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen. In diesem Jahr gab es erstmals ein Crowd-Funding mit der Volksbank Darmstadt Mainz, das am 20. Juli endet.

Weltladen Darmstadt