Kommunalwahl Hessen 2026
Die Karten werden neu gemischt
Am 15. März geht es um das Stadtparlament, den Ortsbeirat für Wixhausen und den Ausländerbeirat – 578 Bewerber auf 15 Listen gibt es für die Darmstädter Stadtverordnetenversammlung.

Bild: freepik.com
71 Sitze sind zu vergeben: So viele Stadtverordnete bestimmen über die Geschicke der Stadt, wählen den Magistrat (die Stadtregierung) in dem der 2023 direkt gewählte Oberbürgermeister den Vorsitz führt. Das ist Hanno Benz von der SPD, der sich in der Stadtverordnetenversammlung einer Minderheitenkoalition aus Grünen, CDU und Volt gegenübersieht. Ziel der ihn tragenden SPD ist, den Oberbürgermeister mit einer Koalition zu stärken, an der die Sozialdemokraten beteiligt ist.
Fünfzehn Parteien und Wählergruppen werden sich auf dem umfangreichen Stimmzettel finden: 15 Listen mit insgesamt 578 Bewerbern. 115.118 Darmstädter sind (Stand 19. Januar 2026) wahlberechtigt.
Aktuell gehören dem Stadtparlament Grüne (20 Sitze), SPD (12), CDU (11), Volt (5), Uffbasse (5), Die Linke (5), FDP (4), AfD (3), Uwiga (3), Die Partei (2), WGD (1) und Freie Wähler (1) an. „Ein Stadtverordneter, der ursprünglich für die Wählergemeinschaft Darmstadt (WGD) angetreten ist, hat sich mit den Stadtverordneten der UWIGA zusammengetan. Sie bilden heute die Fraktion UWIGA/WGD. Ein weiterer Stadtverordneter, der ursprünglich für Die Partei angetreten ist, hat sich ebenfalls der Fraktion UWIGA/WGD angeschlossen. Inzwischen ist ein Stadtverordneter aus der Fraktion UWIGA/WGD ausgetreten. Somit sind derzeit drei fraktionslose Stadtverordnete in der Stadtverordnetenversammlung vertreten“, heißt es auf der Homepage der Wissenschaftsstadt.
Was treibt die Menschen in Darmstadt an, wofür stehen die Listen – und worüber wird in diesem Wahlkampf gesprochen?
Antreten werden am 15. März für das Darmstädter Stadtparlament die CDU, die AfD, die SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke, Volt, Uffbasse, die Wählergemeinschaft Darmstadt, die Freien Wähler, Tierschutzpartei, das BSW, Stimme für Darmstadt, Darmstadt gemeinsam und Die Partei. Die Reihenfolge ergibt sich nach dem Ergebnis der jüngsten Landtagswahl.
Für den Ortsbeirat im Stadtteil Wixhausen treten CDU und SPD an, sechs Bewerberlisten gibt es für die Wahl zum Ausländerbeirat.
Die Redaktion von VORHANG AUF hat als Reihenfolge der Parteien-Vorstellung das Wahlergebnis der letzten Kommunalwahl vom 14.3.2021 zu Grunde gelegt. Weitere Infos siehe hier.
Ergebnis der Kommunalwahl Hessen 2021 für Darmstadt
Grüne 27,4 | SPD 16,7 | CDU 15,6 | Die Linke 7,4 | Volt 6,9 | UFFBASSE 6,4 | FDP 5,6 | AfD 4,6 | UWIGA 3,1 | Die Partei 2,1 | WGD 2,0 | FREIE WÄHLER 1,9 | TEILHABE IN DARAMSTADT 0,3
Alle Angaben in Prozent. Die Redaktion hält sich vor politischen Parteien deren Wertevorstellung die Mitarbeiter von VORHANG AUF nicht unterstützen, keine politische Bühnen zu bieten. Zur Kommunalwahl 2026 sind in Darmstadt noch weitere Parteien zugelassen worden. Die Parteien UWIGA und TEILHABE IN DARMSTADT stehen 2026 nicht zur Wahl in Darmstadt.

