Inspiration

Von Anfang bis Zehnder

Rund ein Drittel der Saison ist vorbei – genug Zeit, um zu sehen, wie sich die Neuen beim SV Darmstadt 98 bislang bewährt haben.

Lukas Mai

Die Leihgabe vom FC Bayern München II ist eine gute Verstärkung. Trotz seiner 20 Jahre agiert Mai schon ausgesprochen abgeklärt und spielstark, spielte in jedem Spiel durch (bis Redaktionsschluss) und behauptete sich dabei unter anderem gegen Konkurrent Immanuel Höhn. Dass Mais Leistungen auch anderswo geschätzt werden, zeigen seine Nominierungen für die U21, wo er gleich beim Debüt zum Spieler des Spiels gekürt wurde.

Aaron Seydel

Der flexibel einsetzbare Offensivspieler kam vom FSV Mainz 05. Doch auch in Darmstadt bleibt ihm das Verletzungspech der vergangenen Jahre treu: erst eine Schulterverletzung in der Vorbereitung, dann ein Rippenbruch und muskuläre Probleme. Trainer Markus Anfang kennt den 1,99-Meter-Hünen aus Kiel, wo Seydel unter dem Coach seine bislang beste Profisaison hatte. In Darmstadt ließ Seydel sein Können bislang nur punktuell aufblitzen.

Adrian Stanilewicz

Der Deutsch-Pole wurde unter Anfang mit Bayer Leverkusen 2016 B-Jugendmeister. Vergangene Saison gehörte er oft zum Bayer-Kader, kam aber kaum zum Einsatz. Nach Darmstadt wechselte er, um mehr Spielpraxis zu sammeln. In seinen ersten beiden Einsätzen verursachte er jedoch jeweils einen Elfmeter. Allerdings ließ er auch immer wieder sein Können aufblitzen. Auf der Sechser-Position, die er am liebsten spielt, ist Victor Palsson gesetzt. Mehr Chancen hat er als Außenverteidiger. Ein Mann für die Zukunft.

Nicolai Rapp

Groß war die Freude, als die erneute Ausleihe Rapps von Union Berlin feststand – schließlich hatte er in der vergangenen Rückrunde einen ausgesprochen guten Eindruck hinterlassen. In der laufenden Saison begann er gut, war auf der Sechser-Position gegen Nürnberg mit einem Sergio-Ramos-Kopfball kurz vor Schluss sogar der Matchwinner. In der Innenverteidigung mit durchwachsenen Leistungen – schwach gegen Karlsruhe und Paderborn, stark unter anderem gegen Braunschweig.

Silas Zehnder

Auch wenn Trainer Anfang keinen Spieler abschreibt – für Silas Zehnder wird es schwer, auf Einsätze zu kommen. 2017 wurde er am letzten Spieltag jüngster Lilien-Bundesliga-Spieler aller Zeiten. Es war sein bislang einziger Einsatz bei den Profis. Vom Stürmer wurde er in den vergangenen zwei Jahren bei Viktoria Aschaffenburg zum Linksverteidiger umgeschult. Doch in Fabian Holland, Matthias Bader und Lukas Stanilewicz gibt es mindestens drei Spieler, die vor ihm stehen. Bislang stand Zehnder noch kein einziges Mal im Kader.

Markus Anfang

Unter dem neuen Trainer zeigen die Lilien den attraktivsten Fußball seit Jahren und erspielen sich zahlreiche Chancen. Dass die Mannschaft zu viele Torgelegenheiten hat liegen lassen, kann man dem Trainer nicht ankreiden. Ohnehin ist die Torquote pro Spiel auch so schon gut. Mehr Sorge bereitet die hohe Zahl der Gegentore. Das Kurzpassspiel in der Abwehr geht manchmal schief. Anfang fordert Zeit vor allem für die jungen Spieler, die in der Lernphase Fehler machen dürften. Wenn sich die Mannschaft auf dem eingeschlagenen Weg weiterentwickelt, wird man jedoch noch viel Freude miteinander haben