Tatort | Doppelfolge: Ein guter Tag / Schwarzer Schnee

So. 21.12.25 | 20.15 Uhr | Das Erste/NDR | Tatort-Team Hamburg

Ein neuer Partner an der Seite von Ermittler Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring): Denis Moschitto übernimmt die Rolle des introvertierten Cyber-Ermittlers Mario Schmitt.

© NDR/Georges Pauly

„Mario hat eine etwas lange Leitung, besonders wenn es um zwischenmenschliche Aspekte geht, und da ist er Falke gar nicht mal so unähnlich, nur halt eben mit verkehrten Vorzeichen. Mario ist sozial nicht besonders begabt und merkt es oft selbst gar nicht, wenn er in ein Fettnäpfchen tritt. Auch Falkes Sticheleien: Mario kann das nicht einsortieren. Er ist da sehr unschuldig, was ihn eben auch zu einer recht liebenswürdigen Figur macht“, beschreibt Denis Moschitto seine Rolle.

Ihr erster Fall ist dem Ersten gleich eine Doppelfolge wert, die es in sich hat: Die Premiere führt Falke und Schmitt ins deutsch-niederländische Grenzgebiet nahe dem niedersächsischen Emden. Ein Autohändler verschwindet spurlos – zurück bleiben Blutspuren, seine Papiere und viele Fragen. Die Ermittlungen bringen die Kommissare mit ihrer niederländischen Kollegin Lynn de Baer (Gaite Jansen) zusammen mit jugendlichen Auftragskillern, und thematisieren die Aktivitäten der von der niederländischen Presse als „Mocro-Mafia“ bezeichneten Drogenkartelle, die grenzüberschreitend mitten in Europa operieren.

Deren Hauptfigur ist der Verbrecher Karim Saidi, gespielt von Yasin El Harrouk, der auch auf der Theaterbühne überzeugt und mit einem Hauptschulabschluss und der „Begabtenprüfung für Nichtabiturienten“ an der Stuttgarter Hochschule für Musik und darstellende Kunst aufgenommen wurde und realisiert neben seinem TV-Engagement an der Baseler Volksbühne Projekte für Schüler mit Migrationshintergrund. „Karim Saidi zu spielen war für mich eine spannende Sache. Karim ist ein sehr intelligenter Junge, der das Privileg hat, in eine reiche Familie geboren zu sein – der Vater hat diesen Reichtum allerdings mit kriminellen Geschäften erworben.

Der Vater will, dass Karim ihm nützlich wird und hat ihn zum Studieren weggeschickt. Der Vater sitzt im Knast, will Karim aus seinen Machenschaften heraushalten, aber Karim spürt diesen Druck, sich beweisen zu müssen. Und so rebelliert er, drängt sich in die Führungsposition, kann damit aber nicht umgehen und verliert sich im Laufe des Films vollkommen“, beschreibt Yasin El Harrouk seine Rolle. „Die ‚Mocro-Mafia‘ steht exemplarisch für eine neue Generation von organisierten, internationalen Drogenbanden, die durch Dezentralität, extreme Gewaltbereitschaft und die gezielte Rekrutierung Jugendlicher geprägt ist“, erläutert Jan Reinecke vom Bund Deutscher Kriminalbeamter.

Diese Doppelfolge ist zweifellos der Höhepunkt im Krimi-Dezember am Sonntagabend.

Frank Horneff