Inspiration

Ein zupackender, zuverlässiger Macher

Im Mittelpunkt: Karl-Heinz Salm mit seiner Frau Elke und Sohn Bernd (rechts) gemeinsam mit VORHANG AUF-Herausgeber Pippo Russo beim Heinerfest 2019

VORHANG AUF zum Tode von Karl-Heinz Salm, der seinem Darmstädter Familienunternehmen zu Kultstatus verhalf

Von Frank Horneff

Er war einer, der zupackte. Einer der da war, wenn er gebraucht wurde. Einer, auf dessen Wort zählen konnte, wer seine Hilfe brauchte: Karl-Heinz Salm. Sein Name und seine Familie stehen für den traditionsreichen Darmstädter Imbissbetrieb, der am Woog und darüber hinaus Kultstatus genießt.

Nicht umsonst heißt es in Darmstadt „Wer nicht beim Salm war, war nicht auf dem Heinerfest.“ Zurecht. Denn der Name Salm steht für die höchsten Darmstädter Feiertage in besonderem Maße. Schon vor 70 Jahren, beim allerersten Heinerfest 1951, liefert die Metzgerei Salm die Bratwurst. Der damals erst neun Jahre alte Karl-Heinz hilft dabei und ist dafür mit dem Handwagen unterwegs – fortan zählt seine Familie zu den festen Größen beim Heinerfest und in der Stadtgesellschaft. Das war der Start in eine Ära, eine besondere Station in einem bewegten Leben, das nun zu Ende ist:

Am 16. August ist Karl-Heinz Salm im Alter von 79 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

Darmstadt verliert mit ihm einen weiteren prägenden Charakter unter den Schaustellern. Unvergessen sind Salms verstorbene Mitstreiter Willi Hamel und Heini Hausmann und unvergessen wird auch Karl-Heinz Salm bleiben.

1958, mit 16, begann Karl-Heinz Salm, 1942 nahe Bitterfeld/Sachsen-Anhalt geboren, seine Lehre als Metzger und unterstützte fortan seinen Vater Wilhelm im Familienbetrieb an der Schustergasse, später an der Holzstraße/Ecke Landgraf-Georg-Straße. Als der Vater 1962 plötzlich stirbt, hat die Familie nach diesem Schicksalsschlag keine Chance, die Metzgerei weiterzuführen. Von nun an ist Karl-Heinz Salm mit seiner Frau Elke mit Zuckerwaren und Mandeln unterwegs, führt so den Betrieb des Schwiegervaters fort. 1965 schließlich gab es das erste eigene Imbiss-Geschäft, der Beginn einer Erfolgsgeschichte.

Bereits 1964 kam Salm zum Darmstädter Schaustellerverband, war von 1968 bis 2008 ohne Unterbrechung vier Jahrzehnte lang stellvertretender Vorsitzender: Zuverlässig, herzlich, loyal – und klar in der Ansage. Sein Wort zählte, was Karl-Heinz Salm sagte, hatte Gewicht. In seinem Verband und darüber hinaus.

Ende der 1980er Jahre war Karl-Heinz Salm zudem Vizepräsident des Fußball-Zweitligisten SV Darmstadt 98 und übernahm so Verantwortung am Böllenfalltor: anpacken, wo es nötig ist und helfen, wo Hilfe gebraucht wird.

Karl-Heinz Salm hat mit seinem Wirken das Fundament gelegt für ein besonderes Darmstädter Traditionsunternehmen. Aus dem einstigen Holzpavillon wurde ein erstklassiger Imbiss- und Gastronomiebetrieb mit Darmstadt-Charakter, heute geleitet von Sohn Bernd Salm (56). Vater Karl-Heinz wird fehlen. Seiner Frau Elke und seiner Familie. Aber auch den Darmstädterinnen und Darmstädtern und den Menschen in der Region. Was bleibt, sind unzählige Erinnerungen an den zupackenden und verlässlichen Macher, der er war. Ob beim Heinerfest im Sommer oder dem Weihnachtsmarkt im Winter und weit darüber hinaus.