Tatort – Schmerz
So. 22.2.26 | 20.15 Uhr | Das Erste/WDR | Tatort Team Dortmund
Dass sich der kantige, verletzliche Ermittler Peter Faber nach dem dramatischen Tod seiner Kollegin Martina Bönisch (Anna Schudt) keine vier Jahre später auch von Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger) verabschieden muss, ist der dritte Abschied im Februar – ein leiser, aber eindringlicher Abschied.
Jörg Hartmann führt seinen Peter Faber einmal mehr an alle Grenzen. Doch im Zentrum steht diesmal Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger), Ausnahmeschauspielerin aus Wien und einst in Salzburg als Buhlschaft im Jedermann auf der Festspielbühne, gibt ihren Abschied, der geprägt ist von einer inneren Spannung, die sie vollends überzeugend verkörpert: Unbequem, direkt und glaubwürdig bis zu ihrer letzten Szene.

Morde im Dortmunder Rotlichtmilieu deuten zunächst auf einen Streit in der Unterwelt hin, eine junge Bosnierin wird verstört in einem Bordell aufgegriffen und als wichtige Zeugin befragt. Einer der Toten lebte unter falschem Namen – er war untergetaucht, weil er wegen grausamer Verbrechen während der Jugoslawienkriege verurteilt wurde. Als sich die Identität des Opfers klärt, nehmen die Ermittlungen eine politische Wendung. Für die Leiterin der Dortmunder Mordkommission, Ira Klasnić (Alessija Lause), wird der Fall zur persönlichen Belastungsprobe. Ihre eigenen Wurzeln, verdrängte Kriegserinnerungen und die erneute Begegnung mit Clan-Mitglied Lorik Duka (Kasem Hoxha) konfrontieren sie mit einer Vergangenheit, von der sie glaubte, sie längst hinter sich gelassen zu haben. Ein Tatort, der zeigt, dass Krimi auch dann stark ist, wenn er leise wird. Es ist der Beste im Februar.





































krissikunterbunt/Adobe stock; Björn Friedrich
krissikunterbunt/Adobe Stock; Augusto Brazio