Die Kraft des Positiven
„Wenn ja, was dann?“ fragt die neue Spielzeit 2026/27
„Wenn ja, was dann?“ Diese Frage begleitet das Staatstheater Darmstadt durch die nächste Spielzeit. Inspiriert durch die aktuelle Pariser Ausstellung „Renoir und die Liebe“, die ihren Fokus darauf richtet, wie der impressionistische Maler Auguste Renoir in vielen Gemälden gute Beziehungen zwischen Menschen betont, wie er Leute in Situationen von Glück, Freude, Verliebtheit, von Nähe und Austausch malt, stellen wir die Frage nach Hoffnung und einem positiven Ausgang in vielen Produktionen aller Sparten.
„Viele Menschen können sich schlechte Erfahrungen weit besser merken, als gute. Deshalb ist manchmal zu lesen, dass es im Durchschnitt etwa sieben gute Erfahrungen brauche, um eine schlechte auszugleichen, also um das Gefühl zu bekommen, die positiven und negativen Aspekte halten sich die Waage“, sagt Intendant Karsten Wiegand. „Hierfür werden zwei Gründe angenommen: Erfahrungen speichern sich weit tiefer ab, wenn sie mit starken Gefühlen verbunden sind und oft sind negative Erlebnisse verbunden mit Stress, dem Gefühl von Druck, Angst oder Panik.“ Die Kunst und das Theater haben meist eine tiefere Beziehung zu Tragödie, Unglück, Problem und Krise als zu Komödie, Hoffnung, Lösung und Glück, so Karsten Wiegand. „Deshalb fragen wir mit den Mitteln des Theaters „Wenn ja, was dann?“ Was passiert, wenn die erste Reaktion Zustimmung ist, wenn Lust, Neugier, Freude, nicht innerer Widerstand, Erinnerung an negative Erfahrungen und Angst das Handeln dominieren, wenn die Suche nach einer Lösung, nach dem Weg aus der Krise stärker ist, als der Glaube, dass es sowieso nichts wird?“
„Viel Lärm um Nichts“ mit Regielegende Leander Haußmann, Musiktheater-Eröffnung mit „Cavalleria rusticana/Pagliacci“ und Festwoche vom 27. September bis 4. Oktober
Das traditionelle Open-Air-Konzert auf dem Georg-Büchner-Platz eröffnet am 28. August die neue Spielzeit 2026/27 am Staatstheater Darmstadt und ist Auftakt zu einem vielfältigen Musik- und Theaterprogramm für alle. Der Start im September wird grandios: Das Musiktheater eröffnet am 29. August mit „Cavalleria rusticana/Pagliacci“, zwei hinreißenden Kurzopern von Pietro Mascagni und Ruggero Leoncavallo. Die erste Schauspiel-Premiere im Kleinen Haus steht am 02. Oktober mit Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“in einer Inszenierung von Regielegende Leander Haußmann an. Das Hessische Staatsballett startet am 12. September mit „Nachtträume“ in die neue Saison, einem Stück des spanischen Star-Choreografen Marcos Morau. Im 1. Sinfoniekonzert am 20. und 21. September präsentiert das Staatsorchester Darmstadt im Großen Haus Werke von Pierre Boulez und Franz Schubert. Am 27. September startet die Festwoche am Staatstheater Darmstadt mit dem Tag der offenen Tür. Bis zum 4. Oktober wird eine Woche lang gefeiert – mit Premieren, verschiedenen Musikformaten und Workshops rund ums Theater. Der offizielle Vorverkauf für die neue Spielzeit 2026/27 startet am 23. Juni.

Für die Fotokampagne zur neuen Spielzeit 2026/27 arbeitet das Staatstheater Darmstadt zum ersten Mal mit drei Studierenden der Hochschule Darmstadt zusammen. Lilian Backes, Leander Elfers und Youness Marzouki aus dem Fachbereich Gestaltung der h_da porträtieren Mitglieder des Opern- und Schauspiel-Ensembles. „Wir haben Fotografien der drei gesehen und waren begeistert,“ sagt Intendant Karsten Wiegand, „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit den drei sympathischen und kreativen Studierenden.“
Musiktheater: Von Revolutionsoper „Andrea Chénier“ bis Musical „A Chorus Line“
Im Oktober feiert eine ganz besondere Produktion der Deutschen Oper Berlin auf der Bühne des Großen Hauses Premiere: Umberto Giordanos „Andrea Chénier“ in einer legendären Inszenierung von John Dew. Die mitreißende Revolutionsoper ist somit erstmals seit 1980 wieder in Darmstadt zu hören.