Darmstadt ökologisch, modern und solidarisch
Stärkste Kraft im Darmstädter Stadtparlament sind die Grünen, die bereits seit 1993 in Darmstadt Mitverantwortung in der Kommunalpolitik tragen.
An der Spitze der Grünen-Liste stehen die Leiterin der Unternehmenskommunikation am Klinikum Darmstadt, Eva Bredow-Cordier, aktuell Co-Vorsitzende der Stadtverordnetenfraktion, und Heiko Depner, Geschäftsführer einer Marketing-Agentur. Die Grünen setzen darauf, Darmstadt ökologisch, modern und solidarisch weiterzuentwickeln. „In offener demokratischer Auseinandersetzung um die besten Lösungen, aber mit einem klaren gemeinsamen Ziel: Zusammenhalt und Fortschritt“, heißt es im Programm. Auf der Liste der Grünen findet sich auf hinteren Plätzen auch der frühere Oberbürgermeister Jochen Partsch und seine Frau, die ehemalige Stadträtin Daniela Wagner. Auch die Grünen bieten eine überraschende Personalie: Ins Stadtparlament möchte auch Wolfgang Arnold, bis Herbst vergangenen Jahres Präsidiumsmitglied des SV Darmstadt 98.
Die Kandidatenübersicht zur Kommunalwahl 2026 steht online. Weitere Informationen zur Partei unter https://gruene-darmstadt.de

Eva Bredow-Cordier und Heiko Depner
Ein Darmstadt. Für Alle.
Spitzenkandidat der SPD, die in Darmstadt seit 2023 mit Hanno Benz den Oberbürgermeister stellt, ist der Landtagsabgeordnete Bijan Kaffenberger.
Die Sozialdemokraten setzen auf „Ein Darmstadt. Für Alle“ und wollen Oberbürgermeister Hanno Benz stärken – „mit einem solidarischen und starken Team.“ Kaffenberger: „Für vieles fehlt unserem von den Darmstädterinnen und Darmstädtern direkt gewählten Oberbürgermeister noch eine Mehrheit, das wollen wir jetzt ändern: Eine Stimme für die SPD stärkt Hanno Benz!“

Bijan Kaffenberger und Rita Beller
Neben Kaffenberger steht die erfahrene ehrenamtliche Stadträtin Rita Beller an der Spitze der SPD-Liste. Eine Überraschung ist den Sozialdemokraten mit der Kandidatur der parteilosen Jenna Reibold gelungen, der Leiterin der regionalen Diakonie und Sozialexpertin. Die SPD setzt sich ein für gute Versorgung in jedem Viertel, Platz für Arbeit in der Stadt, beste Bildung für alle, auf Dialog mit den Menschen auf Augenhöhe und ein Mobilitätsangebot, dass alle Bedürfnisse im Blick hat.
Die Kandidatenübersicht zur Kommunalwahl 2026 steht online. Weitere Informationen zur Partei unter https://spd-darmstadt.de
Die CDU tritt mit zwei Frauen an der Spitze an
Die Rechtsanwältin Caroline Groß und die Kinderärztin Dr. Annette Brunert stehen an der Spitze der CDU-Liste. Beide führen derzeit die Fraktion im Stadtparlament. Den Spitzenkandidatinnen folgt der Landtagsabgeordnete und Landwirtschaftsmeister Hartwig Jourdan.
Ein überraschendes Comeback feiert auf der CDU-Liste der frühere Darmstädter Bürgermeister und Ordnungsdezernent Rafael Reißer (Listenplatz 9). Die Christdemokraten sind seit 2011 mit Stadtkämmerer André Schellenberg für die Finanzen der Stadt verantwortlich und setzen „weiter auf eine solide Haushaltsführung“. Paul Georg Wandrey ist in Darmstadt seit 2022 für die CDU Ordnungsdezernent und so setzen die Konservativen auf „Stabilität in unsicheren Zeiten“:
Die CDU will „verlässlich regieren“, hat die Wirtschaft und den Mittelstand im Blick und setzt auf mehr Effizienz in der Verwaltung.
Die Kandidatenübersicht zur Kommunalwahl 2026 steht online. Weitere Informationen zur Partei unter www.cdu-darmstadt.de

