Inspiration

Nachhaltig – Am Herd und in der Küche

Der Nachhaltigkeitstrend macht auch vor der Küche zuhause nicht Halt. Das ist gut und lecker so!

Weniger Energie verbrauchen, Reste besser verwerten und bewusster einkaufen: Auch in der Küche können wir klimafreundlicher werden. Und das ist gar nicht so schwer, dafür aber ziemlich effektiv. Denn wir alle verbringen mehr oder weniger Zeit am heimischen Herd. Schließlich wollen wir ja was essen.

Beim Einkaufen, beim Kochen, beim Essen: Jeden Tag treffen wir viele kleine, aber wichtige Entscheidungen. Denn was in unseren Einkaufswagen und später dann in unseren Mägen landet, hat ebenso wie viele andere Konsumgüter einen mehr oder weniger großen Einfluss auf unser Klima. Ob importiertes Obst, ausgesuchte Fleischstücke oder Tiefkühlpizza – für alles, was wir tagtäglich zu uns nehmen, wird Energie aufgewendet. Und bei der Produktion und beim Transport entstehen natürlich CO2-Emissionen, die unser Klima belasten.

Allein durch Konsum verursacht jeder von uns über vier Tonnen CO2 jährlich. Und nur mit unserer Ernährung kommen wir in Deutschland auf rund 15 Prozent der gesamten CO2-Pro-Kopf-Emissionen. Auch die Art und Weise, wie wir unsere Nahrung zubereiten, trägt dazu bei. Denn je aufwendiger das Kochen ist, umso mehr Energie wird gebraucht, die beim Klima ebenfalls ordentlich zu Buche schlägt.

Wie geht nachhaltiges Kochen?

Gerade die kleinen Maßnahmen sind es, die in der Gesamtheit einen Unterschied machen. In der Küche haben wir unendlich viele Möglichkeiten, nachhaltiger zu werden. Etwa, indem wir mit Lebensmitteln weniger verschwenderisch umgehen, bei der Zubereitung darauf achten, nur so viel Energie wie nötig zu verbrauchen, und möglichst nichts wegwerfen. Oft sind es ganz simple Dinge, die wir uns beim täglichen Kochen angewöhnen und damit viel bewirken können. Das fängt schon damit an, dass wir uns beim Einkaufen genau überlegen, was wir wirklich brauchen und durchdachte Essenspläne für die nächsten Tage machen. So lassen sich im Supermarkt Impulskäufe vermeiden und wir können die Lebensmittelverwertung klüger planen.

Gut für alle: Ökostrom

Wir können zwar mit einigen Tricks Strom sparen, aber wir sollten uns darüber klar sein: auch wenn wir weniger davon brauchen, verbrauchen wir den Strom trotzdem. Darum ist es gut für das Klima, wenn wir schon vorher handeln, etwa indem wir zu einem Ökostromanbieter wechseln. Der gewinnt Strom 100 Prozent aus erneuerbaren Energien und ist also klimaneutral, weil er keine CO2-Emissionen verursacht.

Allerdings trägt nicht jeder Ökostromtarif wirklich zum Klimaschutz bei. Ein Vergleich lohnt sich, um sicherzugehen, dass dann auch wirklich „echter Ökostrom“ aus der Steckdose kommt.

Gutes Klima in der Küche – sieben Tipps

Wasserkocher statt Herd
Wer nur schnell mal ein bisschen heißes Wasser braucht, muss nicht gleich den Herd anschmeißen. Ein energiesparsamer Wasserkocher beispielsweise kommt mit bis zur Hälfte weniger Strom aus als ein Elektroherd. Nur beim Gas- oder Induktionsherd ist das dann ähnlich effizient.

Kühlschrank voll einräumen
Jedes Mal, wenn wir unseren Kühlschrank öffnen, strömt kalte Luft hinaus, dafür kommt warme Luft hinein. Je weniger im Kühlschrank ist, desto mehr Kühlluft wird dabei durch wärmere Umgebungsluft ausgetauscht. Und diese muss wieder heruntergekühlt werden, wenn der Kühlschrank wieder zu ist. Und das kostet mehr Strom. Der Kühlschrank sollte also gut gefüllt sein, den Stauraum sollte man möglichst voll ausnutzen.