Ebenfalls im Oktober kommt Broadway-Feeling auf die Bühne des Großen Hauses: „A Chorus Line“, das Musical von Marvin Hamlisch, Edward Kleban, James Kirwood Jr. und Nicholas Dante über die Träume und Ängste auf der Bühne, eroberte seit Mitte der 1970er Jahre die Herzen des Publikums und gehört zu den erfolgreichsten Musicals weltweit. Auch mit der „Lustigen Witwe“ in einer Übernahme der Volksoper Wien wird der November alles andere als trist: Für die legendäre Tanzoperette schrieb Franz Léhar brillante und mitreißende Unterhaltungsmusik, so das berühmte Vilja-Lied oder „Da geh ich ins Maxim“.
Im Januar steht Richard Strauss‘ klanggewaltiger Einakter „Salome“ auf dem Programm. Regie führt Kerem Hillel, der das Publikum zuletzt mit seiner Inszenierung von „Kain und Abel“ begeisterte. Die Titelpartie der Salome singt die umjubelte Megan Marie Hart aus dem Darmstädter Opernensemble, die zuletzt als Aida, Chrysothemis und Ottavia zu erleben war.
Nach dem sensationellen Erfolg von Monteverdis „Die Krönung der Poppea“ sind in der neuen Spielzeit weitere Barock-Highlights in Planung. Poppea-Dirigent Clemens Flick kehrt ans Staatstheater Darmstadt zurück und wird gemeinsam mit Operndirektorin Nicola Raab den szenischen Kantatenabend „De la Guerre et des femmes“ im Kleinen Haus auf die Bühne bringen, der sich ganz dem Werk der schillernden Barockkomponistin Élisabeth Jacquet de La Guerre widmet. Ein weiteres selten gespieltes Juwel des Barock ist die Opera seria „L’olimpiade“ von Antonio Vivaldi. Das Staatstheater Darmstadt bringt die Produktion der Folkoperan Stockholm im Kleinen Haus zur Premiere, Regie führt Charlotte Engelkes.
Schauspiel: Regielegenden und aufregende Newcomer
Das Schauspiel Darmstadt setzt auch in der dritten Spielzeit unter der Leitung von Schauspieldirektor Alexander Kohlmann seinen Kurs fort, sehr renommierte Regisseur*innen wie bereits Anna Bergmann und Philipp Preuss auf junge Newcomer und ein herausragendes Schauspielensemble treffen zu lassen.
Die kommende Spielzeit wird eröffnet durch die Regielegende Leander Haußmann, der im Kleinen Haus mit „Viel Lärm um Nichts“eine von Shakespeares berühmtesten Komödien neu interpretiert. Die junge Regisseurin Theresa Thomasberger widmet sich ebenfalls auf der Bühne des Kleinen Hauses in „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“ der Lebensgeschichte der Darmstädter Tennis-Legende Andrea Petković. Im Sommer 2027 inszeniert erstmals der bereits mehrfach zum Berliner Theatertreffen eingeladene Regisseur Robert Borgmann am Schauspiel Darmstadt und zeigt mit „Sommergäste“nach Maxim Gorki eine dekadente Gesellschaft am Vorabend einer großen Revolution. Für großes Mundart-Vergnügen sorgt die Hessische Spielgemeinschaft, die mit Zuckmayers „Der Hauptmann von Köpenick“ erneut den bekannten Schauspieler und gefeierten „Datterich“-Darsteller Hans-Joachim Heist auf die Bühne der Terrasse bringt. Mit „The Legend of Georgia McBride“ ist auch ein Musical wieder Teil des Schauspielprogramms – als hintersinnige und sinnliche Komödie über einen runtergerockten Elvis-Imitator irgendwo in der US-amerikanischen Provinz.

Intendant Karsten Wiegand, Schauspieldirektor Alexander Kohlmann, Generalmusikdirektor Daniel Cohen
Hessisches Staatsballett: Künstlerische Vielfalt, internationale Choreografen und aktuelle Themen
Das Hessische Staatsballett startet mit dem Stück „Nachtträume“ in die nächste Saison. Darin präsentiert der spanische Ausnahmechoreograf Marcos Morau ein bildgewaltiges, verstörend schönes Gesamtkunstwerk. Ausgehend von Kurt Jooss’ ikonischem „Der grüne Tisch“ entfaltet sich eine dichte Traumwelt zwischen Macht, Ohnmacht und gesellschaftlichen Abgründen – eine ebenso sinnliche wie aufwühlende Reise durch unsere Zeit.
