Inspiration

Psychische Einkesselung

Ein einflussreicher Oligarch, ein mutiger Journalist und ein staatlich gefördertes Unterdrückungssystem – der Thriller des belarussischen Schriftstellers Sasha Filipenko ist eine entsetzliche Schreckensgeschichte.

Der Russe Wladimir Slawin ist ein korrupter Oligarch, der es als staatsnaher Großunternehmer weit gebracht hat. Nach außen hin zeigt sich der reiche und kultivierte Mann, der politische Ambitionen hat, bescheiden und vaterlandstreu. Klar ist aber, dass er seinen Erfolg miesen Geschäften zu verdanken hat. Anton Quint weiß das wie so viele andere. Und er will nicht länger schweigen: Der Journalist arbeitet investigativ und hat Informationen über Slawins üble Machenschaften gesammelt. Damit will er an die Öffentlichkeit gehen, um die Zustände in Russlands Elite anzuprangern. Doch mit einem Oligarchen sollte man sich nicht anlegen – Slawin kennt alle Mittel und sämtliche Wege, um Quint mundtot zu machen. Er setzt zwei Handlanger auf den Journalisten und seine Familie an. Kalo und Lew sind zu allem bereit und beginnen ihre gnadenlose Hetzjagd mit einem Psychokrieg, der nur eines zum Ziel hat: Den unliebsamen Journalisten zu vernichten. Kalo und Lew terrorisieren ihn und seine ganze Familie mit Lärm, sie quartieren Alkoholiker in die Nachbarwohnung ein, streuen Gerüchte und starten eine Schmutzkampagne. Quint gibt sich so schnell nicht geschlagen und versucht, den Angriffen Paroli zu bieten. Doch gegen das organisierte System des Schreckens kommt er nicht an – die Gewalt eskaliert, der Horror spitzt sich unaufhaltsam zu. Schon 2016 schrieb Filipenko, der selbst Russland mit seiner Familie verlassen hat und an wechselnden Wohnorten in Europa lebt, diesen brandaktuellen Roman. Brutal sind viele Szenen, unvorstellbar die Systematik, mit der hier einer, der die Wahrheit sprechen will, mitsamt seiner Familie fertiggemacht wird.

Sasha Filipenko: Die Jagd | Diogenes | 23 Euro

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