Herbstprogramm Literaturhaus Darmstadt

Hoffnung

Im Zentrum des Herbstprogramms steht das Literaturfest »Textland«, das mit hochrangiger Besetzung erstmals in Darmstadt gastiert und dessen literarisches Feuerwerk am 7. November sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten.

Es steht wie das gesamte Herbstprogramm unter dem Motto »Ho—ffnung« – also einer Geisteshaltung, die jedem in Zeiten wie diesen durchaus abhandenkommen kann.

Zu Gast sind mit neuen Romanen außerdem die Gewinnerin des Preises der Leipziger Buchmesse, Katerina Poladjan, der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Ingo Schulze, sowie die renommierten Autorinnen Eva Menasse und Julia Franck.

Ein Abend mit Markus C. Hurek ist der unvergesslichen Margot Friedländer gewidmet, ehe man sich einem der kolossalsten Buchprojekte des Jahres zuwendet: Auf fast 1.000 Seiten widmet sich »I Have a Dream« anlässlich des 250-jährigen Bestehens der USA aus verschiedensten Blickwinkeln der ältesten Demokratie – was könnte besser ins Kennedy-Haus passen?!

Beschlossen wird das Programm mit der Premiere des Literaturhaus-Quartetts, das in Interaktion mit dem Publikum, die wichtigsten Bücher des Jahres vorstellt. Besonders hinweisen möchte das Team des Literaturhauses auf die Abende der Textwerkstatt und die Veranstaltung für die junge Zielgruppe, die unsere Hoffnung verkörpert, dass die Erinnerung an Margot Friedländer weitergetragen wird.

23.9.26 | Lesung mit Katerina Poladjan

Goldstrand

Zu Gast ist am 23. September um 19 Uhr mit ihrem neuen Roman „Goldstrand“ die Gewinnerin des Preises der Leipziger Buchmesse, Katerina Poladjan. An der bulgarischen Schwarzmeerküste entsteht in den 1950er-Jahren ein Ferienort: Goldstrand, geplant als Platz an der Sonne für alle. Auf der Baustelle wird Eli gezeugt. Sechzig Jahre später hat er seine größten Erfolge als Filmregisseur längst gefeiert und liegt auf der Couch seiner Dottoressa in Rom. Er mutmaßt und fabuliert seine Familiengeschichte, die durch ein ganzes Jahrhundert und quer über den europäi-schen Kontinent führt, von Odessa über Konstantinopel und Warna in Bulgarien bis nach Rom.

Katerina Poladjan wurde in Moskau geboren, wuchs in Rom und Wien auf und lebt heute in Berlin. Für ihre Romane wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Ulrich Sonnenschein, Literatur redakteur und -kritiker bei hr2-Kultur, wird den Abend moderieren.

Mi. 23.9.26 | 19 Uhr | Vortragssaal | Literaturhaus Darmstadt | Karten im VVK 11,50 Euro, ermäßigt 9.50 Euro | Restkarten an der Abendkasse 10 Euro, ermäßigt 8 Euro | www.literaturhaus-darmstadt.de

21.10.2026 | Lesung mit Ingo Schulze

Das Wasser im August

Am 21. Oktober um 19 Uhr ist der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Ingo Schulze im Literaturhaus. Er liest aus seinem Buch „Das Wasser im August“.

Ein raffiniertes erzählerisches Spiel von Hoffnung und Erwartung

Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler im Juni 2025 nach Mecklenburg, in jene seenreiche Landschaft, die er im Sommer 1979, von dem sein Lesungstext handelt, den »Norden« genannt hat. Eine unerwartete Begegnung scheint seine Novelle lebendig werden zu lassen, und wirft damit die Frage auf, was war und was wirklich ist. War er damals zu jung und zu unbeschwert für die große Liebe, und ist sie heute zu alt? Sind nur Illusionen verloren gegangen oder auch Hoffnungen, die einer Gegenwart fehlen, in der die alte Angst vor einem Krieg wieder real erscheint?

Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren und lebt in Berlin. Er wurde für sein Werk vielfach ausgezeichnet. Seit 2023 ist er Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Ulrich Sonnenschein, Literaturredakteur und -kritiker bei hr2-Kultur, wird den Abend moderieren.

Mi. 21.10.26 | 19 Uhr | Vortragssaal | Literaturhaus Darmstadt | Karten im VVK 11,50 Euro, ermäßigt 9.50 Euro | Restkarten an der Abendkasse 10 Euro, ermäßigt 8 Euro | www.literaturhaus-darmstadt.de

3.11.26 | Lesung mit Eva Menase

Alleinruhelage | Aufbruch einer Frau nach dem Ende ihrer Ehe

Eine Frau steht nach einer Trennung plötzlich allein mit ihrem Wochenendhaus da und will den Neuanfang wagen. Die nötige Hilfe ist quasi vom Himmel gefallen, Alla und Bolek aus Polen, zwei Kettenraucher, die alles können. Die Rückschläge, die geplatzten Wasserleitungen und die Bosheiten der Nachbarn lösen viele Erinnerungen und neue Erkenntnisse aus – und so manche Fallstricke der deutsch-deutschen Geschichte nimmt die Erzählerin womöglich genauer wahr, als Wienerin in der doppelten Fremde. Dann beschließt sie, das geliebte Haus zu verkaufen, um noch einmal aus- und aufzubrechen aus ihrer »stabilen Alleinruhelage«.

