Inspiration

So machen Zecken keinen Stich!

Tausende Erkrankungen jährlich gehen auf das Konto des Gemeinen Holzbocks (Ixodes ricinus), der Zeckenart, die in Deutschland am häufigsten Menschen sticht und so Bakterien und Viren überträgt. Die winzigen Spinnentiere ernähren sich von Blut. Bis zu 15 Tage können sie an ihrem Wirt saugen und dabei auf das bis zu 200-Fache ihrer Größe anwachsen.

Ist eine Zecke infiziert, kann sie gefährliche Krankheiten übertragen

Am häufigsten in Europa ist Borreliose, eine bakterielle Infektion, die von etwa 30 Prozent der Zecken übertragen wird. Borreliose ist schwer zu diagnostizieren, Symptome wie Kopf-  oder Gelenkschmerzen treten oft erst auf, wenn der Zeckenstich längst vergessen ist. Das einzig charakteristische Symptom – eine ringförmige Rötung um die Einstichstelle – haben nicht alle Infizierten. Im Anfangsstadium ist Borreliose mit Antibiotika gut zu behandeln. Darum gilt: Frühzeitige Diagnostik und Therapie sind der beste Schutz vor Spätfolgen.

Die Virus-Erkrankung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Form der Hirnhautentzündung, die vermehrt in so genannten Risikogebieten auftritt. Die Krankheit beginnt grippeähnlich mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schwindelgefühl. Bei jedem Dritten kommt es im Anschluss zu einer Entzündung der Hirnhäute, die einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann. Zur Behandlung gibt es keine Medikamente, Schutz bietet nur die vollständig durchgeführte FSME-Impfung, die von den Krankenkassen gezahlt wird.

Achtung vor Ort: FSME-Risikogebiete

FSME war lange Zeit ein eher süddeutsches Phänomen. Aber mittlerweile rückt die Zecke weiter gen Norden vor. Auch Darmstadt und der Landkreis Darmstadt-Dieburg werden mittlerweile vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiete geführt, Hier empfehlen Ärzte ausdrücklich die FSME-Impfung.

Eine aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland findet man auf der Website des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de/DE/Content/InfAZ/F/FSME/Karte_FSME.html.
Anke Breitmaier

AUF geklärt – Drei Informationen zu Zecken AUF gepasst – Drei Tipps gegen Zecken

Bild: Umweltbundesamt
Bild: Umweltbundesamt
zeckeentfernen
Sie fallen nicht von Bäumen oder springen aus Büschen: Zecken „lauern“ auf Gräsern, Büschen und Sträuchern bis zu einer Höhe von 1,5 m und bleiben beim Vorüberstreifen am Menschen hängen.

Sie haben keine Vorlieben: Nicht der Geruch zieht Zecken an, es gibt auch nicht Menschen, auf die sie es besonders abgesehen haben. Normalerweise läuft die Zecke nicht auf Menschen zu, der Mensch fängt sie sich ein.

Sie sind wählerisch: Zecken stechen nicht gleich dort zu, wo sie landen. Sie können eine Stunde oder sogar länger auf dem Körper krabbeln, um sich eine passende Stichstelle zu suchen. Sie bevorzugen geschützte Stellen, etwa am Kopf (Haaransatz, Ohren), Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehlen. Auch im Hüftbereich, wo die Hose aufliegt, oder unter dem Uhrarmband stechen sie gerne zu.

Richtig raus gehen: In Wald und Wiese sollte man vor allem Fuß- und Knöchelbereich schützen. Zuhause Kleidung ausschütteln und den Körper absuchen. Teiche, schattige Stellen und hohes Gras sind ideale Lebensräume für Zecken – im Garten sollte man Gebüsch lichten und Gras kurz halten.

Schnell raus damit: Borreliose-Erreger befinden sich im Darm der Zecke – sie muss einige Zeit saugen, bevor sie diese auf den Menschen übertragen kann. Das Infektionsrisiko steigt nach einer Saugzeit von mehr als 12 Stunden.
Richtig raus machen: Eine saugende Zecke sollte man mit Pinzette oder speziellem Zeckenentfernungsinstrument an ihren Mundwerkzeugen (nicht am vollgesogenen Körper) packen und langsam gerade aus der Haut ziehen. Dabei sollte sie nicht gedreht werden und auf keinen Fall zuvor mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden – das könnte die Zecke reizen, die dann Speichel und somit Erreger abgibt.