Mit „Never odd or EveN“ kehrt das kanadische Choreograf*innen-Duo David Raymond und Tiffany Tregarthen gemeinsam mit der Komponistin Angèle David-Guillou zurück. Inspiriert von der Struktur des Palindroms entsteht ein poetisches Zusammenspiel von Tanz und Musik, das Gegensätze auflöst und neue Wahrnehmungsräume eröffnet. Die eigens für das Stück komponierte Musik David-Guillous wird live gespielt vom Staatsorchester Darmstadt.
„Cantos“ des polnischen Choreografen Maciej Kuźmiński entfaltet sich als surreales Tableau zur Musik von Simeon ten Holts minimalistischem Meisterwerk „Canto Ostinato“. Zwischen Humor, Abgründigkeit und hypnotischer Klangstruktur entsteht ein eindringliches Bild menschlicher Widersprüche.
Ergänzt werden die Eigenproduktionen des Hessischen Staatsballetts durch internationale Gastspiele, Residenzen und dem Tanzfestival Rhein-Main 2026: Als „Spotlight Artist“ wurde Lia Rodrigues eingeladen, eine der bedeutendsten zeitgenössischen Choreografinnen Brasiliens.
Staatsorchester Darmstadt: Vielfältiges Konzertprogramm für große und kleine Musikfans
Das traditionelle Open-Air-Konzert auf dem Georg-Büchner-Platz eröffnet am 28. August 2026 die neue Spielzeit am Staatstheater Darmstadt und ist Auftakt zu einem vielseitigen Musikprogramm. Boulez und Schubert, Barber und Beethoven, Ullmann und Schumann, Emilie Mayer und Mahler -in den Sinfoniekonzerten des Staatsorchesters Darmstadt hört man wie immer Neuinterpretationen der sinfonischen Klassiker zusammen mit Werken von aktuellen Komponist*innen. Auch in der Saison 2026/27 sind wieder viele erfolgreiche Solist*innen bei unseren Konzerten zu Gast, darunter der brasilianische Geiger Guido Sant’Anna und der aus Russland stammende Pianist Roman Borisov.
Mit Gustav Mahlers 9. Sinfonie verabschiedet sich Daniel Cohen als Generalmusikdirektor vom Staatstheater Darmstadt. Die Konzertreihe „Soli fan tutti“ bietet wie immer die Gelegenheit die Mitglieder des Staatsorchesters bei kammermusikalischen Werken u.a. von Richard Strauss und Edward Elgar zu erleben. In den Kammerkonzerten am Donnerstagabend finden sich wieder viele der Top-Ensembles und Solist*innen in der Orangerie und im Kleinen Haus des Staatstheaters ein. So auch der deutsch-britische Tenor Kieran Carrel und Star-Cellistin Raphaela Gromes, die bereits in der letzten Spielzeit das Publikum begeisterten. Für Familien und Kinder bieten die vielen Mini-, Teddy-, und Familienkonzerte ein umfangreiches Angebot mit musikalischen Geschichten.
Mitmachen und Vermittlung: Von Jamsession über Theaterwerkstatt bis zum mobilen Klassenzimmerstück
Ob mitsingen, mitspielen oder mittanzen – die Angebote der Abteilung „Mitmachen und Vermittlung“ laden dazu ein, Theater von der anderen Seite zu erkunden. Jamsessions, Spielklubs und verschiedene partizipative Formate ermöglichen weiterhin gemeinsames Ausprobieren und kreativen Austausch. Bei den Führungen sowie bei Probenbesuchen von Produktionen aller Sparten bekommt man einen Blick hinter die Kulissen. In der neuen Spielzeit wird das mobile Klassenzimmerstücks „Paul*“ wiederaufgenommen. Außerdem wird es zu Beginn des zweiten Halbjahres wieder eine Produktion der Theaterwerkstatt geben. Gemeinsam mit nicht professionellen Darsteller*innen wird in „ASK ME WHY“ (AT) ein Stück entwickelt über das Gefühl der Überforderung durch eine Welt, die sich immer schneller verändert.






Skulpturengarten Darmstadt