Inspiration

Der Wal und das Ende der Welt

Das Buch der Stunde

Es ist in der bis vor Wochen nicht für möglich gehaltenen Corona-Krise ein Roman, der Zuversicht schafft, weil er Hoffnung und Zusammenhalt zum Thema macht: Mit „Der Wal und das Ende der Welt“ ist dem nach eigener Darstellung „Kreuzworträtsler, Ehemann, Vater, Großvater“, dem in Kenia geborenen, britischen Autor John Ironmonger, ein Roman gelungen, der in diesen Tagen ohne Zweifel das Buch der Stunde ist.
Er erzählt von einem kleinen Fischerdorf an der rauen südwestlichen Spitze Englands, Cornwall, einer Epidemie und einer globalen Krise: Eine große Geschichte über die Menschlichkeit, geprägt von schrullig-liebenswerten Dorfbewohnern, die sich um den einstigen Elite-Banker Joe kümmern, der aus seiner Londoner Bankenwelt vor einem plötzlich überall wütenden Virus geflüchtet ist und nackt vor ein Fischerdorf gespült wird. Gestrandet wie wenig später der geheimnisvolle Wal. Und die dreihundertsieben Bewohner des kleinen Fischerdorfs spüren sofort: Es wird sonderbar und niemand der Bewohner hat zunächst auch nur eine Ahnung davon, wie sehr ihre Dorfgemeinschaft bedroht ist. So wie letztlich das ganze Land, möglicherweise die ganze Welt: Weil alles mit allem zusammenhängt.
Ironmonger erzählt eine Geschichte, die im Wissen um die aktuelle Lage in diesen Tagen gleich ihre erzählerische Kraft spüren lässt. „Der Wal und das Ende der Welt“ ist als Hardcover bereits im März 2019 erschienen und galt als das Buch zum Brexit.
Erst seit wenigen Tagen schließlich gibt es Ironmongers „Wal“ auch als Taschenbuch: Tatsächlich das Buch der Stunde.
sar

John Ironmonger | Der Wal und das Ende der Welt | S. Fischer Verlag | 476 Seiten | 12 €