Interrupted Journey

21. Wochen des polnischen Films in Darmstadt | Deutsche Polen-Institut und United in Jazz e.V.

Das Deutsche Polen-Institut und United in Jazz e.V. laden herzlich ein zur Filmpremiere von An Interrupted Journey (Zbigniew Seifert – przerwana podróż). Einem Dokumentarfilm von Robert Kaczmarek, Polen 2022, 80 Minuten, OmeU. Einführung und Moderation: Dr. Andrzej Kaluza (Deutsches Polen-Institut). Im Anschluss Gespräch mit Aneta Norek-Skrycka und Christa Gruhler-Steier.

Die Vorführung des Dokumentarfilms „Zbigniew Seifert – przerwana podróż“ (Regie: Robert Kaczmarek) eröffnet die Reihe „Jazz First – Tribute to Zbigniew Seifert“. Sie bietet die Gelegenheit, die faszinierende und zugleich dramatisch kurze Geschichte eines der bedeutendsten polnischen Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts kennenzulernen.

Zbigniew Seifert war Geiger, Saxophonist und Komponist, der eine vollkommen eigenständige musikalische Sprache entwickelte. Mit außergewöhnlicher Leichtigkeit verband er jazzige Improvisation, die von John Coltrane inspirierte Energie und eine klassische Violine-Ausbildung. Durch seine Virtuosität, emotionale Intensität und kompromisslose Haltung zur Kunst eröffnete er der Violine neue Möglichkeiten im modernen Jazz. Sein früher Tod im Jahr 1979 beendete eine Karriere, die bereits internationale Anerkennung gefunden hatte.

Der Film von Robert Kaczmarek zeichnet Leben, Werk und künstlerischen Weg Seiferts nach und zeigt ihn nicht nur als herausragenden Instrumentalisten, sondern auch als einen Menschen, der beständig Grenzen überschritt – musikalische, kulturelle und geografische. Von besonderer Bedeutung für das Publikum in Darmstadt sind jene Passagen, die den Verbindungen des Künstlers zu dieser Stadt und zur Region Südhessen gewidmet sind.

Zu Gast bei der Vorführung ist Aneta Norek-Skrycka, Vorsitzende der Zbigniew-Seifert-Stiftung in Krakau und Mitautorin eines Teils der im Film verwendeten Materialien und Interviews. Ihre Anwesenheit ermöglicht es, die filmische Erzählung zu vertiefen und die Figur Seiferts aus der Perspektive seiner Zeitgenossen zu betrachten. Im Film kommt unter anderem Christa Gruhler-Steier zu Wort, die jenes Darmstädter Umfeld repräsentiert, das über viele Jahre die Begegnungen polnischer und deutscher Jazzmusiker unterstützt hat. Christa Gruhler-Steier ist Ehrengast des Abends und nimmt an der Diskussion im Anschluss an die Filmvorführung teil.

Do. 22.10.26 | 20 Uhr | Programmkino Rex |  Darmstadt | www.deutsches-polen-institut.de

30.10.26 | Tribute to Zbigniew Seifert

Konzert des Jazz First Ensemble

Das zweite Ereignis der Reihe „Jazz First – Tribute to Zbigniew Seifert“ überlässt die Bühne der jungen Generation polnischer und deutscher Jazzmusiker. Im Schlosskeller Darmstadt spielt das Jazz First Ensemble das Programm „Zbigniew Seifert – Inspirationen“.

Die Band entstand während des polnischen Teils des Projekts „Jazz First“, der Ende Juni 2026 in Opole realisiert wurde. Fünf junge Künstlerinnen und Künstler – drei aus Deutschland und zwei aus Polen – trafen sich bei gemeinsamen Workshops und einem Konzert. Die Arbeit am Repertoire, der Austausch musikalischer Erfahrungen und die gemeinsame Improvisation führten zur Gründung einer neuen, internationalen Formation. Beim Auftritt in Darmstadt wird das Quintett zusätzlich um einen Saxophonisten erweitert.

Zum Ensemble gehören Hannes Klemme, Mina Lichtenberg, Jonas Drobczynski, Wojtek Barteczek, Natalia Szpiec und Martin Köhrer. Jede und jeder von ihnen bringt eigene Sensibilität, Erfahrung und musikalisches Temperament in das Projekt ein. Verbunden sind sie durch die Offenheit für den Dialog, die Suche nach neuen Ausdrucksmitteln und die Überzeugung, dass sich Jazz vor allem durch Begegnung und aufmerksames Zuhören entwickelt.