Deckel drauf
Denken Sie immer daran, einen Deckel auf den Kochtopf zu setzen? Das sollten Sie aber. Denn ist der Deckel drauf, geht rund 50 Prozent weniger Energie verloren. Das können pro Jahr und Haushalt schon mal stattliche 120 Kilogramm CO2 ausmachen.

Frische Zutaten möglichst aus der Region kaufen
Je verarbeiteter ein Lebensmittel ist, desto mehr Energie muss für dessen Herstellung aufgewendet werden. Deshalb sind zum Beispiel Kartoffeln klimafreundlicher als Pommes frites, ein Stück Fleisch besser als Wurst und Himbeeren weniger klimaschädlich als Himbeermarmelade. Bio-Produkte und saisonale Lebensmittel sollte man auch den Vorzug geben. Denn sie haben eine bessere Energiebilanz, weil sie nicht weit transportiert und aufwendig gelagert werden müssen.

Backofen aus
Vorheizen frisst viel Energie, wer darauf verzichtet, spart bis zu 20 Prozent Energie. Und es rentiert sich auch, den Backofen früher auszuschalten. Denn die Restwärme genügt oft noch, um das Essen fertig zugaren.

Eis und Kalk wegmachen
Im Gefrierfach wird es schnell eisig – regelmäßig muss man es abtauen, damit sich keine zu dicke Eisschicht bildet. Auch ein verkalkter Wasserkocher frisst viel unnötige Energie, auch ihn sollte man in Abständen richtig entkalken. Dadurch kann man bis zu 30 Prozent Energie sparen.

Öfter pflanzlich statt tierisch
Tierische Produkte haben immer eine schlechtere CO2-Bilanz als pflanzliche. Aber auch innerhalb der Lebensmittelgruppen gibt es gewaltige Unterschiede. So ist beispielsweise fettreicher Hartkäse klimaschädlicher als wasserhaltiger Weichkäse. Der Grund: In einem Kilogramm Käse steckt das Fett aus acht Kilogramm Milch. Je höher also der Fettanteil von Milchprodukten, desto mehr Milch ist für deren Produktion notwendig und umso schlechter fällt dann die Klimabilanz aus.

Vorhang Auf-Nachhaltigkeitstipp

An die Reste, fertig, lecker!
Ein Viertel Becher Joghurt, eine Handvoll Reis von vorgestern und dann ist da noch der Kanten Emmentaler – wohin damit? Egal, bloß nicht in die Tonne! Denn aus Essensresten lassen sich tolle Gerichte machen. Mit ein bisschen Fantasie und anderen, womöglich auch übriggebliebenen Zutaten kann man leckere Mahlzeiten kreieren. Das ist gut für die Umwelt und für unseren Geldbeutel. Denn jedes Jahr schmeißt jeder Privathaushalt mehr als 85 Kilogramm Essen einfach weg. Da kann man sich locker ausrechnen, wie viel Geld auf diese Weise im Müll landet. Aber nicht nur Essensreste sollten wir möglichst ganz aufbrauchen. Auch Gemüse etwa lässt sich weitaus besser verwerten, als wir das oft tun. Aus den Blättern von Radieschen kann man zum Beispiel einen leckeren Salat machen und mit Bananenschalen sogar einen Kuchen backen.

Wer kreative Anregungen für leckerere Resteverwertung braucht, findet viele tolle Ideen im Internet, etwa auf www.restegourmet.de (hier kann man die übriggebliebenden Zutaten eingeben und bekommt dafür passende Rezepte vorgeschlagen), www.zugutfuerdietonne.de, www.edeka.de/rezepte/genussthemen/kreative-restekueche.jsp oder www.aldi-sued.de/de/rezepte/reste-verwerten.html

Ungenutzte haltbare Lebensmittel verschenken und retten. Das geht in diversen regionalen Gruppen auf Social Media, die untereinander Lebensmittel vor dem Verfall verschenken.

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