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Zwei Kracher und eine Pflichtaufgabe im November

Auch wenn im November aufgrund der letzten Länderspielpause des Jahres nur drei Partien für die Lilien anstehen, sind sie doch umso entscheidender für den weiteren Verlauf der Saison. Bevor mit dem Auswärtsspiel in Bochum und dem Besuch des 1. FC Köln zwei schwere Brocken auf die Darmstädter warten, ist ein Sieg im Heimspiel gegen Magdeburg fast schon eine Pflicht, um auch im Hinblick auf die restlichen Spiele des Jahres nicht in Nähe der Abstiegsränge zu überwintern.

Die wohl wichtigste Partie des Monats bestreiten die Lilien direkt zu Beginn des Monats. Mit dem FC Magdeburg gastiert ein Aufsteiger in Darmstadt (Sa., 3.11., 13 Uhr), der nach den bisherigen Eindrücken bis zum Schluss um den Klassenerhalt kämpfen dürfte. Der Traditionsklub aus dem Osten spielt bisher eigentlich eine durchaus anständige Saison und zeigte sich absolut konkurrenzfähig, ließ im Abschluss aber oft die nötige Konsequenz und Cleverness vermissen. Zwar ist man sehr schwer zu schlagen und spielte bereits sechsmal unentschieden, dafür steht aber auch erst ein einziger Saisonsieg auf der Habenseite des Aufsteigers. Dennoch merkt man, dass die Magdeburger langsam in der Liga angekommen und auch offensiv mittlerweile deutlich präsenter sind. Zielspieler der Angriffe des FCM ist meist Stürmer Christian Beck, der schon zu Drittligazeiten bester Torschütze der Sachsen war und auch in der zweiten Bundesliga seine Knipserqualitäten nachgewiesen hat. Das jüngste Aufeinandertreffen mit den Lilien liegt noch keine drei Monate zurück, als die Darmstädter in Magdeburg durch ein Elfmetertor das Ticket für die zweite Pokalrunde buchten. Weil der Aufsteiger auswärts doch nochmal ein Stück schwächer einzuschätzen ist, sollte der SV 98 hier gute Chancen auf den zweiten Sieg des Jahres gegen die Magdeburger haben.

In dieser Saison erstmals zum Montagabendspiel antreten dürfen die Lilien eine Woche später beim VFL Bochum (Mo., 12.11., 20.30 Uhr). Der langjährige Bundesligist spielt seit 2010 durchgehend im deutschen Unterhaus, verpasste ein Jahr später in der Relegation den direkten Wiederaufstieg und arbeitete sich nach ein paar Jahren Abstiegskampf zuletzt wieder etwas nach oben. Das aktuelle Team gehört von der Kaderqualität sicher ins obere Drittel der Liga und kann trotz bisher eher schwankender und durchwachsener Leistungen weiter nach oben schielen. Das Prunkstück des VFL ist dabei die Offensive, die mit Hinterseer, Kruse und Ex-Nationalspieler Sam erstklassig besetzt ist. Im heimischen Stadion spielen die Westfalen deutlich dominanter als auswärts, bestimmten zum Beispiel trotz Niederlage die Partie gegen Tabellenführer Köln und feierten gegen Ingolstadt einen 6:0-Kantersieg. Zudem stehen die Bochumer unter Trainer Robin Dutt auch defensiv deutlich stabiler. Den Lilien steht mit dem Gastspiel im Ruhrgebiet also eine schwere Aufgabe bevor. Beim letzten Duell im Februar lagen die Darmstädter in Führung, mussten sich letztendlich aber unglücklich mit 2:1 geschlagen geben. Auch diesmal ist ein umkämpftes und spannendes Spiel zu erwarten, in dem mehr als ein Punkt für Heller und Co. aber eine große Überraschung wäre.

Nach der Länderspielpause kommt es zum nächsten Highlight für das Team von Dirk Schuster. Am Böllenfalltor empfängt man den Topfavoriten auf den Aufstieg und aktuellen Tabellenführer 1. FC Köln (Sa., 24.11., 13 Uhr). Trotz des Abstiegs im Sommer konnten die Kölner einen für Zweitligaverhältnisse fast schon sensationellen Kader zusammenstellen und sogar Nationalspieler Jonas Hector halten. Zwar läuft es spielerisch beim FC noch nicht wirklich rund, dass man aber trotzdem ganz oben steht, spricht für die individuelle Qualität des Teams. Allen voran Torjäger Simon Terodde befindet sich in Topform und kann aus dem nichts den Unterschied machen. Daheim kommt das Team von Markus Anfang mit der Favoritenrolle noch nicht wirklich zurecht, dafür läuft es auswärts mit bisher 13 von 15 möglichen Punkten umso besser. Auch wenn in der zweiten Liga nahezu alles möglich scheint, ist es aktuell kaum vorstellbar, dass der FC am Ende nicht unter den ersten zwei landet. Gerade auswärts sind die Kölner enorm effektiv, sodass sie auch in Darmstadt als klarer Favorit in die Partie gehen. Mit Kampfgeist und Mentalität ist für die Lilien in einem Spiel aber auch gegen den Bundesliga-Absteiger etwas möglich.