Inspiration

Noch Schnupfen oder schon Pollenallergie?

Die Nase läuft, der Hals kratzt – da liegt es jetzt nahe, an eine Erkältung zu denken. Aber die Symptome können auch auf eine Allergie hindeuten. Denn jedes Jahr beginnt der Pollenflug früher, bereits im Dezember letztes Jahr trieben die ersten Frühblüher ihr Unwesen.
Bisher war der Winter einer der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen – wegen der milden Witterung waren schon Anfang Dezember in einigen Regionen Haselpollen unterwegs, denn Bäume und Sträucher blühten bei zweistelligen Temperaturen.

Klimawandel hat auch für Pollenallergiker spürbare Folgen: Viele Pflanzen haben bessere Wachstumsbedingungen, beginnen früher zu blühen und tun dies auch länger. Vor allem in Städten soll sich Experten zufolge die Pollenkonzentration erhöhen. Grund dafür: Die Luftverschmutzung durch Abgase von Autos und Industrie und der damit verbundene hohe CO2-Ausstoß begünstigen eine hohe Pollenproduktion.

Wie unterscheidet man eine Pollenallergie von einer Erkältung?

  • Die Symptome können ähnlich sein, Heuschnupfen tritt in der Regel aber jedes Jahr etwa um dieselbe Zeit auf.
  • Erkältungen haben im Winter Hochsaison, gerade dann, wenn die meisten allergieauslösenden Pflanzen nicht blühen. Bei nasskaltem Wetter grassieren Erkältungsviren, bei Pollenallergikern hingegen lässt Heuschnupfen nach.
  • Heuschnupfen kommt plötzlich, eine Erkältung bahnt sich mit Symptomen an, die sich innerhalb weniger Tage verschlimmern und dann wieder abklingen.

Wie werden Allergien behandelt?

  • Als beste Behandlungsform gilt die Vermeidung der allergieauslösenden Stoffe. Die Empfehlungen reichen je nach Allergen von der Anschaffung von neuen Matratzen (Hausstaubmilben) bis zum täglichen Haarewaschen (Pollen).
  • Beschwerden lassen sich durch Medikamente oft lindern: Antihistaminika unterdrücken allergische Reaktionen, kortisonhaltige Präparate stoppen Entzündungsreaktionen.
  • Ist der Leidensdruck groß und verschlimmern sich die Symptome mit der Zeit, kann eine ursächliche Behandlung, Hyposensibilisierung, infrage kommen.

Kann die Hyposensibilisierung Allergien heilen?

  • Bei der Hyposensibilisierung, bzw. der spezifischen Immuntherapie (SIT), werden steigende Dosen des jeweiligen Allergens verabreicht, wodurch Immunzellen aktiviert werden, die allergische Reaktionen abschalten.
  • Diese Behandlung wird vor allem bei Allergien gegen Pollen, Schimmel, Hausstaubmilben oder Insektengift eingesetzt.
  • Rund 80 bis 95 Prozent der Patienten profitieren davon, und haben deutlich weniger bis keine Beschwerden mehr.
Wissenswertes zu Allergie Tipps für Allergiker
 Sammy  PollenApp2
Lieber alkoholfrei: Alkoholische Getränke enthalten den Naturstoff Histamin, der Allergiesymptome verstärken oder sogar auslösen kann. Studien zeigen: Wer regelmäßig Wein trinkt, hat ein höheres Risiko für Allergien.
Nicht Tierhaare sind das Problem: Hautschuppen, Urin oder Talg der Tiere, lösen die allergischen Reaktionen aus. Beim Streicheln etwa werden kleinste Partikel aufgewirbelt und gelangen in die Atemwege oder auf die Haut.
Allergien kommen – und gehen: Allergien können sich im Laufe des Lebens wandeln. Das Immunsystem kann Auslöser der Allergie „vergessen“ und reagiert nicht mehr auf sie. Das geschieht oft bei Nahrungsmittelallergien: Eine Ei- oder Kuhmilchallergie kann im Erwachsenenalter verschwinden.
Wissen, was blüht: Verschiedene Gratis-Apps für Smartphone, iPad und Tablet PC informieren über die aktuelle Pollenbelastung vor Ort.
Spülmaschine verbannen: Kinder aus Familien ohne Spülmaschine haben seltener Allergien, fanden Forscher heraus. Die Erklärung: Spülmaschinen entfernen Bakterien effektiver als ein Handspülgang – der Bakterienrückstand auf dem handgereinigten Geschirr trainiert das Immunsystem.
Bleiben Sie entspannt: Menschen mit Pollenallergie reagieren während des Pollenflugs stärker, wenn sie zur gleichen Zeit privaten oder beruflichen Ärger haben. Studien zeigen, dass psychische Faktoren bei rund einem Drittel der Allergiker Beschwerden verschlimmern können.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*