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Vorsicht: Falscher Polizist am Telefon – Schockanrufe

… es ist kurz nach 21:50 Uhr, irgendwo in einer südhessischen Gemeinde. Waltraud S. (79) hat sich gerade im Bad bettfertig gemacht, als plötzlich das Telefon klingelt. Es meldet sich ein Kriminalkommissar Schmidt. Er teilt mit, dass die Tochter in Untersuchungshaft sitzen würde. Sie habe einen Unfall verursacht, bei dem ein Radfahrer tödlich verletzt wurde.

Der Kommissar fordert Waltraud S. auf, eine Kaution für die Freilassung der Tochter zu hinterlegen. Sie dürfe jedoch mit niemandem darüber reden, da sie der Verschwiegenheit unterliege. Angst und Panik ergreifen Waltraud S. Wie kann sie ihrer Tochter helfen?

Kommissar Schmidt erkundigt sich fürsorglich: „Haben sie Bargeld, Goldbarren oder Schmuck zu Hause?“ Die Staatsanwaltschaft verlange 30.000 Euro Kaution für die Freilassung, da es sich um ein Tötungsdelikt handeln würde.

Das Telefonat könnte inhaltlich auch folgendermaßen verlaufen:
„Hier spricht Kommissar Müller. Wir haben soeben eine Einbrecherbande festgenommen. Zwei Täter sind noch flüchtig! Auf einem Zettel haben wir ihren Namen mit Anschrift aufgefunden. Wir gehen davon aus, dass bei ihnen demnächst eingebrochen wird.“

Angst und Panik ergreifen Waltraud S. Wie kann sie sich schützen?
Kommissar Müller weist Frau Waltraud S. an, alle Fenster und Türen zu verschließen und erkundigt sich über Bargeld, Schmuck oder sonstige Wertgegenstände im Haushalt.

Täter behaupten, Bankangestellten sei nicht zu trauen

Auch auf die Konten und Bankdepots ihrer Opfer haben es die Betrüger abgesehen. Unter dem Hinweis, die Bankmitarbeiter seien korrupt, oder steckten mit den angeblichen Einbrechern unter einer Decke, sollen die Angerufenen ihr gesamtes Vermögen nach Hause holen.

Hinweis

Die Polizei wird Sie niemals nach Ihren Geld- beziehungsweise Wertsachen fragen und um deren Herausgabe bitten. Das tun nur Betrüger.

Im weiteren Verlauf des Telefonates werden die Opfer angewiesen, das Geld und die Wertsachen in einer Tasche zu verstauen, um es Zuhause an einen Unbekannten zu übergeben, der sich als ein Polizist in Zivil ausgibt. Eine weitere Variante ist die Vorgabe, die Tasche irgendwo außerhalb des Hauses zu deponieren.

Auch wenn auf dem Display des Telefons die Notrufnummer 110 erscheint, handelt es sich um einen Betrugsversuch. Unter dieser Nummer wird Sie die echte Polizei niemals anrufen.

Opfer werden unter Druck gesetzt

Die Täter setzen ihre Opfer unter Druck. Sie fordern diese zu höchster Verschwiegenheit auf und drängen sie dazu, permanent mit den Tätern zu telefonieren, sodass sie weder die Angehörigen noch die echte Polizei kontaktieren können. Somit überwachen die Betrüger jeden Schritt ihrer Opfer.

Bei den eben aufgeführten Sachverhalten handelt es sich um klassische Anrufe von Betrügern des Phänomens „Falscher Polizeibeamter am Telefon/Schockanruf“.

Tipps der Polizei

  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten oder dazu auffordern, Geld oder Wertsachen herauszugeben.
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizei-Notrufnummer 110 an.
  • Geben Sie am Telefon nie Auskunft über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse oder andere sensible Daten.
  • Legen Sie einfach auf! Dies ist nicht unhöflich.
  • Übergeben Sie niemals unbekannten Personen Geld oder Wertsachen
  • Ziehen Sie gegebenenfalls eine Vertrauensperson hinzu, z.B. Nachbarn, Freunde oder nahe Verwandte.
  • Löschen Sie ihren Eintrag im Telefonbuch oder nutzen Sie nur den Anfangsbuchstaben ihres Vornamens.
  • Glauben Sie, Opfer eines Betrugsversuchs zu sein: Beenden Sie das Gespräch durch mehrmaliges Drücken der roten Aus-Taste am Telefon. Wählen Sie selbst die Notrufnummer 110, benutzen sie auf keinen Fall die Rückruftaste.

Weitere wichtige Informationen finden Sie im Internet unter www.polizei-beratung.de sowie

Polizeipräsidium Südhessen | E4 – Beratungsstelle | Orangerieallee 12 64285 Darmstadt | Tel.: 0 61 51 969 – 40 444 | beratungsstelle@polizei.hessen.de