Inspiration

Mensch, Walter!

Vermutlich gibt es viele Männer, die so sind, wie Walter Schmidt. Alles erreicht. Sogar die Rente. Und ein Leben mit Barbara. Auf ewig die richtige Frau an der Seite: »Barbara war perfekt, dachte er überrascht. Natürlich gab es auf der Welt noch mehr alte Frauen, schon wegen der Statistik, aber Herr Schmidt hatte sie alle gesehen: kein Vergleich zu Barbara.«

Doch plötzlich fällt Barbara um. Und aus. Sie funktioniert einfach nicht mehr. Das Leben steht Kopf – und Walter fragt sich: Wie kocht man wohl Kartoffeln? Wie geht Tütensuppe? Und überhaupt: Das Leben? Bislang hatten in den durchweg erfolgreichen Romanen von Alina Bronsky, die einst in Darmstadt lebte, starke, skurrile, immer irgendwie besondere Frauen die Hauptrollen.

Diesmal beschreibt sie einen Herrn. Herrn Schmidt. Walter Schmidt, der sich ganz plötzlich neu erfinden muss. Mit dem für Bronsky typischen, subtilen Humor, direkt und unverwechselbar klar, wie es ihre Art ist. In ihren Büchern. Und auch sonst.

Alina Bronsky bietet in ihrem neuen Buch viele Momente, die nachdenklich stimmen: Jeder kennt doch irgendwoher einen Walter Schmidt und eine Barbara. Ihre Familien, ihre Geschichten. Bronsky hält den Spiegel vor. Und am Ende ist es echt beruhigend, für sich selbst zu wissen, wie man eigentlich Kartoffeln kocht.

Der ein oder andere aufmerksame VORHANG AUF-Leser wird jetzt sagen, den Namen kenn ich doch. Richtig, Alina Bronsky hat einst auch für VORHANG AUF geschrieben.

Alina Bronsky: „Barbara stirbt nicht“ | Kiepenheuer & Witsch, Köln 2021, 256 Seiten, 20 Euro

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