Polizeiruf 110 – Der Wanderer zieht von dannen
So. 15.2.26 | 20.15 Uhr | Das Erste/MDR |
Und noch ein Abschied am Sonntagabend: Zwei Wochen nach Corinna Harfouch verabschiedet sich mit Peter Kurth ein weiterer Charakterkopf vom Mord zum Sonntag. Nur drei Folgen währte der Polizeiruf 110 mit Kurth als Kommissar Henry Koitzsch – was von Anfang an so angelegt war.
Den Auftakt bildete im Mai 2021 die Jubiläumsfolge „An der Saale hellem Strande“, die anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kult-Krimireihe ausgestrahlt wurde. Der zweite Fall „Der Dicke liebt“ lief im April 2024, jetzt, zum Finale „Der Wanderer zieht von dannen“.

Es ist ein stiller, nachdenklicher Abschied – und genau darin liegt die Stärke dieser Geschichte, die für die Ermittler Koitzsch und Michael Lehmann (Peter Schneider) mit einem mysteriösen Tod in der Badewanne beginnt. Schnell wird klar: Die alte Frau Krüger (Sybille Maria Dordel) ist keines natürlichen Todes gestorben – sie wurde ermordet.
Der übereifrige Hausmeister Trojanowitz (Henning Peker) gerät unter Verdacht, etwas mit der Tat zu tun zu haben. Spuren führen die beiden Ermittler zurück in die Vergangenheit zu weiteren ungeklärten Fällen. Ein Verdacht drängt sich auf: Haben sie es mit einem Serientäter zu tun?
Der Abschied der Polizeiruf-Ermittler aus Halle belohnt mit einer dichten, melancholischen Atmosphäre, mit einer Geschichte aus Schuld, Einsamkeit und des langsamen Verschwindens von Gewissheiten. Peter Kurth ist der müde, lebenserfahrene, kluge Beobachter mit besonderem Humor und voller Menschlichkeit. Bei Kurth sitzt jede Geste, jeder Blick und auch das Zusammenspiel mit Peter Schneider ist sehenswert. Und so ziehen Peter Kurth und Peter Schneider, die Spuren im sonntäglichen Krimi-Kult hinterlassen haben, davon. Schade!
















Claudius Schutte