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Fußball ohne Abseits und Rückpassregel

Die Lilien haben eine neue Mannschaft für Menschen mit intellektuellen Defiziten

Als erster deutscher Profiverein geht der SV Darmstadt 98 mit einer Mannschaft für Menschen mit intellektuellen Defiziten an den Start. Cheftrainer Ruben Döring (27) erklärt, was bei Fußball-ID anders ist und was nicht.

Ruben, was bedeutet die Bezeichnung Fußball-ID?

Ruben Döring: ID kommt vom englischen „intellectual deficit“ und heißt intellektuell beeinträchtigt. Bei uns kann jeder mit einem Intelligenzquotienten unter 75 mitspielen.

Was ist anders bei einem ID-Fußball-Spiel?

Ruben Döring: Wir haben kein Abseits und keine Rückpassregel. Ansonsten stehen je nach Spielfeldgröße in der Regel neun Menschen pro Mannschaft auf dem Platz, in der Halle sind es vier. Das hängt auch damit zusammen, wie viele Spieler der Gegner zusammenbekommt.

Trainiert Ihr anders als andere Mannschaften?

Ruben Döring: Von den Inhalten nein. Wir machen uns warm, wir trainieren Pässe, Schüsse, Beweglichkeit, Zweikämpfe. Am Ende haben wir immer eine Spielform. Die Übungen selbst bauen wir allerdings so auf, dass sie nicht zu komplex sind. Sonst steigen die Spieler früher oder später aus. Teilweise machen wir eine Übung auch erst mit dem Ball in der Hand, bevor wir es mit dem Fuß versuchen. Das ist dann leichter zu lernen.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie für Euch?

Ruben Döring: Seit wir im Herbst Hessenmeister geworden sind, haben wir nicht mehr gespielt. Wir wollen langsam wieder ins Kleingruppen-Training einsteigen, alles angepasst an die geltenden Bestimmungen. Die Jungs und Mädels sind heiß, die wollen wieder auf den Platz. Aber wir rechnen wegen der langen Pause mit großen Rückschritten bei den Fähigkeiten. Das, was Du Dir über ein Jahr aufbaust, kannst Du in zwei Wochen vergessen. Im Moment hoffe ich, dass wir im Mai wieder alle gemeinsam trainieren können. Wenn wir dann als Gruppe auf dem Platz stehen, werde ich mir das eine oder andere Tränchen sicher nicht verkneifen können.