Reflexionen über Wasser und Licht
Kunstausstellung in der St. Ludwigskirche des Darmstädter Fotografen Klaus Philipp

Klaus Philipp zu seiner Fotografie-Serie:
Licht ist Thema der katholischen Gemeinden Darmstadts in diesem Jahr.
Licht ist ein allgegenwärtiges Phänomen und Thema der Fotografie, die ja wörtlich Licht-Zeichnung ist.
Das Licht ist Gegenstand der Reflexion von Menschen, seit alters belegt in Mythen und in Religionen.
Licht erlebe ich besonders intensiv in seinen fließend sich wandelnden Erscheinungen auf dem Wasser. Die Meeresküste übt eine Anziehung auf uns alle aus. Ob von der Kaimauer aus oder im Meerwasser stehend – das Spiel des Lichts auf den Wellen zieht den Blick magisch an.
Je nach Betrachtungswinkel ändern sich die Seheindrücke. Die bewegte Wasseroberfläche reflektiert Objekte, den Himmel, die Sonne, die Farben der gegenüberliegenden Landschaft. In der Durchsicht mischen sich die Farben des Meeresbodens und des Wassers. Ocker und Blau mischen sich dann zu Türkis. Durch die Wellenbewegung haben wir sich ständig verändernde Eindrücke.
Mit meinen Bildern fixiere ich das Fließende; es geht nicht um Gegenstände, sondern um flüchtige Erscheinungen. Diese übersetze ich ins Zweidimensionale. Das lässt den Betrachter eintauchen in das Spiel von Wasser, Licht und Farben. Die Bilder lösen Empfindungen und Erinnerungen aus und sind Anlass zu Reflexionen.
Im Meerwasser entstand unter Einwirkung des Sonnenlichts das Leben auf der Erde. Unsere frühesten Vorfahren waren Meeresbewohner. Zieht es uns auch deshalb zum Meer hin? Ohne Wasser und Licht gäbe es uns nicht. Das Meer, das Wasser spielt seit alten Zeiten in der Mythologie und in der Religion eine große Rolle. Heutige Wasser-Wahrnehmung ist bei uns Inländern Teil von Urlaubserlebnissen.
Bilder haben eine Eigengesetzlichkeit. Sie sind Anschauungsflächen und Projektionsflächen für innere Bilder. Sie halten einen Moment fest. Bei den ausgestellten Bildern war der Zufall, das Chaotische Mitspieler bei der Bildgebung. Teils bestimmen starkfarbige, verzerrt gespiegelte Objekte wie Boote oder Hausfassaden den Formbestand. Die Besonderheit der fotografischen Darstellung: Zeit und Bewegung können in einer Aufnahme fixiert werden. Die glitzernden Lichtpunkte, vielfache Reflexionen der Sonne auf den Wellen, werden bei längerer Belichtungszeit zu chaotischen und attraktiven Lichtspuren. Bei Abstraktion auf kontrastreiches Helldunkel zeigen einige Fotografien ganz konkret und ausschließlich: das Licht der Sonne, als wandernde Punkte in der Langzeitaufnahme zu Linien geworden, auf dunklem Hintergrund. Nichts als das Licht wird abgebildet.
Zur Eröffnung am Freitag, 29.5.26 um 18 Uhr wird Pfr. Dr. Waclawiak von der Liebfrauengemeinde einführende Worte sprechen, und der Organist Jorin Sandau wird auf der neu eingebauten Orgel spielen.


© BR/die film gmbh/Susanne Bernhard
Staatstheater Darmstadt