Inspiration

SPIELETIPP | Mandala

Im tibetischen Buddhismus haben Sandmandalas eine tiefe Bedeutung: Dabei soll die Vergänglichkeit des Lebens und das Ideal der Entbindung von der materiellen Welt symbolisch vollzogen werden. Sand findet man in der Spieleschachtel jedoch nicht, stattdessen 110 Spielkarten in sechs Farben und – was recht ungewöhnlich aber sehr praktisch ist – ein bedrucktes Küchentuch als Spielfläche. Besonders bei Kartenspielen begünstigt eine textile Unterlage das Aufnehmen von Karten ungemein.

Im Zentrum des Spiels für zwei Spieler werden immer wieder zwei Mandalas gebildet und wenn eines vollständig ist, wird es gewertet und damit wieder abgeräumt. Abwechselnd kann man Karten in die Mandalas legen. In die Mitte können beide Spieler einzelne Karten legen, diese kommen später in die Wertung. Der Vorteil dieser Aktion ist zudem, dass es Nachschub an Karten gibt. In den Teil des Mandalas, der auf der eigenen Seite liegt, können gleich mehrere gleichfarbige Karten gelegt werden. Diese bestimmen, wer bei der Wertung den ersten Zugriff auf die Karten der Mitte hat. Sind alle sechs Farben in einem Mandala vertreten, wird es gewertet. Die erste Wertungskarte kommt dabei in den eigenen Fluss und bestimmt den Wert der weiteren Karten der betreffenden Farbe.

Der Einstieg in das Spiel gelingt dank der einfachen Regeln recht schnell. Doch schon nach wenigen Runden wird man vor knifflige Entscheidungen gestellt, die ein sehr reizvolles Spiel ergeben. Über die Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken, bleibt dann allerdings kaum Zeit.

Michael Blumöhr

„Mandala“ von Trevor Benjamin & Brett J. Gilbert, Lookout Spiele, 2 Spieler ab 10 Jahre