Literaturhaus Darmstadt Frühjahrsprogramm 2026
Schwerpunkt auf Autorinnen der Gegenwart
Das Literaturhaus Darmstadt hat sein Programm für das Frühjahr 2026 veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen Lesungen zeitgenössischer Autorinnen, neue Formate zur Literaturvermittlung sowie Veranstaltungen zu literarischen Jubiläen. Inhaltlich bündelt das Haus einen Großteil des Programms unter dem thematischen Schwerpunkt „Bewegte Frauen“.
Immer einen Besuch wert sind auch die Abende der Textwerkstatt und unsere Veranstaltungen im Rahmen von Huch ein Buch, die Schulklassen eine unterhaltsame Stippvisite im Literaturhaus ermöglicht.

21.4.26 | Lesung mit Lena Gorelik
Alle meine Mütte
Eine feinfühlige Erkundung der prägendsten Beziehung unseres Lebens.
«Mütter prägen uns, auch wenn wir es nicht wollen», schreibt Lena Gorelik. Ihr neuer Roman Alle meine Mütter erzählt von dieser besonderen, oft lebenslang komplexen Beziehung und ihren Facetten, erzählt davon, welche Mütter wir selbst zu sein versuchen, wie wir scheitern, zweifeln, stolpern, welche Ängste uns begleiten, was uns bindet und prägt, aber auch, was uns abhält, was es heißt, ungewollt Mutter oder nicht Mutter zu sein, ein Kind anzunehmen, zu verlieren oder nicht loslassen zu können.
Lena Gorelik, 1981 in St. Petersburg geboren, kam 1992 mit ihren Eltern nach Deutschland. Ihr Roman «Hochzeit in Jerusalem» (2007) war für den Deutschen Buchpreis nominiert, der vielgelobte Roman «Mehr Schwarz als Lila» (2017) für den deutschen Jugendliteraturpreis.
Martin Maria Schwarz, Autor, Moderator und Literaturkritiker bei hr2-Kultur, wird den Abend moderieren.
Di. 21.4.26 | 19 Uhr | Literaturhaus Darmstadt | Vortragssaal | Kasinostraße 3 | Eintritt 11,50 Euro (VVK), ermäßigt 9,50 Euro | Restkarten an der Abendkasse 10 Euro, ermäßigt 8 Euro | www.literaturhaus-darmstadt.de

23.4.26 | Sand im patriarchalen Getriebe
Doris Hermanns | Zur Geschichte der Frauen-Buch-Bewegung
Passend zum diesjährigen Welttag des Buches stelllt die Autorin, Publizistin, Redakteurin und Übersetzerin Doris Hermanns (BücherFrau des Jahres 2021) die Geschichte der Frauen-Buch-Bewegung vor und zeigt, wie vielfältig und international diese von Anfang an war.
Sie porträtiert die drei ältesten und wichtigsten deutschen Frauenverlage, gibt aber auch einen Einblick in zahlreiche weitere Frauen- und Lesbenverlage über die deutschsprachigen Länder hinaus. Neben internationalen Feministischen Frauenbuchmessen, -buchvertrieben und Rezensionszeitschriften stellt sie einige Frauenliteraturpreise vor.
Eine Veranstaltung der Luise-Büchner-Bibliothek & Luise-Büchner-Gesellschaft e.V.
Do. 23.4.26 | Literaturhaus Darmstadt | Vortragssaal | Kasinostraße 3 | Eintritt 8 Euro | Mitglieder der Luise Büchner-Gesellschaft frei | www.literaturhaus-darmstadt.de
29.4.26 | Lesung mit Dorothee Elmiger
Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter Theatermacher, der sie für sein neuestes Vorhaben zu gewinnen versucht. Wenige Wochen später bricht sie auf, um sich der Theatergruppe auf ihrem Gang ins tiefe Innere des Urwalds anzuschließen. Dorothee Elmiger erzählt eine beunruhigende Geschichte von Menschen und Monstern, von Furcht und Gewalt, von der Verlorenheit im Universum und vom Versagen der Erzählungen.
Dorothee Elmiger, geboren 1985 in der Schweiz, lebt als freie Autorin und Übersetzerin in New York. Ihr Roman »Die Holländerinnen« erhielt 2025 den Deutschen Buchpreis, den Bayerischen Buchpreis und den Schweizer Buchpreis.
Mi. 29.4.26 | 19 Uhr | Literaturhaus Darmstadt | Vortragssaal | Kasinostraße 3 | Eintritt 11,50 Euro (VVK), ermäßigt 9,50 Euro | Restkarten an der Abendkasse 10 Euro, ermäßigt 8 Euro | www.literaturhaus-darmstadt.de

