Der zerbrochene Krug
Wer glaubt wem? Wer trägt die Scham? Wer schützt wen? – „Der zerbrochene Krug“ neu am Staatstheater Darmstadt
Wenn am Staatstheater Darmstadt der Krug zu Bruch geht, dann splittert es gewaltig – und zwar nicht nur im Gerichtszimmer, sondern mitten hinein in die Gegenwart. Die Premiere von „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist gerät in der Inszenierung von Theresa Thomasberger zu einem ebenso pointierten wie bildstarken Abend von gut einer Stunde dreißig.
Allen voran: Florian Donath als Dorfrichter Adam. Mit schweißnasser Stirn, windigem Charme und sichtbar bröckelnder Fassade spielt er diesen Adam nicht als bloßen tölpelhaften Lüstling, sondern als zeitlosen Machtmenschen. Donath ist fast durchgehend auf der Bühne, windet sich, laviert, stürzt – ein Kraftakt, der dem Abend Wucht und Tempo verleiht.
Gabriele Drechsel gibt den Gerichtsrat Walter mit kühler Präzision, Alisa Kunina setzt als Schreiber Licht Akzente mit rollendem „R“.
Besonders eindrücklich: Laura Eichten als Marthe Rull. In Kostüm und Habitus erinnert sie frappierend an eine einstige deutsche Außenministerin, die inzwischen in New York arbeitet, dort auch mal nach einem Taxi winkt und das äußerst bemerkenswert auf Instagram festhält. Laura Eichtens Marthe ist eine Frau, die Haltung zeigt, auch wenn ihr nicht geglaubt wird. Ruprecht (Lanis Ammar) darf poltern und lieben, vor starken Bildern einer Inszenierung, die die Sprache Kleists zu einem konzentrierten und bemerkenswert aktuellen Diskurs über Macht, Schuld und Geschlecht macht.
Dass im Programmheft der Französin Gisèle Pelicot („Die Scham muss die Seite wechseln“) gedankt wird „und jeder einzelnen Person, die den Mut hatte, gegen geschlechtsspezifische Gewalt vor Gericht zu ziehen“, verleiht dem Lustspiel eine besondere Ernsthaftigkeit. Plötzlich kippt das Lachen, denn Kleists Stück erzählt – bei allem Witz – eine sexuelle Grenzüberschreitung, die juristisch vernebelt werden soll. Pelicots realer Fall macht klar, wie aktuell das Thema ist: Wer glaubt wem? Wer trägt die Scham? Wer schützt wen?
Das Premierenpublikum dankte den Akteuren mit langem Applaus. Diese Inszenierung ist eine zugängliche und gegenwärtige Theaterstunde. Zum Schluss mit starken Eve-Momenten in ihren Jugendzimmern (Fenja Lischka, Melissa Koch, Johanna Gütlich. Merle Deschamos) und doch ein wenig drüber, etwa mit dem genüsslichen Ausweiden des Richters – fast einer dieser Ekel-Prüfungen im Trash-TV-Dschungel gleich.
Und so bleibt am Ende das Gefühl: Zerbrochen ist hier weit mehr als nur ein Stück Ton. ho/sar
Termine im März:
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März 2026
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Schulvorstellung
Der zerbrochne Krug
Ein Lustspiel von Heinrich von Kleist / ab 14 Jahren
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Der zerbrochne Krug
Ein Lustspiel von Heinrich von Kleist / ab 14 Jahren12,00 € bis 59,00 €
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Der zerbrochne Krug
Ein Lustspiel von Heinrich von Kleist / ab 14 Jahren12,00 € bis 59,00 €
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Schulvorstellung
Der zerbrochne Krug
Ein Lustspiel von Heinrich von Kleist / ab 14 JahrenEntfällt
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April 2026
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Der zerbrochne Krug
Ein Lustspiel von Heinrich von Kleist / ab 14 Jahren11,00 € bis 53,00 €
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Osterferienprogramm
Der zerbrochne Krug
Ein Lustspiel von Heinrich von Kleist / ab 14 Jahren12,00 € bis 59,00 €
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Der zerbrochne Krug
Ein Lustspiel von Heinrich von Kleist / ab 14 Jahren12,00 € bis 59,00 €
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Der zerbrochne Krug
Ein Lustspiel von Heinrich von Kleist / ab 14 Jahren11,00 € bis 53,00 €
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Mai 2026
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Der zerbrochne Krug
Ein Lustspiel von Heinrich von Kleist / ab 14 Jahren12,00 € bis 59,00 €
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Der zerbrochne Krug
Ein Lustspiel von Heinrich von Kleist / ab 14 Jahren12,00 € bis 59,00 €
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Juni 2026
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Schulvorstellung
Der zerbrochne Krug
Ein Lustspiel von Heinrich von Kleist / ab 14 Jahren
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Alle Bilder: Copyright: Sinah Osner











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