Musikalische Märchen zu vier Händen

Kammermusik im Kreishaus: Ravel, Tschaikowsky, Chopin und Prokofiev

Mit den Pianisten Sabine Simon und Konstantin Zvyagin und dem Cellisten Romain Garioud gestalten drei international erfahrene Musikerpersönlichkeiten das Kammerkonzert am Sonntag, 1. November, um 17 Uhr, zu dem die Chopin-Gesellschaft in den Großen Saal des Kreishauses einlädt. Auf dem abwechslungsreichen Programm stehen Werke vom Maurice Ravel (1875-1937), Peter Tschaikovsky (1840-1893), Fryderyk Chopin (1810-1849) und Sergei Prokofiev (1891-1953). Der Europäische Partnerschaftsverein unterstützt das Konzert.

Den ersten Teil des Abends widmen die Pianisten vierhändig der Märchensuite „Ma Mère l’Oye“ (Mutter Gans) von Ravel und Tschaikowskys „Nussknacker“-Suite op. 71a, einer Essenz des gleichnamigen Balletts. Während Ravel seine fünfteilige Serie rund um Dornröschen und den kleinen Däumling für die Kinder seiner Freunde schrieb, fühlte sich Tschaikowsky von E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Nussknacker und Mausekönig“ in der Bearbeitung von Alexandre Dumas inspiriert.

Im Ballett erhält die kleine Clara zu Weihnachten einen Nussknacker geschenkt, der nachts zum Leben erwacht und Spielzeugsoldaten in den Kampf gegen die Mäuse führt. Im Konzert erklingt die Ballettmusik in einer Bearbeitung für Klavier zu vier Händen. Sowohl Ravels „Mutter Gans“ als auch Tschaikowskys „Nussknacker“ werden für ihre anschauliche Vertonung der Märchenbilder geschätzt.

Auch Chopins „Grand Duo Concertant“ führt in eine fantastische Welt. Ausgehend von Giacomo Meyerbeers gruselig-romantischer Oper „Robert le diable“ (Robert der Teufel) entwickelte er gemeinsam mit seinem Freund, dem Cellisten Auguste Franchomme, das Duo, wobei Chopin den Klavierpart und Franchomme die Cellopassagen übernahm. Entstanden ist ein virtuoses Wechselspiel zwischen den beiden Instrumenten, das den Ruf eines brillanten Konzertstücks genießt.

„Ein wundersames Stück Musik“ nannte der Komponist Nikolai Mjaskowski Prokofievs Sonate für Cello und Klavier in C-Dur op. 119. Die 1949 entstandene Sonate wurde 1950 uraufgeführt. Heute zählt sie zu den bedeutenden Werken der Celloliteratur. Geschrieben hat Prokofiev die Sonate für den begnadeten Cellisten Mstislav Rostropovich, von dessen virtuosem Spiel er begeistert war.

Sabine Simon, Konstantyn Zvyagin und Romain Garioud wirken an diesem Konzertabend in unterschiedlichen kammermusikalischen Besetzungen zusammen: vor der Pause vierhändiges Piano, danach Klavier und Cello. Alle drei verfügen über eine beeindruckende künstlerische Vita und Erfolge in nationalen und internationalen Wettbewerben. Konzertengagements führten sie durch viele Länder Europas und auf andere Kontinente. Gemeinsam ist ihnen zudem eine Lehrtätigkeit an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt (AfT) in der Vergangenheit oder Gegenwart.

Sabine Simon debütierte bereits im Alter von 16 Jahren mit dem Berliner Sinfonieorchester. 2024 folgte sie einem Ruf als Professorin für Klavier und Klaviermethodik an die Universität der Künste (UDK) in Berlin. Romain Garioud zählt zu den renommierten Cellisten seiner Generation. Er spielt ein wertvolles Cello von Nicolai Gagliano aus dem Jahr 1760. Auch Konstantin Zvyagin, 1990 in Nowgorod geboren, verfügt bereits über beeindruckende Referenzen.

Freunde der Kammermusik dürfen sich auf einen abwechslungsreichen Abend mit erstklassigen Künstlern freuen.

Karten zum Preis von 20 Euro sind an der Abendkasse oder vorab per E-Mail an buero@chopin-gesellschaft.de erhältlich. Für Mitglieder und Studierende gelten ermäßigte Eintrittspreise.

So. 1.11.26 | 17 Uhr | Kreishaus | Jägertorstraße 207 | DA-Kranichstein | Eintritt 20 Euro | chopin-gesellschaft.de