Janosch – Die Welt ist schön, Panama liegt überall

Ausstellung in der Kunsthandlung Langheinz, Darmstadt

von Martina Bielen

Über den Künstler Janosch wurde schon viel geschrieben – Kluges wie Kurioses. Doch wer versucht, ihn zu beschreiben, merkt schnell: Der eigenwillige Schöpfer mit dem verschmitzten Lächeln lässt sich in keine Schublade stecken. Wo andere schweigen, antwortet er lieber mit Witz und einem charmanten Seitenhieb. Sein Humor ist herzlich und tiefgründig zugleich, geboren aus Lebenserfahrung und liebevollem Blick auf die Welt.

Janosch, der am 11. März 1931 in Hindenburg, Oberschlesien (heute Zabrze, Polen) als Horst Eckert zur Welt kam, gehört zu den bedeutendsten Illustratoren und Geschichtenerzählern unserer Zeit. Mit mehr als 300 Büchern, die in über 40 Sprachen erschienen sind, hat er ein künstlerisches Universum geschaffen, das Kinder wie Erwachsene gleichermaßen berührt – leicht, poetisch und voller Lebensfreude.

Bekannt wurde er mit dem kleinen Tiger, dem kleinen Bären und der legendären Tigerente aus Oh, wie schön ist Panama – Figuren, die längst zu kulturellen Ikonen geworden sind. Mit einem Augenzwinkern hielt Janosch selbst fest: „Ich erfinde gern Geschichten, müssen Sie wissen. Aber die Tigerente – die habe ich ganz allein erfunden.“ In dieser Mischung aus Leichtigkeit, Ironie und Weitsicht liegt der besondere Zauber seiner Kunst.

Bild: Janosch film und medien AG

Die Kunsthandlung Langheinz in Darmstadt widmet Janosch nun eine Ausstellung mit ausgewählten limitierten Radierungen und Unikaten, die seine unverwechselbare Handschrift tragen – humorvoll, poetisch und manchmal hintergründig. Jedes Werk lädt zum genauen Hinsehen ein: In Janoschs Bildern verstecken sich kleine Geschichten, verschmitzte Kommentare und geheime Andeutungen, die den Betrachter zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken bringen.

Janoschs Leben ist so facettenreich wie seine Figuren. Nach einer Lehrzeit als Schmied – „meine beste Zeit, denn man brachte mir den wichtigsten Satz meines Lebens bei: Es gibt nichts, was nicht geht“ – führte ihn sein Weg über Krefeld und Paris nach München. An der Akademie der Bildenden Künste wurde ihm mangelnde Begabung attestiert – ein Glücksfall, wie sich später herausstellte. Denn als freischaffender Künstler, Autor und Illustrator fand Janosch seine ganz eigene Ausdrucksform.

Seit 1980 lebt der Künstler zurückgezogen auf Teneriffa, in einem alten Haus hoch in den Bergen – seinem persönlichen Panama. Dort malt, schreibt und philosophiert er, gründete gemeinsam mit seiner Frau Ines die „Fundación Canarina“, die sich dem Schutz der Natur auf den Kanarischen Inseln widmet. Zudem kooperiert die Stiftung mit Schulen und Künstlern, um Naturerfahrung und Kunst miteinander zu verbinden, ganz im Sinne Janoschs, der Kunst und Achtsamkeit gegenüber der Natur als Wege zum Glück für sich erkannt hat.

Heute, mit 95 Jahren, ist Janosch immer noch der große Geschichtenerzähler, der mit zarter Linie und leuchtender Farbe Lebensfreude, Witz und Wahrheit einfängt. Seine Werke erinnern daran, dass das Glück oft ganz nah liegt – vielleicht gleich um die Ecke, vielleicht in Darmstadt.

Die Vernissage zur Ausstellung ist am 17.4.26 (Fr.) um 19 Uhr. Am verkaufsoffenen Sonntag (26.4.) anlässlich „Darmstadt mobil“ ist ebenfalls von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

17.4. bis 16.5.26 | Kunsthandlung Langheinz | Schulstraße 10 | Darmstadt | Mo. bis Fr. 10 bis 18.30 Uhr | Sa. 10 bis 16 Uhr | Eintritt frei | www.kunsthandlung-langheinz.de