Eva Menasse, geboren in Wien, lebt seit über 25 Jahren in Berlin. Ihr letzter Roman »Dunkelblum« war ein Bestseller und wurde in zehn Sprachen übersetzt.

Martin Maria Schwarz, Autor, Moderator und Literaturkritiker bei hr2-Kultur, wird den Abend moderieren.

Di. 3.11.26 | 19 Uhr | Vortragssaal | Literaturhaus Darmstadt | Karten im VVK 11,50 Euro, ermäßigt 9.50 Euro | Restkarten an der Abendkasse 10 Euro, ermäßigt 8 Euro | www.literaturhaus-darmstadt.de

4.11.26 | Buchpremiere mit Friederike Berg

Der Riss

Romandebüt, Band 3 der Edition Darmstädter Textwerkstatt im axel dielmann-Verlag Frankfurt am Main, 2026

Selten ist ein Titel so aussagekräftig wie in diesem Roman. „Aber nicht der physische Riss ist gemeint, sondern der Riss im Innenraum einer Person, der einen unsichtbaren Mangel beschreibt und nicht auflösbar ist. (…) Leben und Tod, Liebe und Hass, Schuld und Scham verschmelzen miteinander zu einer Geschichte der Gefühle und beginnenden Sexualität.

Die Risiken dieser Prosa, das Private und Intime aus seiner Singularität befreien zu wollen und damit für andere lesbar zu machen, sind evident; umso bemerkenswerter ist es, in der Erzählfigur eine Form vorzufinden, die das subjektive Erleben auf Abstand hält und damit allgemein werden lässt – zu einem Objekt, in dem wir uns selber begegnen“ (Kurt Drawert, aus dem Vorwort). Wir freuen uns, Ihnen dieses großartige Debüt präsentieren zu dürfen.

Moderation: Michael Hüttenberger, im Gespräch mit Kurt Drawert, dem Verleger Axel Dielmann und der Autorin.

Musikalische Begleitung des Abends: Gudrun Lang-Eurisch (Kontrabass) und Matthias Schubert (Klavier).

Friederike Berg | Der Riss | Dielmann Verlag | 120 Seiten | ISBN 978-3-86638-372-2 | 20 Euro (UVP)

Mi. 4.11.26 | 19 Uhr | Vortragssaal | Literaturhaus Darmstadt | Eintritt frei | www.literaturhaus-darmstadt.de

7.11.26 | Literaturfest Textland. Hoffnung.

Zum ersten Mal gastiert das Festival Textland im Literaturhaus Darmstadt. Das diesjährige Motto knüpft an Ernst Blochs Prinzip Ho­ffnung an, das Ho­ffnung nicht als bloßen Optimismus, sondern als produktive Kraft gesellschaftlicher und individueller Veränderung begreift. In einer Zeit, die von Kriegen, Krisen und Transformationsprozessen geprägt ist, stellt sich die Frage nach Orientierung und Zukunft mit neuer Dringlichkeit. Literatur und Kunst sind seit jeher Orte, an denen Ho­ffnung Gestalt gewinnt – als Imagination des Möglichen, als Form des Widerstands gegen Resignation und als Entwurf anderer Wirklichkeiten.

Dabei sind

Ursula Krechel “ Vom Herzasthma des Exils” | Hoffnung als Selbstbehauptung | 15:00 Uhr
Karosh Taha “Gulistan” | Hoffnung erzählen – Literatur als Möglichkeitsraum | 16:30 Uhr
Ilma Rakusa und Helmut Böttiger “Wo bleibt das Licht” | Hoffnung als ethische Haltung | 17:30 Uhr
Dana Vowinckel “Anton und Alma” | Liebe als Hoffnungsraum? | 18:30 Uhr
Maryam Kishawarz, Elsbeth-Wolffheim-Stipendiatin der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des PEN Deutschland | “Hoffnung im Wartesaal” | 19:30 Uhr
Daniel Schreiber “Liebe! Ein Aufruf!” | Hoffnung als Motivation | 20:00 Uhr

Tagesticket: 26,50 Euro, ermäßigt 21,50 Euro im VVK bei ztix und allen Vorverkaufsstellen in Darmstadt Einzelveranstaltungen: VVK 11,50 Euro, ermäßigt 9,50 Euro ; Restkarten an der Tageskasse

Zwischen den Panels wird es Gelegenheit zum Austausch geben. Ein Catering und der Büchertisch der Buchhandlung Lesezeichen sorgen für das leibliche und geistige Wohl.

Sa. 7.11.26 | 15 bis 21 Uhr | Vortragssaal | Literaturhaus Darmstadt | www.literaturhaus-darmstadt.de