Sondervermögen

Darmstädter Fotografen zeigen persönliche Ansichten zum Unwort des Jahres

Seit 2004 übersetzt der Verein Unwort Bilder e.V. das „Unwort des Jahres“ in eine Ausstellung, die sich mit dem jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Thema auseinandersetzt. Das Unwort wird – rückwirkend für das Vorjahr – von einer unabhängigen Jury aus Sprachwissenschaftler:innen und Journalist:innen gewählt und im Januar bekannt gegeben. So erhalten wir jedes Jahr das Thema für diese freie künstlerische Arbeit.

2026 mit zwei besonderen Gästen

Stella Weiß und Lotte Bräuning – mit ihnen öffnet der Verein den Kreis und bindet neben der Fotografie auch eine weitere künstlerische Disziplin ein, die Illustration. Beide Perspektiven sind eine Bereicherung für die Ausstellung: neue Handschriften, neue Blickwinkel, neue Bildlösungen.

Laut offizieller Definition sind Unwörter „Wörter und Formulierungen aus der öffentlichen Sprache, die sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen. Es geht nicht um schludrigen Sprachgebrauch, sondern um unsere Gesellschaft, die sich durch die Sprache offenbart.“

So entsteht jedes Jahr eine Ausstellung zum vorgegebenen Begriff. Unabhängig von Jury, Sponsoren oder Medien präsentiert jede:r von uns ein Bildpaar, das das jeweilige „Unwort des Jahres“ individuell interpretiert und visualisiert. Eine konzeptionelle Ausnahme bildet die Arbeit von Jens Steingässer: Sie integriert – neben seinem eigenen Bildpaar – ein zusätzliches Motiv von Paula Steingäßer.

Die Unwort-Bilder-Ausstellung werden jedes Jahr an einem anderen Ort in Darmstadt präsentiert. In diesem Jahr ist die Ausstellung zu Gast im Foyer des ehemaligen BuchPartner-Gebäudes – in einem Teil der Stadt, den man lange nicht selbstverständlich mit Kunst und Kultur verbunden hat.

Doch das verändert sich. Über die Jahre ist hier ein Quartier entstanden, das sich stetig weiterentwickelt. Dazu gehören Orte wie die Galerie Kurzweil, ein urbaner Treffpunkt für Kunst, Kultur & Musik, und das Kunstdepot der Stadt Darmstadt – ebenso wie Bars, Cafés und Plätze des Zusammenkommens. Mit dem Viertel verbinden auch wir Ausstellungsgeschichte: „Lügenpresse“ in der Galerie Kurzweil und vor fast 20 Jahren im Room106 „Freiwillige Ausreise“. Und man spürt: Hier wird ausprobiert, produziert, gezeigt – mal dauerhaft, mal als Pop-up; vom Haus für Industriekultur bis zum „Amt für künstlerische Vermessung“, von Tonstudios bis zu temporären Formaten.

Dass diese Ausstellung realisieren werden kann, ist auch der Unterstützung einiger Sponsoren zu verdanken. Die Bürgerstiftung, die Sparkasse, die HEAG Kulturfreunde und die AXA Versicherung begleiten unser Projekt seit vielen Jahren finanziell. Besonders dankbar sind wir für das Vertrauen: Bei ihrer Zusage kennen sie meist weder das kommende Unwort noch unsere spätere Umsetzung.

Die Vernissage zur Ausstellung findet am 12. März (Do.) um 19 Uhr statt.

Ausstellungtermine

Fr. 13.3.26 17 bis 19 Uhr | Sa. 14.3.26 13 bis 19 Uhr | So. 15.3.26 13 bis 19 Uhr | Fr 20.3.26 17 bis 19 Uhr | Sa. 21.3.26 13 bis 19 Uhr | So. 22.3.26 13 bis 19 Uhr

Ausstellungsführungen

freitags 18 Uhr | sonntags 15 Uhr | Gruppen- und Schulklassenführungen gerne nach Absprache

13.3. bis 22.3.26 | Mainzer Straße 79 | Darmstadt | www.unwort-bilder.de/2025-sondervermgen