Inspiration

Facing Britain

04.09.21 bis 09.01.22 | Kunsthalle Darmstadt

Foto: Paul Reas, I can help, 1988

Britische Dokumentarfotografie seit den 1960er

Facing Britain vereint erstmals nahezu alle wichtigen Vertreter/innen der britischen Dokumentarfotografie in einer großen Überblicksausstellung au­ßerhalb Großbritanniens. Längst vergessene oder erst in den letzten Jahren wiederentdeckte Positionen wie John Myers, Tish Murtha oder Peter Mitchell werden neben Arbeiten von Weltstars wie Martin Parr gezeigt. Die Schau bietet neue Einblicke in die mit Kontinentaleuropa und Nordamerika verflochtenen, aber auch besonderen Entwicklungen auf dem Gebiet der Fotografie in England, Schottland, Irland und Wales. Das Dokumentarische erweist sich als eine der großen Stärken der britischen Fotografie, die einen Teil Europas im Wandel überaus facettenreich, überraschend und dabei künstlerisch originell abzubilden vermag. Als zeitliche Klammer für Facing Britain wurde daher bewusst die Spanne vom ersten Versuch Großbritanniens, Teil der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zu werden, bis zum Austritt aus der Europäischen Union 1963–2020 gewählt.

Foto: Dave Sinclair, Black Copper London, 1985

Facing Britain beschreibt die verschiedenen Epochen vom Niedergang der Kohleindustrie über die Thatcher-Ära mit dem Falkland-Konflikt bis hin zum Brexit, der die Insel in zwei Lager spaltet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den von David Hurn, Tish Murtha, Daniel Meadows und Martin Parr geprägten 1970er- und 1980er-Jahren, als die künstlerische Dokumentarfotografie weltweit an Bedeutung gewann. Parr beschreibt diese Jahrzehnte als „eine prägende Zeit für die britische Fotografie, in der die Stärke der Dokumentarbewegung wirklich lebendig wurde.“

Im Vereinigten Königreich sah man Fotografie bis in die 1980er-Jahre hinein vielfach nicht als autonome Kunstform an, während andernorts deren Anerkennung schon früh eingesetzt hatte – in den USA mit den Ausstellungen Family of Man (1955) und The Photographer’s Eye (1964) im Museum of Modern in New York.

Weitere Info unter www.kunsthalle-darmstadt.de