Inspiration

Theaterherz

Der letzte Band der Trilogie von Stefan Benz

“Wein und Crime. Respekt” … “Krass. Also wenn das Theater ist, muss ich doch mal mitgehen!” Mit diesen Kommentaren von Marco, dem jugendlichen Sohn der weiblichen Protagonistin Claudia, ist die gesamte Geschichte um Herrn Beck mit allen Verwirrungen erklärt.

Stefan Benz holt in ungeheuerer Geschwindigkeit zum finalen Crescendo der Roman-Trilogie um den alternden, verlotterten Theaterkritiker und Weinhändler Justus Beck aus. Ein Roman, wie aus einem Guss. Er ist vom ersten Wort bis zum letzten Punkt mitreißend. Mit unzähligen regionalen Anspielungen, die ihm aber nur zum Farbtupfen dienen. Einer heißt Cestonaro, einer Stroh-Engel, einer Wildmoser-Bettencour. Diese gesellen sich zu den bekannten Berlepp und Rudolf. Für Fußballferne:  Tja, Benz ist Lilien-Fan. Aber mit den Spielern hat das nix zu tun.

Ich mag, wenns sprachartistisch wird. Und hier erweist sich die Schreibe von Stefan Benz nochmal verschärft präzise und lustvoll akrobatisch.

Wie beim ersten Teil “Theaterdurst” und dem zweiten “Theaterwut” bedauere ich auch hier bei dem abschließenden “Theaterherz”, dass Benz nicht früher angefangen hat, Romane zu schreiben und uns damit Theater auf amüsant-freche Weise näher zu bringen.

Und ich bedauere ein weiteres Mal, dass ich es bis heute nicht geschafft habe, eine Lesung zur Theater-Trilogie von Stefan Benz zu erleben.
Giuseppe Pippo Russo

Stefan Benz, “Theaterherz”, Verlag tredition, 11,99 Euro