Inspiration

Tugenden machen Mut

Spektakel, turbulente Schlussviertelstunden und eine durchaus sehenswerte Punkteausbeute – so könnte man die bisherige Saison aus Liliensicht zusammenfassen. Dass die meisten der gesammelten Punkte dabei hart umkämpft waren und fast alle Spiele erst in den Schlussminuten entschieden wurden, zeigt einmal mehr die Ausgeglichenheit der zweiten Liga, in der am Ende Kleinigkeiten über den Sieg entscheiden.

So richtig weiß man daher auch noch nicht, wo die Reise für die Darmstädter letztendlich hingehen wird. Blutleere Auftritte wie in Regensburg und in der zweiten Halbzeit gegen Bochum stehen überzeugende Auftritte gegen Bielefeld oder St. Pauli gegenüber.

Spielerisch tut sich das Team von Torsten Frings gegen diszipliniert verteidigende Teams weiterhin schwer. Dafür begeistern die Lilien spätestens seit ein paar Spieltagen wieder mit den altbekannten Tugenden Kampfgeist, Mentalität, Standardstärke und Last-Minute-Toren, welche für die Lilien auch beim Aufstieg vor drei Jahren entscheidend waren und die auch diese Saison zum großen Trumpf werden könnten. Man sollte den Saisonauftakt aber insgesamt richtig einordnen und muss konstatieren, dass der Bundesliga-Absteiger bisher fast nur gegen Teams aus der zweiten Tabellenhälfte antrat, defensiv trotzdem große Schwächen offenbarte und viele Punkte erst mit einem großen Kraftakt für sich verbuchen konnte. Zudem wirkt der Lilien-Kader in seiner Zusammenstellung etwas unausgeglichen, fehlt es Frings doch vor allem in der Abwehr und auf den offensiven Außenpositionen an Alternativen, während für die einfache Sturmspitze gleich fünf Akteure zur Verfügung stehen.

Dennoch ist punktetechnisch alles im Lot in Darmstadt, zumal man am Beispiel Ingolstadt sieht, dass auch ein guter Kader keine Punkte garantiert. Im Oktober können die Südhessen gegen mehrere Spitzenteams der Liga zeigen, dass sie selbst eines sind. Mut macht, dass man wieder das Gefühl hat, die Lilien sind erst geschlagen, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat.