Vom Fällen eines Stammbaums
Das Deutsche Polen-Institut lädt ein zur Buchvorstellung mit Martin Piekar
Zwischen Fürsorge und Abgrund: eine deutsch-polnische Familiengeschichte, die unter die Haut geht Marcin wächst auf in prekären Verhältnissen: Seine Mutter floh in den 1980ern aus Polen nach Deutschland, um ihn, ihr zweites Kind, hier großzuziehen. Sie arbeitet hart als Altenpflegerin, sie trinkt zu viel, und irgendwann sieht sie in ihrem Sohn nur noch den Antagonisten. Währenddessen versucht Marcin, mit Videospielen, Nu Metal und Gedichten herauszufinden, wer er ist und hier in Deutschland sein kann. In dieser Spannung leben die beiden mit- und gegeneinander.
Erst spät im Leben – die alternde Mutter ist schwer krank, und Marcin pflegt sie – offenbart sich die Familiengeschichte in Gänze: eine Lebenserzählung zwischen Anekdote und Abgrund. Der Krieg ist nicht vorbei. Kein Krieg ist je vorbei.
2023 fand der in Frankfurt am Main lebende Martin Piekar mit einem Auszug aus diesem Roman beim Bachmann-Preis in Klagenfurt begeistertes Echo; er wurde mit dem Robert-Gernhardt-Preis 2024 ausgezeichnet und war 2025 für den Alfred-Döblin-Preis nominiert. Das Buch ist soeben im Rowohlt-Verlag erschienen.
Moderation: Andrzej Kaluza und Peter Oliver Loew
Martin Piekar | Vom Fällen eines Stammbaums | Mai 2026 | Rowohlt Hundert Augen | 464 Seiten | ISBN 978-3-498-00746-1 | 26 Euro







