Balladen ohne Worte
Zwei Konzertabende zeigen, wie Chopin aus einer literarischen Erzählform eine musikalische Gattung schuf
Über Jahrhunderte erzählten Balladen in Versen und Gesang von dramatischen, geheimnisvollen oder tragischen Geschehnissen. Fryderyk Chopin (1810–1849) übertrug dieses erzählerische Prinzip auf das Klavier: Seine vier Balladen kommen ohne Worte aus und lassen allein die Musik sprechen. Damit begründete der polnische Komponist eine neue instrumentale Gattung, die zahlreiche Nachfolger fand. Heute gehören auch Balladen von Liszt, Grieg, Brahms oder Debussy zum klassischen Konzertrepertoire.
Am 10. und 11. Oktober lädt die Chopin-Gesellschaft im Darmstädter Literaturhaus (Kasinostraße 3) zu einem „Balladen-Festival“ ein, das die Vielfalt dieser musikalischen Erzählform hörbar macht. Nach einer Einführung durch Thomas Nickelsen präsentieren professionelle Pianistinnen und Pianisten der Gesellschaft Werke von fast einem Dutzend Komponistinnen und Komponisten.
Mitunter geben Titel und Zusätze wie „Hommage an Chopin“, „Edward“ oder „El Amor y la Muerte“ eine gedankliche Richtung vor. Meist jedoch beschränken sich die Komponisten auf die Bezeichnung „Ballade“ – und überlassen es der Fantasie des Publikums, welche Geschichten die Musik erzählt.
Sa. 10.10. & So. 11.10.26 | jeweils 18 Uhr | Literaturhaus Darmstadt | Kasinostraße 3 | Eintritt pro Konzerttag 20 Euro, Mitglieder 15 Euro, Studenten 10 Euro | Konzert am 10.10.26 | Konzert am 10.10.26




