Inspiration

Die Neuen am Böllenfalltor

Liebe Lilienfans, es ist ohne Frage die richtige Entscheidung, mit einem neuen Trainer in die Schlussphase der Saison zu gehen, ohne dabei die Verdienste von Dirk Schuster schmälern zu wollen. Zuletzt stimmten nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Art und Weise nicht mehr. Es machte keinen Spaß mehr, den Lilien zuzuschauen. In erster Linie zählen jetzt zwar Punkte, sodass der Sieg gegen Dresden zumindest in dieser Hinsicht ein guter Anfang war. Zusätzlich bräuchte es aber auch mal wieder eine Leistung, die die Fans mit einem Lächeln nach Hause gehen lässt. Der neue Trainer Dimitrios Grammozis wird daran arbeiten.

Lilien schlagen gleich fünf Mal auf dem Transfermarkt zu

Ähnlich wie in den vergangenen Jahren herrschte auch im diesjährigen Wintertransferfenster reges Treiben beim SV Darmstadt 98. Aufgrund der vorhandenen Baustellen im Kader, dem überraschenden Abgang von Aytac Sulu und der enttäuschenden ersten Saisonhälfte schlugen die Lilien gleich fünf Mal auf dem Transfermarkt zu. Wer die Neuen sind und ob sie sofort helfen können, erfahrt ihr hier.

 

Christoph Moritz

Foto: Huebner/Florian Ulrich

Christoph Moritz (29) wechselte am Deadline-Day auf Leihbasis bis Saisonende von Hamburg nach Darmstadt. Der defensive Mittelfeldspieler gab für Schalke unter Felix Magath sein Bundesligadebüt und wurde mit den Königsblauen 2011 DFB-Pokalsieger. Moritz war zudem für Mainz 05 in der Bundesliga aktiv und kommt auf insgesamt 96 Partien in der deutschen Eliteliga. Nach zwei Jahren in Kaiserslautern, wo er Kapitän war, zog es ihn im vergangenen Sommer zum HSV. Dort kam er über Kurzeinsätze aber nicht hinaus. Moritz ist ein erfahrener, intelligenter und technisch guter Spieler, dem es allerdings an Spielpraxis mangelt. Dennoch könnte er für die Lilien im Endspurt noch wichtig werden.

 

Victor Palsson

Foto: Huebner/Florian Ulrich

Der Königstransfer des Winters ist wohl Victor Palsson (27). Der ebenfalls im defensiven Mittelfeld beheimatete Isländer spielte noch in der Hinrunde als Kapitän vom FC Zürich in der Europa League und gewann im vergangenen Sommer den Schweizer Cup. Zudem stand er bereits elfmal für die isländische Nationalmannschaft auf dem Platz. Zu Beginn seiner Karriere war Palsson sogar im Kader des FC Liverpool gelistet, konnte sich dort aber nicht durchsetzen und sammelte danach in insgesamt sechs verschiedenen Ländern Erstliga-Erfahrung. Palsson ist ein zweikampfstarker und eher defensiv orientierter Profi, der mit seiner Erfahrung und Mentalität sicher dauerhaft ein Gewinn darstellen könnte.

Mathias Wittek

Foto: Huebner/Florian Ulrich

Für die nach dem Sulu-Abgang vakante Innenverteidigerposition holten die Lilien Mathias Wittek (29) von Ligakonkurrent Heidenheim. Der Deutsche Abwehrspezialist mit polnischen Wurzeln spielte nach den Stationen 1860 München und Ingolstadt seit 2011 für den FCH, war beim Aufstieg in die zweite Bundesliga eine wichtige Stütze und bis zum Sommer Stammspieler. Im ersten Saisonspiel verletzte sich Wittek am Außenband und kam nach seiner Genesung im Herbst meist nur noch zu Kurzeinsätzen.
Seine Qualitäten sind vor allem Luftzweikämpfe und die Mentalität, das eigene Tor bis aufs letzte zu verteidigen, weshalb er zumindest in dieser Hinsicht ein guter Ersatz für Aytac Sulu sein könnte.

Sören Bertram

Foto: Huebner/Florian Ulrich

Um auf der linken Außenposition eine Alternative zu Joevin Jones zu haben, sicherten sich die Darmstädter auch die Dienste von Sören Bertram (27). Dieser durchlief die Jugend des Hamburger SV und kam dort in der Europa League zu seinem Profi-Debüt, hatte seinen wirklichen Durchbruch aber erst in der Drittligasaison 15/16 beim Halleschen FC. Daraufhin wechselte Bertram nach Aue, wo er im Sommer mit drei Treffern gegen den Kalrsruher SC zum Relegationshelden wurde. Im Laufe der aktuellen Saison verlor der Blondschopf jedoch seinen Stammplatz im Erzgebirge. Die Lilien bekommen mit Bertram einen soliden, technisch versierten Spieler, der den Kader in der Breite aufwertet.

 

Patrick Hermann

Foto: Huebner/Florian Ulrich

Schließlich verpflichtete der SV 98 auch noch Patrick Hermann (30). Bei seinem vorherigen Klub Holstein Kiel war er ein echter Publikumsliebling und wurde von den Fans „Fußballgott“ gerufen. Seit 2011 spielte der Rechtsverteidiger im hohen Norden und war an beiden Aufstiegen in dieser Zeit maßgeblich beteiligt. Wie die meisten anderen Neuzugänge kam auch Herrmann diese Saison nicht mehr über Kurzeinsätze hinaus, weshalb er nun in Darmstadt die Probleme auf der rechte Abwehrseite beheben soll. Da der gebürtige Berliner seine Stärken in der Defensive und der Zweikampfführung hat, dürfte ihm das gelingen.