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Nachhaltige Geldanlagen

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Entscheiden, wofür man sein Geld hergibt

Nachhaltigkeit macht auch vor Geld nicht Halt: Vom Girokonto bis zum Investmentfond gibt es „grüne“ Finanzprodukte. Immer mehr Menschen wollen ihr Geld mit gutem Gewissen anlegen und sichergehen, dass damit sozial gerechte, klimaschützende und ethisch korrekte Vorhaben finanziert werden. Wer dies tun will, sollte sich gut informieren.

Geld regiert die Welt?

Wirklich gutes und echt böses Geld gebe es zwar nicht. Aber: „Geld regiert die Welt, das ist die Realität“, sagt Anlageberater Ralf Petit aus Darmstadt. Jeder habe Geld und mache etwas damit. „Dann stellt sich die Frage, ob ich wissen und dann auch bewusst entscheiden will, wofür mein Geld eingesetzt wird.“ Schon sind wir bei nachhaltiger Geldanlage. Bei der geht es genau darum: „Indem ich Finanzprodukte mit ethischer, ökologischer oder sozialer Ausrichtung wähle, beeinflusse ich, was mit meinem Geld gemacht wird und kann so etwas bewirken“, sagt der Finanzexperte, der sich auf nachhhaltige Kapitalanlagen spezialisiert hat.

Im Interview erklärt Anlageberater Ralf Petit, was es damit auf sich hat.

Was sind nachhaltige Geldanlagen?

Nachhaltigkeit bedeutet auch Verantwortung. Und die tragen wir mit, wenn wir unser Geld anderen anvertrauen. Banken beispielsweise leben ja davon, dass sie unser Geld nutzen, um etwa über Kredite Unternehmen oder Organisiationen zu unterstützen.
Normalerweise macht man sich vielleicht keine Gedanken darüber, ob damit Energiekonzerne gefördert oder Waffenhersteller mit Krediten versorgt werden. Nachhaltige Geldanlagen ermöglichen es jedem, gezielt in Unternehmen zu investieren, die sich zum Beispiel für eine lebenswertere Zukunft einsetzen.
Für „grüne“ Finanzprodukte gibt es keine einheitliche Definition. Jeder Anbieter versteht etwas anderes darunter. Aber alle ethisch-ökologischen Ansätze filtern vorhandene Anlagemöglichkeiten nach ihrem Nachhaltigkeitsverständnis.

Was für nachhaltige Finanzprodukte gibt es?

Vom Giro- und Tagesgeldkonto über Fondssparpläne bis zu unternehmerischen Beteiligungen oder Unternehmensanleihen gibt es für alle Anlageformen ethisch-ökologische Finanzprodukte. Die funktionieren genauso gut (oder schlecht) wie konventionelle Produkte.
Das geht schon über ein „grünes“ Girokonto bei der Ethikbank, einen Sparbrief bei der Umweltbank oder über einen der mehr als 400 nachhaltigen Investmentfonds in Deutschland, die übrigens von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) streng kontrolliert werden.
Auch Rentenversicherungen, Riesterverträge oder Basisrenten gibt es nachhaltig, schon für kleine Sparraten. Übrigens ist das auch groß im Kommen: Ab 2022 müssen Anlageberater ihre Kunden fragen, ob sie bei der Geldanlage ESG-Aspekte berücksichtigt wissen wollen. EGS steht für „Environment“, also Umwelt, für „Social“ und für „Governance“, womit die Unternehmensführung gemeint ist.

Was sollte man beachten, wenn man sein Geld nachhaltig anlegen möchte?

Ein erster Schritt kann sein, sich anzuschauen, wo man sein Geld hat und was die Finanzinstitute damit machen. Viele sind da sehr transparent, andere weniger. Praktisch jede Bank bietet mittlerweile auch ethisch-ökologische Produkte an.
Es gibt beispielsweise Sparanlagen und Investmentfonds, bei denen das Geld nicht in Rüstung, Kinderarbeit, fossile Brennstoffe oder Atomkraft investiert wird. Auf solche Geldanlagen hat sich etwa die EthikBank spezialisiert oder die Triodos Bank, die größte sozial-ökologisch ausgerichtete Bank Europas.
In der praktischen Umsetzung spielen Banken aber kaum eine Rolle. Investmentgesellschaften sind da Anlaufstellen, sie legen offene Fonds auf, die für jeden geeignet sind. Es gibt auch nachhaltige Unternehmensanleihen oder noch interessanter für alle, die wirklich etwas bewirken wollen: Impact Investment. Dabei kann man über Geldanlagen ganz gezielt umweltfreundliche oder soziale Projekte wie den Bau von Gezeitenkraftwerken, Solarparks oder Kindergärten finanzieren.

Wie finde ich das passende nachhaltige Finanzprodukt für mich?

Zunächst einmal sollten Sie sich wie bei jeder Anlage Gedanken darüber machen, was Sie wollen: Soll Ihr Geld maximal sicher angelegt werden, soll es Erträge abwerfen, muss es kurzfristig verfügbar sein? Nach Ihren Kriterien können Sie eine Anlegestrategie festlegen.
Dann können Sie überlegen, wofür Sie möchten, dass Ihr Geld verwendet wird und sich bei nachhaltig ausgerichteten Geldinstituten informieren. Am besten lassen Sie sich dabei von Experten beraten, denn die haben den Überblick.

Mehr Infos zum Thema findet man unter https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/nachhaltige-geldanlagehttps://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/nachhaltige-geldanlage.

Hier werden Sie gut beraten

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Ralf Petit – Nachhaltige Anlageberatung
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