50 Jahre Galerie Netuschil
Jubiläumsausstellung | Der Kunst verschrieben
Christopher Lehmpfuhl | Präsenz der Farbe | Neue Ölbilder und Aquarelle
Der Berliner Maler Christopher Lehmpfuhl, zeigt neue Ölbilder und Aquarelle. Die großformatigen Leinwände sprudeln über vor gestischer Farberuption – Material Farbe wird im großen Format haptisch erlebbar! Alle Bilder Lehmpfuhls entstehen im Stadtraum oder in der Natur. Sein pastoser Farbauftrag gibt den Bildern eine objekthafte Körperlichkeit: „Präsenz der Farbe“!
Parallel ist ein großer Überblick über die Darmstädter Bildhauerei der letzten 50 Jahre zu sehen. 20 Bildhauer, die die Szene in Darmstadt und Deutschland geprägt haben, werden in den historischen Kontext gesetzt.
Figurative Skulptur Darmstädter Bildhauer der letzten 50 Jahre

Claus K Netuschil, Skulptur von Ning Yang, 2026
Man kennt das „Baumhaus“ in der Schleiermacherstraße in Darmstadt: das grün bewachsene, über die Straße ragende Gebäude, zieht viele interessierte Blicke auf sich und sticht mit seiner ungewöhnlichen Architektur und dem Windrad auf dem Dach direkt ins Auge! Doch ist überraschend für manche: Im Erdgeschoss befindet sich die älteste professionelle Galerie Darmstadts! Vor 50 Jahren gründete Claus K. Netuschil, damals noch in der Saalbaustraße, eine Galerie, die zu seinem Lebensinhalt werden und die Darmstädter Kunstszene nachhaltig prägen sollte. Seit nunmehr 20 Jahren hat die Galerie ihren Sitz im Baumhaus mit großer Ausstellungsfläche, einer Kunst-Bibliothek im Zwischengeschoss und dem von Netuschil gegründeten Expressionismus Archiv im zweiten Stock.
Das Programm der Galerie war schon immer geprägt von der klaren und eigenständigen Vorstellung Netuschils: die Ausstellungen folgen einer klaren Linie, sind dennoch bedacht auf Vielfältigkeit und Qualität, auf Zeitgenössisches wie Historisches. Darauf abgestimmt finden zu jeder Schau Parallelveranstaltungen statt, die den großen Bogen zwischen Literatur, Musik, Performance, Kunstgeschichte und Sammelleidenschaft schlagen. Wer Claus K. Netuschil und die Galerie erlebt, weiß, dass er seinem Publikum immer etwas Außergewöhnliches, Qualitätvolles, Besonderes bietet – eine Maxime, die sich durch die gesamte Galeriegeschichte zieht.
„Einzigartig, weit über die Region hinaus, ist das Profil der Galerie als Ort des Gesprächs und Austauschs in Sachen der schönen Künste. Führt doch Netuschil seine zahlreichen Leidenschaften nicht nur zum stolzen Jubiläum gern parallel zusammen; in literarischen, mitunter von Musik gerahmten Abendveranstaltungen und Matineen, zu Lesungen und Vorträgen, Diskussionen und Führungen vernetzt er Künstlerinnen und Künstler und sein treues Publikum miteinander: substantielle Vermittlung von Kunst ist der Kern seiner Galeriearbeit!“, so Christoph Schütte in seinem Artikel zum Galerie-Jubiläum.
Netuschil versteht es, die Besucherinnen und Besucher in seinen Bann zu ziehen: die Darmstädter Geschichte in all ihren Facetten kennt er in- und auswendig, zu allem hat er einen konkreten Namen, eine Anekdote oder im besten Falle ein Kunstwerk parat und erzählt und philosophiert bereitwillig in alle Weite. Seine Gastfreundschaft und die Liebe zur Kunstvermittlung äußert sich in jeder kunstvoll gestalteten Einladungskarte, den Blumen, die die Räume schmücken, in spontanen Privatführungen durch die Galerie oder das Depot und der Aufmerksamkeit, die er allen Interessierten zuteilwerden lässt.
Die Galerie fungiert jedoch nicht nur als Ort der Kunst- und Kulturvermittlung, von Anfang an erschienen aus Netuschils Feder Publikationen zur Kunstgeschichte, Künstlermonografien und Werkverzeichnisse. „Sein Katalogband ‚Die Grafik des Darmstädter Expressionismus 1915-1925‘ ist zu einem unentbehrlichen Nachschlagewerk für die Fachwelt avanciert. Seiner Kunstvermittlung gibt Netuschil immer wieder eine gedruckte Basis: Bis heute sind [zahllose, aufwändige] Kataloge [und Verzeichnisse] erschienen. Damit stellt der Galerist […] seine Vielseitigkeit als Aussteller, Typograph, Verleger und Publizist unter Beweis.“ Die Zeilen, die Horst Hartmann schon 1997 in „Der Kunsthandel“ schrieb, sind bis heute gültig – auch nach 50 Jahren sind die Buch-Ideen und Pläne noch nicht erschöpft.
In der Jubiläumsausstellung zeigt die Galerie das farbstarke, pastose und gestische Werk des von Netuschil früh entdeckten Malers Christopher Lehmpfuhl und blättert die Geschichte der figurativen Darmstädter Bildhauerei der letzten 50 Jahre auf.
Die Ausstellung wird begleitet von Lesungen, Führungen und Künstlergesprächen und einer großen Auktion und ist bis zum 19. November 2026 zu sehen.










Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Jungsozialisten im Bezirk Hessen-Süd