Literaturhaus Darmstadt Frühjahrsprogramm 2026
Schwerpunkt auf Autorinnen der Gegenwart
Das Literaturhaus Darmstadt hat sein Programm für das Frühjahr 2026 veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen Lesungen zeitgenössischer Autorinnen, neue Formate zur Literaturvermittlung sowie Veranstaltungen zu literarischen Jubiläen. Inhaltlich bündelt das Haus einen Großteil des Programms unter dem thematischen Schwerpunkt „Bewegte Frauen“.
Den Auftakt der Lesungsreihe bildet Judith Hermann am 13. März 2026. Die Autorin, die zu den prägenden Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zählt, liest aus ihrem aktuellen Werk. Moderiert wird der Abend von Sandra Kegel, Feuilletonleiterin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Hermann wurde insbesondere mit ihren Erzählbänden bekannt und beschäftigt sich in ihren Texten häufig mit Fragen von Beziehung, Erinnerung und biografischen Umbrüchen.
Am 17. März 2026 folgt eine Lesung mit Daniela Dröscher, die ihren Roman Lügen über meine Mutter vorstellt. Dröscher, Trägerin des Anna-Seghers-Preises, verbindet in ihrem Werk autobiografische Elemente mit gesellschaftlicher Analyse und setzt sich mit Fragen sozialer Herkunft und weiblicher Selbstbestimmung auseinander.
Susanne Röckel ist am 24. März 2026 im Literaturhaus zu Gast. Ihr neuer Roman ist im Darmstadt des Jahres 1968 angesiedelt und verknüpft individuelle Lebensgeschichten mit historischen und politischen Umbrüchen. Röckel wurde unter anderem mit dem Friedrich-Hölderlin-Förderpreis ausgezeichnet.
Ein weiterer Programmschwerpunkt liegt auf literarischen Jubiläen. Am 31. März, 19 Uhr widmet sich eine Veranstaltung dem Werk von Kurt Drawert anlässlich seines 70. Geburtstags. Drawert gilt als wichtiger Vertreter der Gegenwartsliteratur, der Lyrik, Prosa und Essays gleichermaßen geprägt hat.
Immer einen Besuch wert sind auch die Abende der Textwerkstatt und unsere Veranstaltungen im Rahmen von Huch ein Buch, die Schulklassen eine unterhaltsame Stippvisite im Literaturhaus ermöglicht.

21.4.26 | Lesung mit Lena Gorelik
Alle meine Mütte
Eine feinfühlige Erkundung der prägendsten Beziehung unseres Lebens.
«Mütter prägen uns, auch wenn wir es nicht wollen», schreibt Lena Gorelik. Ihr neuer Roman Alle meine Mütter erzählt von dieser besonderen, oft lebenslang komplexen Beziehung und ihren Facetten, erzählt davon, welche Mütter wir selbst zu sein versuchen, wie wir scheitern, zweifeln, stolpern, welche Ängste uns begleiten, was uns bindet und prägt, aber auch, was uns abhält, was es heißt, ungewollt Mutter oder nicht Mutter zu sein, ein Kind anzunehmen, zu verlieren oder nicht loslassen zu können.
Lena Gorelik, 1981 in St. Petersburg geboren, kam 1992 mit ihren Eltern nach Deutschland. Ihr Roman «Hochzeit in Jerusalem» (2007) war für den Deutschen Buchpreis nominiert, der vielgelobte Roman «Mehr Schwarz als Lila» (2017) für den deutschen Jugendliteraturpreis.
Martin Maria Schwarz, Autor, Moderator und Literaturkritiker bei hr2-Kultur, wird den Abend moderieren.
Di. 21.4.26 | 19 Uhr | Literaturhaus Darmstadt | Vortragssaal | Kasinostraße 3 | Eintritt 11,50 Euro (VVK), ermäßigt 9,50 Euro | Restkarten an der Abendkasse 10 Euro, ermäßigt 8 Euro | www.literaturhaus-darmstadt.de

23.4.26 | Sand im patriarchalen Getriebe
Doris Hermanns | Zur Geschichte der Frauen-Buch-Bewegung
Passend zum diesjährigen Welttag des Buches stelllt die Autorin, Publizistin, Redakteurin und Übersetzerin Doris Hermanns (BücherFrau des Jahres 2021) die Geschichte der Frauen-Buch-Bewegung vor und zeigt, wie vielfältig und international diese von Anfang an war.
Sie porträtiert die drei ältesten und wichtigsten deutschen Frauenverlage, gibt aber auch einen Einblick in zahlreiche weitere Frauen- und Lesbenverlage über die deutschsprachigen Länder hinaus. Neben internationalen Feministischen Frauenbuchmessen, -buchvertrieben und Rezensionszeitschriften stellt sie einige Frauenliteraturpreise vor.
Eine Veranstaltung der Luise-Büchner-Bibliothek & Luise-Büchner-Gesellschaft e.V.
Do. 23.4.26 | Literaturhaus Darmstadt | Vortragssaal | Kasinostraße 3 | Eintritt 8 Euro | Mitglieder der Luise Büchner-Gesellschaft frei | www.literaturhaus-darmstadt.de
29.4.26 | Lesung mit Dorothee Elmiger
Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter Theatermacher, der sie für sein neuestes Vorhaben zu gewinnen versucht. Wenige Wochen später bricht sie auf, um sich der Theatergruppe auf ihrem Gang ins tiefe Innere des Urwalds anzuschließen. Dorothee Elmiger erzählt eine beunruhigende Geschichte von Menschen und Monstern, von Furcht und Gewalt, von der Verlorenheit im Universum und vom Versagen der Erzählungen.
Dorothee Elmiger, geboren 1985 in der Schweiz, lebt als freie Autorin und Übersetzerin in New York. Ihr Roman »Die Holländerinnen« erhielt 2025 den Deutschen Buchpreis, den Bayerischen Buchpreis und den Schweizer Buchpreis.
Mi. 29.4.26 | 19 Uhr | Literaturhaus Darmstadt | Vortragssaal | Kasinostraße 3 | Eintritt 11,50 Euro (VVK), ermäßigt 9,50 Euro | Restkarten an der Abendkasse 10 Euro, ermäßigt 8 Euro | www.literaturhaus-darmstadt.de




