„Worauf hoffen?“ – Eröffnung der neuen Spielzeit 2024/2025
mit Open-Air-Konzert und „Macbeth“
Das Staatsorchester Darmstadt und Mitglieder des Opernensembles eröffnen am 31. August unter der Leitung von Kapellmeister Johannes Zahn die neue Spielzeit 2024/2025. Daher lädt das Staatstheater herzlich ein zum traditionellen Open-Air-Konzert auf dem Georg-Büchner-Platz. Auf dem Programm stehen unterhaltende Stücke und eine kleine Auswahl aus Musik der neuen Saison von Rossini, Gluck, Auber, Dvorak, Verdi, Charles Chaplin, Dmitri Kabalewski, Edward White, Henry Wood und Thomas Arne. Orchesterdirektor Gernot Wojnarowicz führt durch den Abend.
Open-Air-Konzert auf dem Georg-Büchner-Platz bei freiem Eintritt
mit Staatsorchester Darmstadt, Megan Marie Hart, Solgerd Islav, Lena Sutor-Wernich, Jana Baumeister
Musikalische Leitung: Johannes Zahn | Moderation: Gernot Wojnarowicz
Sa. 31.8.24 | 18 Uhr | Georg-Büchner-Platz | Darmstadt | Eintritt frei
Kraftvoll, monströs und ganz schön finster – „Macbeth“
Macbeth | Tragödie von William Shakespeare | ab 14 Jahren
Zum Start der neuen Darmstädter Schauspieldirektion mit Shakespeares „Macbeth” tun sich auf der Bühne des Großen Hauses Abgründe auf. Premiere ist am 1. September. Wenn sich unmittelbar vor den Zuschauern metertiefe Schächte öffnen und die Sichtlinien über hundert Meter betragen, dann wird der Zivilisationsbruch unübersehbar, der im Zentrum von Regisseurin Mizgîn Bilmens Shakespeare-Adaption steht.
Das Publikum sitzt auf der Hinterbühne. Bühne und Zuschauersaal verschmelzen zu einer riesigen Seelenlandschaft (Bühne: Sabine Mäder), in der Shakespeares Figuren in einem erbarmungslosen Machtkampf aufeinandertreffen. Bis in die letzte Reihe des Rangs fliehen Macbeths Gegner. Im Zentrum des Raums geben gleichzeitig drei Hexen den Ton an, ohne selbst zu handeln.
„Macbeth“ ist Shakespeares düsterste Tragödie und erzählt von Machtgier, Verführbarkeit und dem Bruch mit der Zivilisation. Macbeth und seine Lady werden durch dunkle Prophezeiungen verführt und stürzen Schottland in ein Regime des Terrors. Das Chaos, das der Königsmörder auslöst, bereitet ihm statt Macht und Ruhm den eigenen Untergang.
Premiere am 1.9.24 | 19.30 Uhr | Großes Haus | Staatstheater Darmstadt
Weitere Vorstellungen am 22.9. sowie 5.10., 10.10. und 2410., 15.11., 14.12.24 und am 17.1.25. Tickets ab 11 Euro sind über den Vorverkauf des Staatstheaters Darmstadt erhältlich.
mit Niklas Herzberg, Irina Wrona, Nico Ehrenteit, Sebastian Schulze, Florian Donath, Marcus Hering, Sebastian Graf, Gabriele Drechsel, Wiebke Frost, Jörg Zirnstein, Statisterie des Staatstheaters Darmstadt
Regie: Mizgîn Bilmen | Bühne: Sabine Mäder | Kostüm: Martina Lebert | Musik: Nazanin Noori | Dramaturgie: Alexander Kohlmann
Start der neuen Schauspieldirektion
Der neue Darmstädter Schauspieldirektor Alexander Kohlmann und sein Team setzen auf große Stoffe und ungewöhnliche, kraftvolle Regie-Handschriften. Insgesamt dreimal spielt das Schauspiel in der kommenden Spielzeit im Großen Haus, ein Novum in der Geschichte des Staatstheaters Darmstadt. Neben „Macbeth” kommen Tolstois „Krieg und Frieden” in der Regie von Martin Laberenz und Tschechows „Kirschgarten” in einer Interpretation von Philipp Preuss zur Premiere. Dazu kommen zahlreiche Ur- und Erstaufführungen in den Kammerspielen.
Die neu nach Darmstadt gekommenen Künstler*innen eint der Glaube an die singuläre Wirkung von Theater. Bei „Macbeth“ ist nicht nur der Schweiß der Spieler*innen, die Shakespeares Text zum Leben erwecken, echt. Auch in der Musik setzt das Team auf die Wirkung des Realen. Nazanin Noori komponiert mit analogen Mitteln einen Soundtrack, dessen Donnern, Grummeln und Pfeifen den Eindruck des Unheimlichen auf der riesigen Bühne noch verstärkt und den Abend zu einem lustvollen Erlebnis macht.
Singuläre Wirkung von Theater
Dass nicht nur Shakespeares Publikum eine besondere Freude für Tragödien aufwies, zeigt nicht zuletzt der Erfolg von TV-Serien wie „House of Cards” und „The Wire”, die sich explizit auf Shakespeare berufen. Das Publikum liebt es offenbar schon immer, anderen beim Weg in den Abgrund zuzusehen und sich bei allem Mitgefühl klammheimlich zu freuen, dass es sie nicht selbst getroffen hat. Denn die Hexen, die in Mizgîn Bilmens Inszenierung wie drei harmlose Rentner aussehen, lauern nicht nur auf dem Weg von Shakespeares gefallenen Helden Macbeth, sie können jeden treffen, der sich für unfehlbar hält.
Vom 15. Juli bis zum 27. August ist das Staatstheater Darmstadt in den Spielzeitferien.