Dr. Annette Brunert (li.) und Caroline Groß (re.)
„Kümmern statt kürzen“
Das ist das Motto der Linken, die mit der Verwaltungsfachangestellten Doris Winter an der Spitze antritt. „Damit eine wirklich lebenswerte Stadt entstehen kann, streitet die Linke für die Idee des demokratischen Sozialismus.
Wir wollen eine Gesellschaft ohne Armut, in der alle in Frieden, Würde, sozialer Sicherheit und freier Entfaltung leben können“, heißt es im Wahlprogramm. „Hier in Darmstadt treten wir dafür ein, dass niemand zurückgelassen wird und dass alle Menschen ein gutes Leben führen können.“ Mit Karl-Heinz Böck und Uli Franke sowie dem ehrenamtlichen Stadtrat Werner Krone setzt die Linke auf kommunalpolitische Erfahrung, mit Jakob Migenda steht zudem der hessische Landesvorsitzende der Linken auf der Darmstädter Bewerberliste für das Stadtparlament.
Die Kandidatenübersicht zur Kommunalwahl 2026 steht online. Weitere Informationen zur Partei unter https://linke-darmstadt.de

Doris Winter und Karl-Heinz Böck
„Politik, die funktioniert“
In der aktuell amtierenden Minderheitenkoalition stellt Volt mit Holger Klötzner den Schul- und Digitalisierungsdezernenten in Darmstadt.
Spitzenkandidatin des nach eigener Darstellung paneuropäischen, pragmatischen und progressiven Bündnisses ist die Stadtverordnete Ana Lena Herrling, gefolgt vom Stadtverordneten Frederik Jobst und Dr. Berit Walter. „Unsere Erfolge als Partner der Regierungskoalition in Darmstadt zeigen, dass wir Lösungen schaffen: von digitalen Dienstleistungen im Rathaus bis zur Entwicklung innovativer Bildungseinrichtungen. Wir lernen von den besten Ideen aus Europa und setzen diese um — lösungsorientiert und sozial“, heißt es bei Volt.
Die Kandidatenübersicht zur Kommunalwahl 2026 steht online. Weitere Informationen zur Partei unter https://voltdeutschland.org/hessen

Ana Lena Herrling und Frederik Jobst
Uffbasse
Eine feste Größe im Darmstädter Stadtparlament ist Uffbasse. 25 Jahre nach dem ersten Einzug in die Stadtverordnetenversammlung ist die „Unabhängige Fraktion Freier Bürger – Aufrecht, Spontan, Subkulturell, Eigensinnig“ wieder dabei – und an der Spitze erneut mit Frontfrau Kerstin Lau.
„Mit konsequent kommunalem Politikstil engagiert sich Uffbasse im Darmstädter Stadtparlament für soziale Gerechtigkeit, Vielfalt, Inklusion und Solidarität. Unsere Vision für Darmstadt ist eine Stadt für alle. Eine Stadtgesellschaft, die niemanden zurücklässt und von Wertschätzung, Respekt und Verantwortung füreinander geprägt ist und echte Teilhabe ermöglicht“ heißt es bei den Uffbassern, die nach eigener Darstellung bereitstehen „für großes Kino in der Kommunalpolitik.“ Mit Jochen Werner steht auch die Darmstädter Travestie-Künstlerin Aurora DeMeehl bei Uffbasse zur Wahl, auf der Liste folgt ihr Gatte, der Musiker Jo Schmidt.
Die Kandidatenübersicht zur Kommunalwahl 2026 steht online. Weitere Informationen zur Partei unter www.uffbasse-darmstadt.de

