Inspiration

Spirwes 2018 – Preisvergabe

Am Samstag (23.6.) wurde im Foyer des Staatstheaters Darmstadt zum dritten Mal der “Spirwes” – Darmstädter Preis für Maulkunst und Lebensart – verliehen.

In der Jury sind:

v.l.n.r.: Dirk Sulzmann, Michael Mahr, Ruth Kockelmann, Felix Hotz, Hans-Joachim Heist, dahinter Frank Horneff, Marga Hagefeld, Roland Dotzert, Oliver Brunner

Oliver Brunner – Schauspieldirektor, Staatstheater Darmstadt
Roland Dotzert – Vorstand Heimatverein „Darmstädter Heiner“ e.V.
Marga Hargefeld – Vorstand Hessische Spielgemeinschaft 1925 e.V.
Hans-Joachim Heist – Schauspieler und Kabarettist
Frank Horneff – Lokalredakteur, Darmstädter ECHO
Felix Hotz – Schauspieler, Kikeriki Theater/Comedy Hall
Ruth Kockelmann – Fachberaterin Kulturelle Bildung, Staatliches Schulamt
Michael Mahr – Vorstand Volksbank Darmstadt Südhessen
Dirk Sulzmann – Leiter Umfeldbeziehungen, MERCK
Jonas Zipf – Kurator Datterich-Festival 2015, Werkleiter Jena Kultur
Marcel Zocher – Musiker, Mundart-Formation „Lichtenberg“

Anerkennungspreis.

Der Anerkennungspreis, dotiert mit 1000 Euro, gestiftet von MERCK und dem Heimatverein „Darmstädter Heiner“ geht an  die Bernhard-Adelung-Schule (Darmstadt) und Hüseyin Köroglu.

Die Jury begründet: „Spätestens seit seinen musikalischen und schauspielerischen Beiträgen mit den  „Besidos“  zur 2015er Neuinszenierung des „Datterich“ durch die Hessische Spielgemeinschaft um David Gieselmann braucht man ihn in Darmstadt niemandem mehr vorstellen: Höchstens für die Schüler einer achten Klasse der Bernhard-Adelung-Schule war Hüseyin Köroglu noch ein Unbekannter. Das blieb nicht lange so. In beeindruckender Manier gelang es Köroglu, die Herzen der Schüler zu erobern und im Rahmen einer Projektwoche einen Mundart-Rap zu erarbeiten, der sich – nicht zuletzt dank einer klitzekleinen Übersetzungs-Unterstützung durch die Hessische Spielgemeinschaft – sehen und hören lässt.

Dieses Projekt hält die Jury des SPIRWES für eine echte Blaupause, eine auf andere Schulen übertragbares Modellprojekt und verleiht daher nach einstimmiger Entscheidung der Bernhard-Adelung-Schule gemeinsam mit Hüseyin Köroglu den Anerkennungspreis des SPIRWES 2018.“

Künstlerpreis:

Den durch die Firma MERCK und der Volksbank Darmstadt Südhessen gestifteten und mit 3500 Euro dotierten SPIRWES– Künstlerpreis 2018 erhalten Die Söhne Heusenstamm:

Die Jury begründet: „Wie tief kann man sinken? Wer lebt schon in Mannheim? In Heusenstamm ist es so geil, dass einen schon die Abreise per Autobahn automatisch zum halbmelancholischen Absingen von Raggy-Liedern bringt. Doch die Söhne Heusenstamm können nicht nur covern, müssen nicht immer ironisch sein. Auch ihre ernsteren Eigenkompositionen haben das Zeug zu Social-Media-Hits. Damit erreichen diese Jungs für die Sache der Mundart ein atypisches, weil junges und neues Publikum. Sie sind veritable Botschafter der Sache des heiligen Spirwes und Vorbilder unserer aufstrebenden südhessischen Jugend. Prost Äppelwoi Cola!

Die Jury verleiht den Söhnen Heusenstamm den mit 3500 Euro dotierten Künstlerpreis des SPIRWES 2018. Die Entscheidung der Jury erfolgte einstimmig.

Preis der Jury:

Den Preis der Jury, dotiert mit 1000 Euro, gestiftet von der Firma MERCK und der Volksbank Darmstadt Südhessen“ geht an Charly Landzettel.

Charly Landzettel

Die Jury begründet: „Es soll viele Menschen geben, die nach Darmstadt ziehen und zunächst nichts mit diesem merkwürdigen Gebrabbel anzufangen wissen. Manchen wird der Weg der Erleuchtung Richtung Maulkunst und Lebensart dann allerdings durch herausragende Mundart-Projekte gewiesen. Ein ebensolches stellt aus Sicht der Jury Charly Landzettels Kolumne „Breeweldibbe“ im Darmstädter ECHO dar. Um keine Pointe verlegen, nie um den heißen Brei herumredend, adressiert Landzettel die aktuellen Themen der Stadtpolitik und -gesellschaft Darmstadts. An dieser Kolumne kommt der Heiner ebenso wenig vorbei wie etwa der geneigte Fernsehzuschauer dem Sonntag-Abend-Ritual des Tatorts: Wer nicht liest, ist selbst schuld, wenn er sich am nächsten Montag auf der Arbeit mal wieder nicht ins Gespräch mit den Kollegen vertiefen kann. Erstaunlich nur, dass ausgerechnet den Alteingesessenen, den „waschechte“ Heiner, dieses in hochdeutscher Lautung dotierte Hessisch doch irgendwie immer verdächtig vorkommt.

Die Jury verleiht aufgrund einer einstimmigen Entscheidung den mit 1000 Euro dotierten Jurypreis des SPIRWES 2018 an Charly Landzettel.