Auf Vogelschwingen – Künstlerinnen zwischen den Welten
Malerei, Skulptur, Installation
Am Sonntag, 21. Juni 2026 um 11 Uhr wird die vielschichtige und facettenreiche Ausstellung „Auf Vogelschwingen – Künstlerinnen zwischen den Welten“ in Anwesenheit der Künstlerinnen eröffnet und ist bis zum 1. August 2026 in der Galerie Netuschil in Darmstadt zu sehen! Während der Ausstellung sind musikalische Veranstaltungen, Performance-Abende, Künstlergespräche und Führungen geplant.
Die Faszination scheint gegenseitig. Europa und Deutschland schauen voller Bewunderung auf die Schönheit, das Atmosphärische, die Vielfalt und den Lebensstil des asiatischen Kontinents, und vielmals auf Japan, Korea und China! Aber auch umgekehrt scheint die „alte Welt“, das „Abendland“, die Menschen, vor allem junge Menschen aus Asien, zu begeistern und in ihren Bann zu ziehen. Aus diesem gegenseitigen Respekt ist ein lebendiger künstlerischer Austausch und eine Vernetzung entstanden, die wechselseitig fruchtbar ist und die Welten zusammenführt.
Die neue Ausstellung der Darmstädter Galerie Netuschil zeigt malerische, skulpturale und installativ-raumbezogene Positionen von sieben Künstlerinnen aus China, Südkorea und Japan: Chunqing Huang, Ning Yang, Eun-Joo Shin, Heryun Kim, Min Clara Kim, Miye Lee, Zero Reiko Ishihara. Fast alle Künstlerinnen haben in ihrem jeweiligen Geburts- oder Heimatland zu studieren begonnen, um dann in Europa oder in Deutschland ihr Kunststudium fortzusetzen. In fast allen Biografien oder Texten zu den beteiligten Künstlerinnen wird das Aufeinandertreffen der Kulturen, das Konfrontative wie das Verbindende thematisiert. Im Zentrum stehen die malerischen und bildnerischen Konzepte der Künstlerinnen und die einzelnen weltverbindenden Werke. Diesem weiten Bogen künstlerischer Doppelexistenz im Aufeinandertreffen zweier Welten, der östlichen und der westlichen, will die Galerie Netuschil nachspüren und mit der Malerei, den Skulpturen und den Raumarbeiten Sichtbarkeit verleihen.
Sehr präsent und ausgesprochen sind die Pinselschübe der in Wien lebenden Südkoreanerin Miye Lee: das Primat der Farbe wird getragen von einer schwebenden, ornamentalen Abstraktion. Zero Reiko Ishihara formt raupenartige, keramische Wesen, die ihre Wege in den Raum suchen und finden. Heryun Kim interessieren, so wie die in Frankfurt lebende Malerin Chunqing Huang, Elemente des Seriellen. Huang setzt den breiten, ruhigen Pinselduktus fast grafisch ein, wie ein gestisches Geschehen grün-grauer Pinselschwünge im kleinen Bildformat. In ihren großformatigen Tuschpinselzeichnungen erinnert Heryun Kim an die große Tradition der klassischen Tuschemalerei. Figurativ, transparent und schwebend verbildlichen die Ölbilder von Eun-Joo Shin innere Erlebnisse. Min Clara Kim, die in Düsseldorf lebt und arbeitet, beschreibt immer wieder Materialität: Stoff, Papier und Keramik – Dinge der asiatischen Kulturkreise, die sie mit ihrer Malerei in die Gegenwart der westlichen Welt transformiert. Auch die Chinesin Ning Yang ist auf der Suche nach absoluter Transparenz und Leichtigkeit: die Kunststoffelemente ihrer großen Installation „Zwielichtschimmer“ von 2024 schweben und leuchten irisierend.
21.6. bis 1.8.26 | Galerie Netuschil | Schleiermacherstraße 8 | Darmstadt | Do. & Fr. 14.30 bis 19 Uhr, Sa. 10 bis 14 Uhr | www.galerie-netuschil.net
Kurzbiografien
Chunqing Huang, 1974 in Heze, China geboren. Studium an der Zentralen Akademie der Bildenden Künste in Beijing und an der Städelschule bei Peter Angermann, Hermann Nitsch und Wolfgang Tillmans. Lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.
Ning Yang, 1989 in China geboren. Studierte an der Kunstakademie in Shangai und an der Kunstakademie Münster. Lebt in und arbeitet in Frankfurt am Main und Shanghai.
Eun-Joo Shin, 1968 geboren in Woenju, Südkorea. Studierte Malerei an der University of Arts in Seoul und Freie Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.
Heryun Kim, 1964 in Changwon, Südkorea geboren. Studierte Kunsttheorie und Malerei an der Seoul National University und Malerei an der Universität der Künste in Berlin (Meisterschülerin bei Klaus Fussmann). Lebt und arbeitet in Südkorea und Berlin.
Min Clara Kim, geboren 1966 in Seoul, Südkorea. Studierte Kunst an der Hong-Ik-Universität in Seoul und Malerei an der Kunstakademie Münster. Lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Miye Lee, geboren 1970 in Jeonju, Südkorea. Studierte Deutsch und Kalligraphie an der Won Kwang University in Iri, Südkorea, Deutsch and Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und Malerei und Grafik an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Lebt und arbeitet in Wien, Österreich.
Zero Reiko Ishihara, geboren 1976 in Okayama, Japan. Studierte an der Kyoto City University of Arts, Japan, an der Städelschule in Frankfurt am Main (Meisterschülerin bei Prof. Ayşe Erkmen) und an der Slade School of Fine Art in London, England. Zero Reiko Ishihara lebt und arbeitet in Neckarsteinach und Frankfurt am Main.
Die Ausstellung ist bis zum 1. August 2026 jeweils Donnerstag und Freitag 14.30 bis 19 Uhr und Samstag von 10 bis 14 Uhr geöffnet und wird begleitet von mehreren Veranstaltungen, Führungen, Performances und einer Finissage.
Vernissage zur Ausstellung ist am 21. Juni (So.) um 11 Uhr. Zur Eröffnung sprechen Sophie Ruf und Claus K. Netuschil,
begleitet von Musik und Poesie. Die Künstlerinnen sind anwesend.
Rahmenprogramm
Freitag, 3. Juli 2026, 19 Uhr, Führung und Gespräch mit den beteiligten Künstlerinnen, 6 Euro inkl. Getränk
Freitag, 17. Juli 2026, 19 Uhr Führung durch die Ausstellung. Geplant: Performance mit Makiko Nishikaze, 12 Euro inkl. Getränk
Freitag, 31. Juli 2026, 19 Uhr, Finissage und Führung mit den beteiligten Künstlerinnen, 6 Euro inkl. Getränk










Björn Friedrich
Heimatverein Darmstädter Heiner