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VORHANG AUF für …WOOG

Stadtbuchmagazin für Darmstadt | ErsteEdition

Es mag ungewöhnlich sein, als seit fast 25 Jahren in der ohnehin umkämpften Darmstädter Medien-Szene etabliertes Magazin den Blick auf eine beachtliche Neuerscheinung auf dem Darmstädter Magazinmarkt zu lenken. Doch WOOG, das Stadtbuchmagazin für Darmstadt, herausgegeben vom Darmstädter Journalisten Michael Eder, lohnt genau diesen Blick.
Michael Eder, viele Jahre Redakteur bei der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (FAZ), hat als Autor Michael Oder bereits mit seinen Geschichten rund um Dagobert Kackgans (“Wie Dagobert Kackgans Bürgermeister von Darmstadt wurde”) 2018 Darmstädter Besonderheiten auf die Schippe genommen. Jetzt legt er mit seinem Stadtbuchmagazin nach: Mit besonderen Geschichten, mit Interviews, Porträts, Glossen, Kolumnen und Bildern. “Als Buch, weil es zu schade ist für Briefkästen, weil es in ein Regal gehört”, schreibt der Autor.
Eder, in Darmstadt zuhause, erklärt, warum das Buch der Darmstädter Weltklasse-Tennis-Spielerin Andrea Petkovic zum Bestseller wird (“Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht”) und hat sich vor allem mit Roland Hotz, dem Macher des Kikeriki-Theaters, einen Interviewpartner vor den Notizblock geholt, der austeilen kann (“Wenn du Visionär bist in dieser Stadt, wirst du ausgelacht. Unser Stadtmarketing? Ich kann das gar nicht in Worte fassen.”) Auch Tim Huß, der Darmstädter SPD-Chef, zählt zu Eders Gesprächspartnern (“Die Darmstädter SPD ist ein Experiment, wie man es anders macht”) oder der Friseur, Maler, Musiker, Koch, Zigarrenraucher und Maserati-fahrer Davide Carsidona. Lesenswerte Porträts über die Darmstädter Triathlonikonen Nicole und Lothar Leder, die zwei Leben des Prinzen Michael Killer, “der sich aufführte wie ein König, einen Schlaganfall erlitt und sich ein neues Leben erkämpfte”.
Dazwischen immer Stadtgesichter wie Schauspieler Stefan Schuster oder die TEC-Vereinschefin Sonja von Keussler, Eder bietet Darmstädter Kultur und Genuss, Foto- und Gedankenalben, die Fragen stellen: Etwa, wie man in der Sportstadt Darmstadt auf die Idee kommen kann, den Basketballkorb auf dem großzügigen Hof der Mornewegschule mit einem spezialangefertigten Kreuz zu verschließen? Unter der Überschrift “Die Schulversager” widmet sich Michael Eder der Stadtverwaltung und der städtischen Schulverwaltung in Zeiten der Coronakrise und fällt ein vernichtendes Urteil über den im Darmstädter Magistrat für Schulen und Ordnungsamt verantwortlichen Dezernenten. An die Medienabteilung der Lilien richtet “Martin Maulkorb” den Wunsch: “Behandelt eure Jungs nicht länger wie Idioten. Hört auf damit, jedes und alles in belangloses Geschwätz zu verwandeln. “Charles Boulanger” empfiehlt der Bäckerei Bormuth, “einen Ihrer Leute nach Schwaben, Bayern oder Baden zu schicken, um dort zu lernen, wie man Brezeln backt” und “Luise Duden” empfiehlt den Machern der “Cityzeitung” einen Volkhochschulkurs “Deutsch in Wort und Schrift” zu belegen. Und absurd findet es Autor Eder, dass es in Darmstadt “offenbar kaum Wichtigeres gibt, als Schaustellern in bester Lage Standplätze für Lokalitäten wie ‘Grupes Gamblinghall’ anzubieten.
WOOG richtet einen anderen, einen in Darmstadts umfangreicher Magazin- und Medienwelt bislang einmaligen Blick auf Darmstadt. Das macht diese erste Edition so besonders. Und wer den Vollblutjournalisten Michael Eder kennt, weiß: Das war es noch lange nicht. Denn Darmstadt hat in vielerlei Hinsicht einiges zu bieten.
Sandra Russo

Michael Eder

Zur Person

Michael Eder, 30 Jahre lang F.A.Z.-Redakteur mit Schwerpunkt auf Reportagen, Interviews und Glossen. Ebenso lange in Darmstadt zuhause.
Das WOOG-Magazin ist sein erstes Rentnerprojekt, weitere sollen folgen.
Zuvor ist er mit seiner Satire „Wie Dagobert Kackgans Bürgermeister von Darmstadt wurde“ aufgefallen.
Er schrieb mit Jonathan Heimes dessen Biographie „Comebacks“ und erfand die „Dumusstkämpfen“-Bändchen.

Zum Buch

WOOG I Stadtbuchmagazin | erhältlich bei Hugendubel und Thalia in Darmstadt,
Hardcover, 128 Seiten, 19,90 Euro