21. Wochen des polnischen Films in Darmstadt

Das Deutsche Polen-Institut und das Programmkino Rex laden ein und zeigen im Oktober und November vier polnische Produktionen.

Das Ende der Romantik: Bei den 21. Darmstädter Wochen des polnischen Films stehen in diesem Jahr Geschichten über Liebe, Beziehungen, Identität, Kunst und gesellschaftlichen Wandel im Mittelpunkt.

Gemeinsam mit dem Deutschen Polen-Institut und weiteren Partnern werden vier Filme präsentiert, die unterschiedliche Facetten des polnischen Lebens und der polnischen Gesellschaft beleuchten. Auf dem Programm stehen ZBIGNIEW SEIFERT – AN INTERRUPTED JOURNEY am 22.10., CHOPIN – EINE SONATE IN PARIS am 24.10., LOVE TASTING am 19.11. und UNITED STATES OF LOVE am 26.11.26. Filmbeginn ist jeweils um 20 Uhr.

Den Auftakt macht ZBIGNIEW SEIFERT – AN INTERRUPTED JOURNEY in Kooperation mit United in Jazz e.V.. Im Anschluss an die Vorstellung erwartet Dich ein Filmgespräch mit Aneta Norek.

Auch die weiteren Vorstellungen bieten besondere Einblicke in polnische Film- und Gesellschaftsgeschichten – von Chopins Leben und seiner Beziehung zu George Sand über die erste Liebe und das Erwachsenwerden bis hin zu vier Frauen auf der Suche nach Nähe und persönlicher Freiheit im Polen der 1990er-Jahre.

Ab 22.10.26 | Programmkino Rex | Wilhelminenstraße 9 | Darmstadt | www.kinopolis.de

22.10.26 | Interrupted Journey

Das Deutsche Polen-Institut und United in Jazz e.V. laden herzlich ein zur Filmpremiere von An Interrupted Journey (Zbigniew Seifert – przerwana podróż) – einem Dokumentarfilm von Robert Kaczmarek. Einführung und Moderation: Dr. Andrzej Kaluza (Deutsches Polen-Institut). Im Anschluss Gespräch mit Aneta Norek-Skrycka und Christa Gruhler-Steier.

Zbigniew Seifert war Geiger, Saxophonist und Komponist, der eine vollkommen eigenständige musikalische Sprache entwickelte. Mit außergewöhnlicher Leichtigkeit verband er jazzige Improvisation, die von John Coltrane inspirierte Energie und eine klassische Violine-Ausbildung. Durch seine Virtuosität, emotionale Intensität und kompromisslose Haltung zur Kunst eröffnete er der Violine neue Möglichkeiten im modernen Jazz. Sein früher Tod im Jahr 1979 beendete eine Karriere, die bereits internationale Anerkennung gefunden hatte.

Der Film von Robert Kaczmarek zeichnet Leben, Werk und künstlerischen Weg Seiferts nach und zeigt ihn nicht nur als herausragenden Instrumentalisten, sondern auch als einen Menschen, der beständig Grenzen überschritt – musikalische, kulturelle und geografische. Von besonderer Bedeutung für das Publikum in Darmstadt sind jene Passagen, die den Verbindungen des Künstlers zu dieser Stadt und zur Region Südhessen gewidmet sind.

Zu Gast bei der Vorführung ist Aneta Norek-Skrycka, Vorsitzende der Zbigniew-Seifert-Stiftung in Krakau und Mitautorin eines Teils der im Film verwendeten Materialien und Interviews. Ihre Anwesenheit ermöglicht es, die filmische Erzählung zu vertiefen und die Figur Seiferts aus der Perspektive seiner Zeitgenossen zu betrachten. Im Film kommt unter anderem Christa Gruhler-Steier zu Wort, die jenes Darmstädter Umfeld repräsentiert, das über viele Jahre die Begegnungen polnischer und deutscher Jazzmusiker unterstützt hat. Christa Gruhler-Steier ist Ehrengast des Abends und nimmt an der Diskussion im Anschluss an die Filmvorführung teil.

Do. 22.10.26 | 20 Uhr | Programmkino Rex | Darmstadt | Tickets ab 8,99 Euro | www.kinopolis.de

24.10.26 | Chopin – Eine Sonate in Paris

Paris, 1835. Aufruhr herrscht in Europa. Frédéric Chopin ist 25 und der Star der Stadt. In Salons und bei Soireen wird er gefeiert und vom König verehrt. Er gilt als musikalisches Genie, das mit sensibler Virtuosität mehr bewegt als andere mit donnerndem Pathos. Doch hinter dem strahlenden Glanz verbergen sich Schatten: Chopins Gesundheit ist fragil und seine Musik – kühn, raffiniert, poetisch – zeigt eine Seele, die schwermütiger ist, als er offenbart, inspiriert von der Sehnsucht nach seiner polnischen Heimat. Chopin verliebt sich in die Schriftstellerin George Sand, eine unkonventionelle, scharfzüngige und furchtlose Stimme ihrer Zeit. Mit ihr erlebt er kreative Höhenflüge und schmerzhafte Krisen. Doch seine Gesundheit schwindet und die resultierende Abgeschiedenheit schlägt dem Melancholiker aufs Gemüt. Je schwächer sein Körper wird, desto entschlossener wird sein musikalischer Wille. In den späten Nocturnes und Klaviersonaten bündelt Chopin alles, was ihn ausmacht – Sehnsucht, Stolz, Verletzlichkeit und eine künstlerische Freiheit, die ihrer Zeit weit voraus ist. Mit dem aufwändig ausgestatteten Spielfilm CHOPIN – EINE SONATE IN PARIS gelingt die beeindruckende Biografie eines der größten musikalischen Genies aller Zeiten. Der Film bringt uns eine der berühmtesten und dennoch rätselhaftesten Persönlichkeiten näher, die die Geschichte der Musik für immer veränderten. Erik Kulm in der Titelrolle balanciert virtuos zwischen den zahlreichen seelischen Facetten dieser Ikone und bringt uns eine Zeit näher, in der Musik, Liebe und Rebellion Hand in Hand gingen. Es bleibt ein Klang, dessen Zartheit kaum zu überhören ist und der ein kulturelles Erdbeben auslöste, das die Welt erhellte.

Sa. 24.10.26 | 20 Uhr | Programmkino Rex |  Darmstadt | Tickets ab 8,99 Euro | www.kinopolis.de