Inspiration

SPIELETIPP | Miyabi

Japanische Gärten sind berühmt für ihre Eleganz und Anmut, wofür das japanische Wort Miyabi steht. Alles muss in Harmonie zueinander stehen: Büsche, Teiche, blühende Bäume, Pagoden oder Felsen.

Die Japanischen Gartenbauer sind eher Gartenkünstler. Solche Künstler sollen auch die Mitspieler in diesem Spiel werden. Reihum werden Plättchen mit Bäumen und Büschen, Teichen und Pagoden, Felsen und Sträucher im eigenen Garten abgelegt. Dabei ist die Ordnung im Großen und Ganzen vorgegeben, für jede Sorte Plättchen ist schon eine Zeile fest eingeplant. Aber auch für die Spalten gibt es eine Einschränkung: pro Bauphase mit sechs Plättchen darf in jede Spalte nur ein Plättchen mit Symbol gelegt werden. Dabei dürfen sich Plättchen, die mehr als ein Feld einnehmen nicht überlappen. Andererseits benötigt man diese großen Plättchen um Plateaus zu bauen, denn für Plättchen auf höheren Ebenen gibt es deutlich mehr Punkte. Am Ende zählen aber nicht nur möglichst wertvolle Plättchen auf höheren Ebenen, sondern es gibt pro Zeile auch noch eine Mehrheitenwertung der Bäume, Fische, Pagoden etc.
Das Dilemma besteht also darin, nicht nur hoch zu bauen, sondern Symbole beim Stapeln möglichst auch nicht wieder abzudecken. Daraus entsteht ein immer wieder kniffliges Puzzle-Spiel. Für Abwechslung sind gleich fünf Mini-Erweiterungen dabei, die den optimalen Garten dann schon zu einer Herausforderung für die Gartenbauer machen können.
Die sehr einfache Grafik dient sicher der Übersichtlichkeit, hätte aber schon etwas natürlicher sein dürfen. Der Autor des mit dem „Spiel des Jahres“ ausgezeichneten „Azul“ legt damit ein empfehlenswertes Legespiel mit einfachen Regeln vor.

Michael Blumöhr

„Miyabi“ von Michael Kiesling, Haba, 2-4 Spieler ab 8 Jahre