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Kopfweh ade!

Pochend, stechend, drückend – für jeden fühlt sich Kopfweh anders an. Die Ursachen für die Schmerzen sind auch unterschiedlich. Bevor man Medikamente nimmt, sollte man den Ursachen nachgehen.

Über 200 Arten von Kopfschmerzen gibt es. Manchmal stellen sie selbst eine Erkrankung dar, dann wiederum sind sie „nur“ ein Symptom, wie etwa bei einer Grippe. Für die einen sind Kopfschmerzen lästige Begleiter, die ab und an mal auftauchen. Für andere stellen sie eine große Belastung dar.

Spannungskopfschmerz

Das „klassische“ Kopfweh, das fast jeder kennt, ist ein dumpf-drückender Schmerz an unterschiedlichen Stellen, etwa an den Schläfen, hinter den Augen oder am Hinterkopf. Typischerweise hält der Schmerz zwischen 30 Minuten und einer Woche an. Verspannung der Nacken-, Hals- und Schultermuskulatur sind mögliche Auslöser, daher stammt auch der Name „Spannungs“-Kopfschmerz

Migräne

Bei einem Migräneanfall kommen zu pulsierenden Schmerzen in einer Kopfhälfte weitere Symptome wie Übelkeit oder Licht- und Lärmempfindlichkeit. Oft gehen besondere Empfindungen wie etwa Sehstörungen, Lichtblitze oder Taubheitsgefühle voraus, die sogenannte Aura. Betroffen sind vor allem Erwachsene, Frauen dreimal häufiger als Männer. Die genauen Ursachen sind unbekannt, es gibt aber Auslöser, sogenannte Trigger, wie etwa Stress, Licht, Schlafmangel, Käse oder Alkohol.

Clusterkopfschmerz

Der extrem heftige, einseitige Kopfschmerz im Bereich von Stirn oder Auge tritt gehäuft über Wochen (daher die Bezeichnung englisch „cluster“: Haufen) bis zu achtmal täglich auf, danach kann monate- oder sogar jahrelang Ruhe sein. Die Schmerzattacken dauern 15 bis 180 Minuten, oft kommen Symptome wie tränende Augen oder laufende Nase dazu. Männer sind drei- bis sechsmal häufiger betroffen als Frauen. Wie Clusterkopfschmerz entsteht, ist nicht geklärt. Möglicherweise lösen entzündete Gefäße eine biochemische oder mechanische Reizung benachbarter Hirnnerven aus.

Wann zum Arzt?

Wenn der Kopfschmerz zum ersten Mal auftritt, Schmerzattacken immer häufiger vorkommen oder stärker werden, sollte man die Ursachen ärztlich abklären lassen. Wer mindestens drei Monate lang hintereinander an mehr als 15 Tagen im Monat unter Kopfschmerzen leidet, sollte auch zum Arzt gehen.

Vorsicht bei der Selbstbehandlung!

Ausschlaggebend ist immer der Leidensdruck, leichte bis mittelschwere Schmerzen können durch Kältepackungen für Stirn und Schläfen gelindert werden, Sport und Entspannungsübungen können langfristig helfen. Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol sind rezeptfrei erhältlich – wer damit gegen den Schmerz angeht, sollte wissen, dass ein Dauergebrauch auch Kopfschmerzen auslösen kann. Wer an mehr als zehn Tagen pro Monat Schmerzmittel nimmt, könnte davon betroffen sein.

Drei Tipps gegen KopfschmerzenDrei interessante Infos zu Kopfschmerzen
Pfefferminzöl statt Pillen: Das ätherische Öl der Minze entkrampft die Blutgefäße und wirkt schmerzlindernd. Studien ergaben, dass ein paar Tropfen davon auf Schläfen und Stirn einmassiert den gleichen Effekt haben wie Paracetamol.
Schmerz lässt nach – durch Entspannungsübungen nach Jacobson, auch bekannt als progressive Muskelentspannung. Sie verbessert die Körperwahrnehmung und kann Schmerzen lindern. Dabei werden nacheinander verschiedene Muskelgruppen bewusst kurz angespannt, dann entspannt.
Kirschen gegen Kopfweh.Amerikanische Forscher fanden heraus, dass etwa 20 Kirschen ebenso gut wirken wie Aspirin. Den positiven Effekt führen sie auf die roten Farbstoffe (Anthozytane) zurück. Kirschen enthalten viel Betacarotin, Kalium sowie die Vitamine B und C.
Cola geht in den Kopf:Wenn Kinder oft Kopfschmerzen haben, kann das daran liegen, dass sie häufig Cola trinken. Schuld ist das Koffein, fanden Forscher aus Israel heraus. Auf Erwachsene hat Cola den gegenteiligen Effekt – setzt man den Körper auf Entzug, reagiert er mit Kopfschmerzen.
Aufpassen beim Essen: Viel Fett, Süßigkeiten, Zitrusfrüchte oder Chips können Schmerzen auslösen. Thyramin, eine Substanz, die in Kohl, manchen Käsesorten, Hering oder Rosinen enthalten ist, soll ebenfalls Kopfweh begünstigen.
Piercen gegen den Schmerz?! Laut Deutscher Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft ist unbewiesen, dass das sogenannte „Daith Piercing“ im Bereich des Ohrknorpels wirklich hilft. Belegt dagegen sind Entzündungen des Ohrknorpels.