Kerstin Lau und Sebastian Schmitt
„DA ist, was zählt“
„Darmstadt hat seine Potentiale noch lange nicht erschlossen. Es braucht jetzt neue starke Impulse mit wirtschafts-, sozial-, bildungs- und umweltpolitischer Vernunft und Weitsicht“, sagt die Spitzenkandidatin der Darmstädter FDP, Viola Gebek.
Sie geht mit den Liberalen selbstbewusst in diese Kommunalwahl: „Unser Anspruch ist, politische Verantwortung für Darmstadt zu übernehmen“, heißt es bei den Liberalen. „Darmstadt bleibt nach bald fünfzehn grün-schwarzen Jahren in fast allen Politikfeldern weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wir Freie Demokraten treten an, damit die Bürgerinnen und Bürger wieder stolz sein können auf Darmstadt!Auf Platz zwei der FDP-Liste steht Leif Blum, gefolgt vom aktuellen Fraktionsvorsitzenden der FDP im Stadtparlament, Sven Beißwenger.
Die Kandidatenübersicht zur Kommunalwahl 2026 steht online. Weitere Informationen zur Partei unter www.fdp-darmstadt.de

Viola Gebek und Leif Blum
„Darmstadt braucht Ihre Stimme“
Die Wählergemeinschaft Darmstadt (WGD) wird angeführt vom Spitzenkandidaten und Stadtverordneten Falk Neumann.
Auf der WGD-Liste stehen frühere Uwiga-Kommunalpolitiker wie Gudrun Deutschler und Jes Peter Nissen. Die „Unabhängige Wählergemeinschaft, hervorgegangen aus der IG Abwasser“, tritt zur Kommunalwahl 2026 nicht wieder an. Auf der WGD-Liste stehen auch der einstige FDP-Kommunalpolitiker Theodor Ludwig und Ute Dupper, engagiert im Vorstand der Interessengemeinschaft Arheilger Bürger (IGAB). „Die WGD ist eine Wählergemeinschaft und keine Partei. Unsere politischen Haltungen orientieren sich an den Bedürfnissen von Mensch und Natur. Wir entscheiden nach unserem Gewissen und ohne Fraktionszwang“, heißt es zum eigenen Selbstverständnis von der WGD.
Die Kandidatenübersicht zur Kommunalwahl 2026 steht online. Weitere Informationen zur Partei unter https://wgd-darmstadt.de
Bilder der Spitzenkandidaten lagen zum Redaktionsschluss nicht vor.
Freie Wähler
Wieder am Start im Rennen um Mandate im Stadtparlament sind auch die Freien Wähler mit dem Spitzenkandidaten und einzigem FW-Stadtverordneten Harald Uhl.
Die Freien Wähler sind in Darmstadt nach eigener Darstellung „eine Ausgründung des Bündnisses der Bürgerinitiativen Darmstadt (BBD) und „vertreten die Interessen diverser Darmstädter Bürgerinitiativen.“ Das verdeutlicht die Kandidatur des Gastronomen Alexander Pfaff auf der FW-Liste. Der Betreiber des Bayerischen Biergartens ist einer der Kritiker der geplanten Bebauung am Elfeicher Weg in unmittelbarer Nachbarschaft des Biergartens.
Die Kandidatenübersicht zur Kommunalwahl 2026 steht online. Weitere Informationen zur Partei unter www.freiewaehler-darmstadt.de
Bilder der Spitzenkandidaten lagen zum Redaktionsschluss nicht vor.
Und sonst …
Außerdem kandidieren für das Stadtparlament Kandidaten der Tierschutzpartei, des Bündnis Sarah Wagenknecht, der Stimme für Darmstadt, Darmstadt Gemeinsam und der Satire-Partei, deren einstige Stadtverordnete Mandy und Mario Pingel jetzt das neue Bündnis „Darmstadt Gemeinsam“ anführen.
Die Kandidatenübersicht zur Kommunalwahl 2026 steht online.











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