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Es gibt nur noch eine Richtung

Es war bezeichnend für die letzten Wochen, es war bezeichnend für die Zeit, seitdem Dirk Schuster im Amt ist. Mit dem Unentschieden in Nürnberg, definitiv eines der besten Teams der Liga, war man zufrieden bei den Lilien. Mit der Leistung. Mit dem Ergebnis. Mit sich selbst. Klar, das, was man selbst beeinflussen konnte, hatte man recht ordentlich gemacht. Einen Punkt hätte man vorher unterschrieben, wie Schuster gerne sagt. Seit Jahresbeginn hamstern die Lilien bis auf eine Durststrecke hier und da ihre Pünktchen ein. Nie wirklich enttäuschend, nie vollends überzeugend. Alles in Ordnung, mag man meinen. Doch läuft es die nächsten sieben Spiele genau so, wird der SV Darmstadt 98 am 13. Mai gegen 17.20 Uhr in die dritte Liga abgestiegen sein.

Die Situation hat sich verändert. Auch wenn die Lilien dafür nicht allein verantwortlich sind. Vor ein paar Wochen war man noch in Schlagdistanz, hat zuletzt ordentlich gepunktet, und steht mittlerweile dennoch mit dem Rücken zur Wand. Grund dafür ist der Aufstand der Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt, die zuletzt Sieg um Sieg einfuhren und sich von einem direkten Abstiegsplatz, also dem SV Darmstadt, abgesetzt haben. Man sagt immer, man soll nicht so viel auf die anderen schauen. Grundsätzlich eine gute Herangehensweise. Aber in der jetzigen Phase sollte dringend auf die Tabellensituation reagiert werden. Es würde wohl reichen, gegen die Top-Teams unentschieden zu punkten und gegen die tabellarisch schwächeren Mannschaften zu gewinnen. Aber wer garantiert die Siege in den vermeintlich leichteren Partien? Vor allem in dieser Liga. Zumal der Druck in diesen Spielen ins Unermessliche steigen würde. Daher muss ein Umdenken stattfinden. Beim Trainer und bei der Mannschaft. Man darf sich bei den Lilien mit Punkten nicht mehr zufrieden geben. Auch nicht gegen starke Gegner.

Wenn sich Teams aus solch prekären Situationen noch befreit haben, dann, weil sie gewinnen wollten, und nicht, weil sie nicht verlieren durften. Nur so können die womöglich vier benötigten Siege in den verbleibenden sieben Spielen noch eingefahren werden. Der Kader hat die Qualität und die technisch starken Spieler in der Offensive, um vor allem auswärts noch mutiger aufzutreten. Es ist die einzige Chance, das kleine Wunder noch zu schaffen. Und es würde einen möglichen Abstieg zumindest ein bisschen ertragbarer machen. Denn was gibt es Schlimmeres, als nicht alles versucht zu haben?
Volle Kraft voraus!