Inspiration

Schlüsselspiele gegen direkte Konkurrenz

Bild: Christian Grau, Kalender-Darmstadt 2018

Gegner-Vorstellung

trafen die Lilien im Herbst meist auf schwere und sich in guter Form befindliche Gegner aus der oberen Tabellenhälfte, gibt es spätestens in den Wintermonaten Dezember und Januar keine Ausreden mehr. Dann geht es für die Darmstädter fast ausschließlich gegen Konkurrenten im Abstiegskampf, die zum Großteil noch tiefer im Keller stecken. In diesen Spielen ist vom Ende der Abstiegssorgen bis zum Abrutschen auf einen direkten Abstiegsplatz alles möglich.

Zum ersten wegweisenden Spiel im Dezember (15. Spieltag, So., 3.12., 13.30 Uhr) empfangen die Darmstädter Jahn Regensburg am Böllenfalltor. Der Aufsteiger aus Bayern sorgte zu Saisonbeginn mit Siegen in Ingolstadt in der Liga und gegen Darmstadt im Pokal für Aufsehen, konnte die Aufstiegseuphorie aber nicht lange aufrecht erhalten und rutschte in der Tabelle immer weiter nach unten. Erst Siege gegen die direkten Konkurrenten Kaiserslautern und Fürth ließen das vor allem von Lauf- und Einsatzbereitschaft lebende Team von Achim Beierlorzer etwas durchatmen. Die Regensburger punkteten in den letzten vier Auswärtsspielen nur einmal und zählen von der Kaderqualität definitiv zu den großen Abstiegskandidaten, weshalb die Lilien, die zudem noch die Pokalrechnung begleichen wollen, als Favorit in die Partie gehen.

Eine Woche (16. Spieltag, Fr., 8.12., 18.30 Uhr) später reisen die Lilien zu einem vor allem in den Wintertagen extrem unangenehmen Auswärtsspiel nach Aue. Die Erzgebirgler konnten sich nach dem direkten Wiederaufstieg 2016 in der letzten Saison dank einer starken Rückrunde in der Liga halten und knüpfen in der bisherigen Runde durchaus an diese Leistungen an. Vor allem in der Offensive sind die Sachsen mit Pascal Köpke und Dimitrij Nazarov sehr gut besetzt, in der Zentrale sorgt der über zweihundertfache Bundesligaspieler Christian Tiffert für die nötige Stabilität. Gutes Omen: Das bisher einzige Auswärtsspiel der Lilien in Aue fand ebenfalls an einem kalten Freitagabend statt und endete durch ein Gondorf-Tor in der Schlussphase mit 1:0 für die Gäste.

Das erste Spiel der Rückrunde eine Woche vor Weihnachten (17. Spieltag, So., 17.12., 13.30 Uhr) führt das Team von Torsten Frings nach Fürth. Seit der eher unglücklichen Auftaktpleite am Böllenfalltor stecken die Kleeblätter im Abstiegskampf, holten auswärts erst zwei Punkte und wechselten bereits nach fünf Partien den Trainer. Zwar übernahm das Zweitliga-Urgestein Mitte September die Führung in der ewigen Tabelle der zweiten Liga, verlor aber seit dem bitter verpassten Aufstieg vor drei Jahren gegen den Hamburger SV schleichend den Anschluss an die Spitze und muss diese Saison mehr denn je um den Klassenerhalt bangen. Weil die Fürther alle bisherigen Saisonsiege im heimischen Sportpark holten, sollten die Lilien allerdings gewarnt sein.

Nach der fünfwöchigen Winterpause startet die zweite Bundesliga direkt mit einer englischen Woche in das neue Jahr. Zunächst treten die Lilien mittwochs (18. Spieltag, Mi., 24.1., 18.30 Uhr) zum Flutlichtheimspiel gegen Kaiserslautern an. Der deutsche Meister von 1998 hat seine goldenen Zeiten endgültig hinter sich und stand nach dem desaströsen Fehlstart schon mit einem Bein in der dritten Liga. Unter dem neuen Coach Jeff Strasser sendete der Traditionsklub zumindest vereinzelte Lebenszeichen, für die meistens der beste Torschütze Sebastian Andersson verantwortlich war und konnte den Anschluss an das rettende Ufer wieder einigermaßen herstellen. Gegen die Lauterer, die in der Hinrunde fast durchgehend das Schlusslicht der Tabelle stellten, sollten die Lilien daheim gute Chancen haben, einen direkten Konkurrenten zumindest auf Abstand zu halten.

Nur vier Tage später (19. Spieltag, So., 28.1., 13.30 Uhr) geht es für die 98er mit dem Auswärtsspiel bei St. Pauli weiter. Am stimmungsvollen Millerntor wartet mit dem Kiez-Klub der wohl schwerste der vorgestellten Gegner. Nach der überragenden Rückrunde unter Ewald Lienen in der vergangenen Saison enttäuschen die Hamburger in der diesjährigen Spielzeit vor allem offensiv und liegen nur im Mittelfeld der Tabelle. Besonders gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller taten sich die Paulianer schwer, Torjäger Bouhaddouz stand diese Saison auch aufgrund von Verletzungen bisher komplett neben sich. Doch die Erfolge bei Spitzenteams wie Nürnberg und Kiel zeigen, dass im Team von Olaf Janßen Potential für mehr steckt. Auch wenn die Hamburger im Hinspiel in Darmstadt unter Wert geschlagen wurden, sollte den Lilien der klare Erfolg im August ebenso Mut machen wie die Tatsache, dass der Kultklub vom Millerntor an eben diesem bisher deutlich weniger Punkte holte als auswärts.