Fr.  30.10.26 | 20 Uhr | Einlass 19.30 Uhr | Schlosskeller im Residenzschloss | Marktplatz 15 | Darmstadt | Eintritt auf Spendenbasis | united-in-jazz.com

31.10.26 | Tribute to Zbigniew Seifert

Konzert des Mateusz Smoczyński Quartetts

Der Höhepunkt der Reihe „Jazz First – Tribute to Zbigniew Seifert“ ist das Konzert des Mateusz Smoczyński Quartetts mit einem besonderen Gast: dem herausragenden Saxophonisten Leszek Żądło. Der Abend in der Darmstädter Orangerie verbindet höchstes künstlerisches Niveau mit einer persönlichen und historischen Erzählung über einen der wichtigsten europäischen Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts.

Mateusz Smoczyński gehört zu den angesehensten zeitgenössischen Jazzgeigern. Sein Spiel zeichnet sich durch Virtuosität, stilistische Offenheit, außergewöhnliche improvisatorische Fantasie und die Fähigkeit aus, unterschiedliche musikalische Traditionen zu verbinden. Als Künstler, der die Möglichkeiten der Violine im zeitgenössischen Jazz erweitert, ist er in besonderer Weise dazu berufen, in den Dialog mit dem Werk von Zbigniew Seifert zu treten.

Smoczyński betrachtet die Musik seines großen Vorgängers jedoch nicht als abgeschlossenes Kapitel der Geschichte. Seiferts Werk wird für ihn zu einer lebendigen Inspirationsquelle – zum Ausgangspunkt für eine eigene Aussage, für neue Interpretationen und intensive kollektive Improvisation. Das Konzert ist damit nicht nur eine Hommage an einen außergewöhnlichen Künstler, sondern auch eine schöpferische Begegnung zweier musikalischer Persönlichkeiten aus verschiedenen Generationen.

Mateusz Smoczyński wird von hervorragenden Musikern begleitet: dem Pianisten Dominik Wania, dem Kontrabassisten Sławomir Kurkiewicz und dem Schlagzeuger Michał Miśkiewicz. Jeder von ihnen verfügt über eine unverwechselbare Handschrift und reiche Erfahrung von den wichtigsten Jazzbühnen. Gemeinsam bilden sie ein Quartett, in dessen Musik Präzision und kompositorische Disziplin auf Freiheit, Spontaneität und die emotionale Kraft der Improvisation treffen.

Besonderer Gast des Konzerts ist der in München lebende Leszek Żądło – ein herausragender Saxophonist, der Zbigniew Seifert persönlich kannte und mit ihm auf der Bühne stand. Seine Anwesenheit verleiht dem Abend eine besondere Dimension. Żądło ist nicht nur Zeitzeuge eines wichtigen Kapitels der europäischen Jazzgeschichte, sondern vor allem ein aktiver Künstler, der seine eigene musikalische Sprache weiterentwickelt. Auf der Bühne wird er zum unmittelbaren Bindeglied zwischen Seiferts Welt und der Gegenwart.

„Tribute to Zbigniew Seifert“ wird ein musikalischer Dialog über Zeit und Generationen hinweg. Kompositionen und Ideen Seiferts, die schöpferische Energie heutiger Künstler und die Reaktionen eines Publikums, das diese Geschichte neu entdeckt, treffen aufeinander. Statt einer denkmalhaften Rekonstruktion erklingt lebendige, offene Musik, die sich in Echtzeit entfaltet.

Das Konzert in der Orangerie krönt eine dreiteilige Erzählung, die mit einem dokumentarischen Blick auf Seiferts Leben begann und anschließend vom Auftritt junger Musikerinnen und Musiker aus Polen und Deutschland weitergeführt wurde. Das Finale zeigt, dass das Erbe eines Künstlers zugleich der Geschichte angehören und Teil der gegenwärtigen Kultur bleiben kann.

Es wird ein Abend für Liebhaber des Jazz, der Violine, der Improvisation und einer Musik, die Grenzen von Ländern, Stilen und Generationen überschreitet. Vor allem aber wird es eine Begegnung mit Freiheit, Mut und emotionaler Intensität – Werten, die die Kunst von Zbigniew Seifert prägten und bis heute die bedeutendsten zeitgenössischen Künstler inspirieren.

Sa. 31.10.26 | 19 Uhr | Orangerie |  Bessunger Straße 44 | Darmstadt | Eintritt 32 Euro | united-in-jazz.com