5.5.26 | Das Feministische Quartett
Vier Frauen. Vier Bücher
Vier Frauen mit Leidenschaft für Literatur laden ein zu einem Abend voller Geschichten und neuer Perspektiven. Im Feministischen Quartett stehen vier Bücher mit feministischen Themen im Mittelpunkt – mal Roman, mal Sachbuch, manchmal Klassiker oder ein Memoir. Es geht um Wut, Solidarität, Care-Arbeit, Selbstbestimmung und so viel mehr. Es wird vorgelesen, diskutiert und gemeinsam entdeckt.

Das Feministische Quartett besteht aus Friederike Emmerling (Leiterin des S. Fischer Theater & Medien Verlags), Maren Ongsiek (Börsenverein des Deutschen Buchhandels), Medha Srivastava (Anwältin) und Frauke Prayon (Vertriebsleiterin einer Gruppe unabhängiger Verlag.
Di. 5.5.26 | 19 Uhr | Literaturhaus Darmstadt | Vortragssaal | Kasinostraße 3 | Eintritt 11,50 Euro (VVK), ermäßigt 9,50 Euro | Restkarten an der Abendkasse 10 Euro, ermäßigt 8 Euro | www.literaturhaus-darmstadt.de
6.5.26 | Lesung der Darmstädter Textwerkstatt / Lesebühne
Nicola Quaß: »Hungergesang«. Debütroman.
Als die Eltern spurlos verschwinden, sind die dreizehnjährigen Drillinge Mara, Lara und Sara auf sich gestellt. Was anfangs wie grenzenlose Freiheit scheint, wird schnell zu einem Abenteuer voller düsterer Enthüllungen. Bald schon werden sie mit den Schatten ihrer Vergangenheit konfrontiert, denn jede trägt ein Geheimnis in sich. Ihre symbiotische Existenz wird auf die Probe gestellt, als sie sich den Phänomenen ihres verwunschenen Hauses stellen. Poetisch und atmosphärisch dicht erzählt Nicola Quaß eine packende Geschichte über die Suche nach dem eigenen Ich. Im zweiten Teil des Abends stellen wir die Autorin, die auch Teilnehmerin der Darmstädter Textwerkstatt war, mit ihrer bildstarken, am naturmagischen Realismus geschulten Lyrik vor, für die sie den Rolf-Bossert-Preis 2025 erhielt.
Moderation: Michael Hüttenberger, im Gespräch mit Kurt Drawert und der Autorin. Musikalische Begleitung des Abends: Ulrich Pietsch und Noemi Wulfes (beide Violoncello).
Mi. 6.5.26 | 19.30 Uhr | Literaturhaus Darmstadt | Vortragssaal | Kasinostraße 3 | Eintritt frei | www.literaturhaus-darmstadt.de
18.5.26 | Lesung mit Andrea Stoll „Zwei Menschen sind in mir“
Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann

Andrea Stol
Sandra Kegel, Leiterin des Feuilletons der FAZ und Literaturkritikerin, wird den Abend moderieren. Karin Klein, Schauspielerin am Staatstheater Darmstadt, wird aus Ingeborg Bachmanns Werken lesen.
Fünfzig Jahre nach ihrem Tod fordern Ingeborg Bachmanns Briefe eine neue Perspektive auf Leben und Werk dieser Autorin, die uns heute aktueller denn je erscheint. Andrea Stolls Biografie beleuchtet das unübersehbare Spektrum Bachmann’scher Ambivalenzen von seinen Ursprüngen her und führt uns vor Augen, wie diese ikonische Dichterin in eine Spirale von Selbstinszenierung und Selbstzerstörung geraten konnte. Herausgekommen ist eine erste umfassende Biografie, die viele Rätsel dieses Lebens von den Anfängen bis zu ihrem Ende offenlegen kann.
Dr. phil. Andrea Stoll, geboren 1960 bei Frankfurt am Main promovierte 1991 über Ingeborg Bachmann und veröffentlichte im Lauf der Jahre weitere Bücher über die große österreichische Schriftstellerin.


Axel Gaube Kaleidoamania