Inspiration

Die Waldkolonie

Der vergessene Stadtteil

Mettegangssiedlung

Er gilt vielen als Darmstadts gerne vergessener Stadtteil – und hat doch viel zu bieten: Zum hundertjährigen Bestehen der Waldkolonie im Westen der Stadt hat der Darmstädter Fotograf Christian Grau, initiiert von Gabi Hoffmann, seit vielen Jahren mit ihrer Familie in der Waldkolonie zuhause, den Bildband „100 Jahre Darmstadts Wilder Westen“ herausgegeben.

Die Darmbachaue westlich der Waldkolonie

Auf 64 Seiten öffnet Grau neue Perspektiven auf das Viertel jenseits der Bahngleise und lässt seine Bilder sprechen – seine Bilder und Menschen, die den Stadtteil ausmachen: Rainer Lach zum Beispiel, Vorsitzender des Bezirksverbands Waldkolonie und Kirchenvorsteher der Paul Gerhardt-Gemeinde. Er trägt mit seiner Arbeit maßgeblich dazu bei, seinen Stadtteil noch lebenswerter zu machen. „Die Waldkolonie ist für uns durch die Arbeit an diesem Buch zu einem ganz besonderen Ort geworden, weil wir unglaublich freundliche und nette Menschen getroffen haben“, bilanzieren Christian Grau und Lektorin Ildikó Szelecz ihre Momente in der Waldkolonie. Momente und Augenblicke in der Mettegangsiedlung mit den ersten und ältesten Häusern der Waldkolonie, mit dem Alten Schalthaus, dem Sportgelände von Grün-Weiß, dem Europaviertel hinter dem Hauptbahnhof – und dem Waldfriedhof, der irgendwie auch zur Waldkolonie gehört. Es sind Menschen, die einen Stadtteil prägen und die Bilder entstehen lassen: Die Fotografien von Christian Grau und die Menschen, die ihre Geschichten aus dem Westen der Stadt erzählen, liefern den Beweis. Und so hat sich der gerne vergessene Stadtteil mit den Menschen, die ihn ausmachen, zum hundertjährigen Bestehen ein sehens- und lesenswertes Geschenk gemacht. Frank Horneff

Waldfriedhof / Fotos: Christian Grau

„100 Jahre Darmstadts Wilder Westen“, 64 Seiten, 19,95 Euro, erhältlich bei der Paul-Gerhard-Gemeinde, Rabenaustr. 43, Darmstadt, Tel.: 06151/82 48 48.